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Der Orden Bne Briss · 1924-05-01 · Nr. 5/6 - Mai (5.1924) · p. Seite 48

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 5/6 - Mai (5.1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 48 (sequence 6)
Language
German
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früher, wo alle Brüder mit verschwindenden Ausnahmen mehr oder weniger sich in einer gewissen gehobenen Lebensstellung befanden, »gefühlsmäßig« an. Jetzt aber ist durch die Folgen der Nachkriegszeit, wie oben erwähnt, . der Unterschied zwischen arm und reich innerhalb der Bruderschaft nun einmal gegeben; er ist sogar schärfer, brutaler vorhanden als zuvor, und wir können diesen Unterschied nicht leugnen. F|alsch aber wäre es, die Brüder deshalb als einen höheren oder geringeren Klasse angehörig zu betrachten. Auch im bürgerlichen Leben leisten wir verschieden hohe Steuern, sind aber trotzdem gleichberechtigte Bürger. b) Em zweiter Scheingrund ist: »Man .wolle keine die wirtschaftlichen Verhältnisse offenbarende Vermögens-! oder Einkommeneinschätzung innerhalb der Bruderschaft« Hier liegt ein Irrtum auf seiten der opponierenden Brüder vor. Die Einschätzung zum Zwecke der Staffdung des Logenb ritrages hat nicht das mindeste mittler bürgerlichen Steuereinschätzung zu tun. Einmal kann uti d soll die höchste Staffel des Logenbdtrages so n iedrig gehalten werden, daß auch für die orientierten Finanzbeamten nicht erkennbar wird, ob der die höchste Staffel zahlende Bruder .ein großes oder sehr großes Vermögen oder Einkommen hat. (Z. B. höchste Staffel pro Viertdjahr 30 Gold mark.) Sodann ist aber für die Sdbsteinschätzpng zum Logenbeitrage eine Reihe anderer Grundsätze maßgebend als für die bürgerliche Steuer, z. B. Alter des Bruders, Verpflichtungen gegenüber der Familie oder anderen Nahestehenden, Beiträge zu gemeinnützigen Instituten, zu deren Zahlung keine Rechtspflicht besteht, d ie der Bruder aber gleichwohl leistet, Unterstü zung eines gerade von dem betr. Bruder besonders protegierten j^nstitutes usw. Einige Logen haben auch die Selbsteinschätzung bereits durchgeführt, wobei hervorgehoben wird, daß die Angabe einer begrenzenden Staffel also l(z. B. 5 Stufen zwischen 2 bis höchstens 10Mk. monatlich) notwendig ist, um den Brüdern einen Anhalt für die Selbsteinsdiätzung zu geben und nicht etwa den Verdacht auf kommen, zu lassen, als ob man J bei -den besonders Zahlungsfähigen auf Selbst- ~ einsbhätzung in phantastischer Höhe rechnet. Die»Kant Loge Königberg hat mit der Selbsteinschäuung nach Staffeln genannter Art die besten Erfahrungen gemacht und ausdrücklich bestätig! dal! die Gebefreudigkeit der! Brüder aus Anlaß von Familienfestlichkeiten Und dgl. in keiner Weise gelitten hat Ab^r au< :h die 3 Breslauer Logen z. B. haben die Staffelung, verbunden mit der Sjelbsteinschätzung eingeführt und günstige Resultate erzielt, opwohl es sich bei den Breslauer Logen um sogenannte große Logen handelt, bfi denen die Verhältnsse des einzelnen Brudefc nicht ohne, weiter«s »stadtbekannt« sind, t^ie Breslauer Lojgen verfahren kurz nach folgendem Modus: Fünf Abstufungen der Beiträge, die viertdljährii ch im voraus in Goldmark nach dem DolUrstaniie des Zahlungstages zahn>ar sind (Stufen von 1 — 12 Mk., jetzt wahrscheinlich höhe). ' .eder Bruder bestimmt selbst durch eine dem (Finanzausschuß abgegebene Erklärung, in welcner S ufe er seinen Beitrag leisten will. Werj im Verzüge ist, wird vom Ausschuß veranlagt. > per »us den Finanzbeamten und 5 weitered gew ählten Brüdern bestehende Veran- . laguhgsaukschuß prüft die Erklärungen der Brüaer nach. Kommt er zu der Uebetjzeugung, ' daß nie Veranlagung in auffälliger^ Missverhältnisse zur! Vermögen oder Einkommen des Bruders steht, so hat der Vorsitzende des Ausschusses den Bruder in geeigneter Weise darauf hipzu weisen; event. wird an den Präsidenten dfer Loge berichtet, der weiteres veranlaßt.« I Der Modus der Breslauer Logen wird im allgemeinen zu gründe gelegt werden können. Je nach dei Verhältnissen der einzelnen Logen wird jder V eranlagungsausschüß auch aus dem Beamtenrat, aus Mitgliedern des UnterStützungsausschusse: oder auch aus kooptierten Mitgliedern eines etwa bestehenden Ausschusses für innere Propaganda sich zusammensetzen. Ebjenso wird die Ruckspr »che mit dem Bruder (in großen Logen) nicht gerat e vor dem Vorsitzenden des Ausschusses, sondern durch ein jeweilig delegiertes Mitglied errolgen können. Ich schmeichele mir nicht, daß meine Darlegui igen dis Thema in jeder Hinsicht erschöpfen. Ueber das subjektive Moment der »Empfindlich- 48

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