Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 7/8 - Juni/Juli (6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 86 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Loge und Kjunst| ‘Von ßr. Dr. Alfred Gol^schmidt. Die Herausgabe unserer Kunstnummer, die als Festnummer zum (jr lenstage Oktober 1923 erschien, hat auf dem Gebiete der Kunst und ihrer Einfügung in dije Logen lebhaftesten Widerhall ausgelöst und mannigfache Anregungen gezeitigt In einer ganzen Reihe von Logenstädten wurden Kunstausstellungen von Werken jüdischer Künstler veranstaltet (Berlin, Stettin/ Breslau,' Magdeburg, Frankfurt ä. M., Chemnitz)'. In andern Logenstädten, wie Lübeck, sind Kunstausstellungen in Aussicht genommen. Eine Loge hat uns Mittel für einen Kunstfonds zur Verfügung gestellt. Von Br. Leo Horowitz- Frankfurt a. M. sind uns Entwürfe: zur künstlerischen Gestaltung unserer Logenhämmer eingesandt worden. Eine Loge hat Veranlassung genommen, durch eine Malerin ihrem Logensiegel eine individuelle Form zu geben. Besonderen Widerklang hat in einzelnen Kreisen der Gedanke gefunden, eine Wanderausstellung von Werken, jüdischer Künstler im Interesse der kleinen oder mittleren Logen zu veranstalten. Für diesen Gedanken haben sich einzelne Brüder stark eingesetzt, namentlich hat Br. Kronänberger - Mainz in bereitwilligster. Weise eigenes Material zur Verfügung gestellt. In Berlin Sind Atelierbesuche bei Künsß :rn ausgeführt worden. Auch Bilderkauf erfolgt«. Der Gedanke unsere Abgangs- und Reisekarten in künstlerische Form zu bringen, ist aulgetaucht und Unsern Künstlern nahegelegt worden. Alle diese! Dinge bedeuten eine Förderung vor Kunst und Künstlern, für die letztere besonders dank: ' bar waren, aber auch eine Bereicherung des Logefilebens. Die Loge wurde mit neujn Gedanken erfüllt. £ £ Kunst ist nicht bloß ein Aeußeres, S chmuck^ Ornahient, Fassade, (sondern ein Element des Lebens, ist das Leben selbst in seinei tiefsten und ergreifendsten, ja in seiner erh ibensten Fomt, insofern sie geeignet macht, aus der Verhäßliphung des Lebens zu seiner Schönheit zu gelangen. Darum bedarf das Gebiet »Loge und Kun$t< keiner besonderen Rechtfertigung. Es ist Einfach Erfüllung der Forderung unsres Rituals, »Wissenschaft und Künste zu unterstützen. i . r i m Richtlinien zür Förderung von Kunst und Künstlern in den Lpgenr Nach Vorschlägen der Brüder Leo-Horowitz, E. M. Lilien, Jacob Pleslsner, Hugo Will herausgegeben vom Kunstaus|schuB der Großloge. '1. Wer wirklichen Nutzen und dauernde Freude bei der Wahl eines Kunstwerkes haben willy klammere sich nicht an Namen Prominenter, sondern wähle das Werk und den Künstler, dessen Art ihm am meisten zusägt, d. h. zu seinem Innern spricht. Wirkliches Verständnis soll durch den Kunstausschuß der Großjoge geweckt und gefördert werden. Dieser Ausschuß steht in'regem Connex mit den der Loge aingehörenden Künstlern, die er zur Mitarbeit auffprdert, er hat das Recht der Cooptation geeigneter Persönlichkeiten in besonderen Spezialfragen.: Der Kunstausschuß hat die Aufgabe, heifetid, beratend und richtunggebend zu wirken auf c ie Logen sowie auf die Kunstausschüsse der einzelnen Logen bei ihren kunstfreundlicfien Betätigungen. Er soll darauf achten, caß die Kun$t im Logenleben genügend;u ihrem Rechte komme. Das soll erreicht w|eriden dadurch, daß t^nberg a)!in den entsprechenden Ausschüssen nach Möglichkeit Künstler-Brüder vertreten sind und anregend wirken, b); durch geeignete Referate, Vorträge über das. Wesen der'Kunst, einzelne Kumtepochen, Kunstarten, Künstler usw., - 36 - i ' I