Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1924-08-01 · Nr. 9/10 - August (8.1924) · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 9/10 - August (8.1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6727475-6029118-6074602--0577-4867247
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

rung der Logengeschäfte erbracht, so daß der Mentor Br. Leszynsky, aus dem Geschäftsausschuß bekannt, ein erprobtes Kollegium vorfindet. Den gesamten Beamtenrat eint und kennzeichnet eine Gemeinschaft im Geiste und ein Idealismus, der das Motiv zur Neugründung bildet Und diese Neugründung will Neuland suchen im Logenleben. Dazu gehört vor allen Dingen schlichter, einfacher Brudersinn und Wohlwollen, - das zur Freundschaft führt: ein jeder soll des anderen Lehrer und Schüler zugleich,, sejn. Wie Br. Kahn in einem seiner Bücher schon einmal hervorgehoben hat, werden uns die Schätze des Judentums in einem flüchtigen Religionsunterricht gereicht, nicht in Schalen der Begeisterung kredenzt. In der Loge, da ist nuA Gelegenheit« den Brüdern Ambrosia zu reichen, frischen Nektar in schäumenden Pokalen aus allen Gebieten der Weisheit. Dabei aber sollen die alten "Formen nicht gestürmt werden. »Deine Satzungen, o Herr, sind uns zu Liedern geworden,« Sang einst König David; möchten auch die ' Leiter der neuen Loge alle Logenarbeiten und Verhandlungen zu Liedern gestalten, zu köstlichen Darbietungen der Erholung und Erquickung; möge die. gesamte Bruderschaft •mitsingen können, wenn in der Loge das hohe Lied des Menschentums angestimmt wird. Aber wie Jehuda Halevi in seinem »Kusari«, lehrt, daß im Judentum Gesinnung und Tat zusammenfließen, so möge auch, in der neuen Loge die Gesinnung Taten ‘zeitigen, sie möge Lfcht verbreiten und das Dunkel erhellen; wie im Tempel Zu Jerusalem möge die heilige Flamme der Ber geisterung in ihr als ewiges Licht brennen! Dann wird Jehuda Halevi unvergessen bleiben. Ein heiliger Ernst, und tiefe Ergriffenheit lag sichtlich während der Weihrede von Br. Baeck und bei den Mahn- und Hoffnungsworten von Br. Stein auf den Gesichtern aller Anwesenden und insbesondere auf denen der Brüder der neuen Loge und dem vergeistigten Antlitz ihres Präsidenten; und ein jeder war wohl gespannt auf das, was Br. K a h n antworten, was er' über die neuen Wege zur Erreichung der alten Ziele sagen -würde. Zunächst begleitete Br. Timendorfer die Ueberreichung des Freibriefes und des Hammers auch seinerseits mit einigen Worten der Mahnung und der Hoffnung. [Er erinnerte den Zionisten Kahn an^das ihm fauch [persönlich gegebene Versprechen strengster Neutralität, wie Lögen herrschen muß; er bat um Zusammenschluß aller Kräfte zu einem »Stein« nach der Legende die Steine unter Jakobs Haupt sieh zu einem einzigen verschmolzen hatten, und^ fejerte schließlich die siebente Berlin* t Loge alsy die Sabbat-Loge, aus der Logen-Personlichkeiten hprvorgehen möchten. Es folgten üe Glückwunsch-Ansprachen der vertretenen yerbände: Bt- Daniel sprach im Namen der ^echs Berliner Logen, Br. P o s n e r - Cottbu »j für den Nprdostdeutschen Verband, V e i t - S i m o n für d< n Hessischen, ß e e r m a n n - Heilj)ronn für d< n Südwestdeutschen, Max W o 1 fjf - Breslau für den Schlesischen, Mayer - Müncnien für den B lyrischen, Spitz- Leipzig für den Sächsischen sie in den wie einst J als Und in otto, mit uid K a h I b e rg-Halle für den Mittel Dann erteilte der hochwürdige Gr dem Präsidenten Kahn das Wort in verständlichen Voraussetzung, daß jenfl sprechen wolle; und dieser führte gendes aus: •»- Er geht aus von dem Begriff dy Zeit d;r Macht, die stärker ist al^ alles! dieser »Zeit« | ist Vergänglichkeit, das dem die Kapitel des Lebens überschrjäeben sind. Freilich wehrt sich das Leben gegen c iese Macht der Zeit; aber nur das bleibt bes ehen, was andelbar ist Der Wandel ist das )Vahre, das S|arre stirbt. Die Teraphim von ater, die Götter Griechenlands,, sie stürzt und vfc>n den Säulen gefallen, ch Marmorköpfe, ebenso wie die r großen Meister ein Raub der Jahrhunderte worden sind; sie waren picht wandelbar, nders die Grundidee des Judentum», das den Alenschen den Weltenschöpfer (gegeben hat, die Anschauung des weltbejahenderf (ßptimfsmus: und er sah, daß es gut wari. Diuse^Grundiilee des Judentums von dpm ni:ht auszusprechenden, picht zu ahnenden höchsten Wesen, sie ist unsterblich, denn sie ist wandeibar. Wie, wo und wem es sich geoffenpart, o> Abraham auf Moriah, ob Moses auf Sinai, ob der Propheten den I irchen des i 1 ihren Traumgesichten, ob in Christentums oder den Moscheen vc n Stambul, c b den mittelalterlichen Forschern bis :u Spinoza, i berail blieb die Urform des Gottes >egriffs die «Itjüdische dies Unerforschlichen,"’ [les Nichti uerforschendCn, sondern nur zu Verehrenden. — 98 - leutschen. ipräsident ler selbstnunmehr etwa fol- Abrahams sind geheut nur Madonnen i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.