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Der Orden Bne Briss · 1924-10-01 · Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924) · p. Seite 139

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
Date
1924-10-01
Page
Seite 139 (sequence 5)
Language
German
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Werden, daß Rassenethik, ejn Gewiß ist so morgen Erfolg die j Efindung unserer Zeit, die Vyiclerspruch in sich selbst ist eher Arbeit nicht von heute auf beschießen. Es ist noch schwiezu verbreiten. Logen haben nommen; ihn gerichtet. Erfü beackert wird, verspreche ich der Erkenntnis bauende Kräfte den deutschen Volke vorwärts werden meines liehen Beziehuni und ihrer Um würtschenswer Dieses Ziel zu gegenwärtigen Gebiet entzieht Soziologisch is urteilt nach sei bewußt zu sein riger, falsche Id Jen au szürlotten, als neueOedanken Das verschlägt aber nichts. Die ein großes Eriiehungswerk über- Arbe t war stets auf lange Sicht It mit dem jüdischen Optimismus, der an den endlichen Sieg der Gerechtigkeit glaubt, werden $ie, unverdrossen und unbekümmert um <tfe Größe der Gefolgschaft, die Fahne des Sittengesetzes voran (ragen Nun hat jüngst an anderer Stelle Br. Dr. Holländer die Thjese aufgestellt, die deutschen Juden hätten iliren Kampf bisher viel zu rationalistisch geführ. Diese Methode berücksichtige die geistige Ve •fassung der Umwelt nicht. Man müsse die Dinge soziologisch behandeln und dafür sorgen, daß das falsche Bild des deutschen Juden richtig gestellt werde. Das ist zweifellos und treffend gefolgert. Ich erkenne das vollkommen an und wünsche, daß auch dieses Arbeitsgebiet von unserem.Orden Eine nachhaltigere Dauerwirkung mir .jedoch vom Dienst an der Sittlichkeit. Denn damit werden nicht nur Mängel behoben, sondern wahrhaft aufgeschaffen, die in gleicher Weise Juden wie dem ganzen deutschen helfen Nur auf diesem Wege Erachtens auch die gesellschaftgen zwischen den deutschen Juden weit auf gesunder Grundlage in er Weise geregelt werden können, stecken, ist weit leichter, als den Stand der Dinge zu zeigen. Das sich jeder statistischen Erfassung, es noch völlig unerforscht. Jeder nen Wahrnehmungen, ohne sich daß er den zufälligen Ausschnitt, den er übersieht, unzulässig verallgemeinert. Ungezählte Male hört man die Meinung, daß die Kreise sten nur ausnahmsweise berühren. Und doch ist das wohl unzweifelhaft falsch. Allein die gewaltige Zahl der Mischehen widerlegt die Behauplung. Ueberdies gibt es unzählige wirtschaftliche, politische, kollegiale und ähnliche Beziehungen, die 4ich keineswegs auf ihre Ent^ sfehungsursach; beschränken. Daß die sich selbst so nennende gute Gesellschaft auf rein jjeselligem Gebiete vorzugsweise judenfrei ist, übersehe ich keineswegs.! ( , Mehr a|s diese völlig unzureichenden Anden-* tungen vertrag ich leider nicht zu bieten> Ich halte es indessen für wünschenswert, daß dieses wichtige und interessante Gebiet gründlich erforscht wird. Vielleicht gibt die Großtoge durch ein Preisausschreiben den Anstoß dazu. Auch die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden, der Einfluß der'Umwälzung,' in der wir uns nodh limmer befinden, auf die Gesamtheit des deutschen Volkes und seinen jüdischen Bestandteil, sollte den Gegenstand Wissenschaftlicher Untefsuchung bilden. Zur Zeit . werden nur wertvolle Vorarbeiten1 möglich '• sein. Erst, wenn wir jdie^ akute Krisis hinter uns. haben, kann die Bilanz des Krieges, der Inflation und ihrer Folgert gezogen werden. Schon jetzt aber darf die Behauptung als falsch bezeichnet werden, daß nicht auch deutsche Juden zu den Opferndieser Epoche zählen. Zu ihfer' Widerlegung reicht der Bpobachtupgskreis jedes einzelnen aus. Hätte sich djetraditioinelle Auffassung der Familienpflicht nicht bewährt, so würden, die Verluste weit sichtbarer in Erscheinung treten. Diese Folge ist für. jeden nicht völlig-Verblendeten selbstverständlich. Ebenso klar ist, daß die Angehörigen der freien Berufe und die Festbesoldeten in unseren Reihen ihr erspartes Vermögen und ihr Erbgut nahezu restlos verloren haben. Denn sie hatten keine Möglichkeit der Substanzerhaltung. Interessanter wird es sein, die Veränderungen in den Verhältnissen der Käufleute und Industriellen zu klären. In "den nächsten * Jahren wirdj es möglich und geboten sein, Fest-, Stellungen du treffen. Daß die Arbeit nicht leicht ist, verkenpe ich keineswegs. Aber sie muß gründlich und gewissenhaft 'geleistet werden. Denn auch {diese Aufgabe gehört zu den soziologischen Problemen, von den^n mehrfach die Rede war. Daß die hier nachdrücklichsj geforderte sittliche Beeinflussung auch auf wirtschaftlichem Gebiete mannigfacher Auswirkung fähig! ist, möchte ich nicht unausgesprochen lassen. Die schädigende: Einwirkung der,Verwilderung auf dieGeschäftiiethik ist allgemein bekannt. Besonders möchte ich aber noch hervörh£ben, daß Einfachheit in der Lebensführung, sparsames Wirtschaften und vor allem Strenge gegen sich selbst sittliche, 139

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