Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 3/4 - April-Mai (4.1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 33 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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ihr Wohltun in richtige Bahnen zu lenken. »Ach, wo in der Welt geschieht jetzt mehr Torheit als bei den Mitleidigen!« (Nietzsche.) Braucht man auch Konsequenz zu ziehen will, noch stoßen«, so unserer Wohltätigkeit Förderung der g e s u nicht gleich die äußerste und »alles, was fallen muß doch und mehr bei an die Veredlung und n d e n Jugend gedacht werden, an die Aufzucht frischen neuen Lebens gegenüber bisher oft gefühlsmäßig bevorzugter Unterstützung von Siechenhäusernj, Taubstummenanstalten, Irren a »Baut Häuser für'die Gesunden, nicht nur für die Kranken.« Jede Loge ist verpflichtet, einen eugenischen Ausschuß zu bilden,! der die Brüder und Schwestern — welche letztere unbedingt auf diesem Oebiet nicht fejhlen dürfen —-i über alle auf dem laufenden zu 1 »Ertüchtigungsfragen« halten hat. Er muß Sonderausschuß — bindung mit den regelmäßig — auch dem Bericht erstatten1, die Verabhalten und diese am Ort befindlichen Jugendvereinen, vor allem denen des Frontbundes — aufrecht erhalten; Vorträge vor der Jugend öfter wie die Eltern — mit eugenischem Pflichtbewjißtsein zu erfüllen suchen. (Oie Kraft jedes Mannas gehört seinem Volke.) Unendlich groß ist die Zahl der eugenischen Probleme, die sich vor und mit der Jugend erörtern lassen; jede Loge hat geeignete »Lehrer«. Die Logen müssen alle eugenischen Bestrebungen natürlich au ch materiell unterstützen. Z. B. Ferienkolonien, Wanderklubs, Ruder- und Sportvereine, Schrebergärten, Tyrn- und Sportplätze. Eisbahn harten für unbemittelte Geschäftsjugend, besonders für die Büromädchen usw«, usw. Anlage dner Bücherei mit diesbezüglichen Werken. (Anleitung wird auf Wunsch der Sonderausschuß der Großloge geben.) Sehr wichtig ist die Förderung des Handfertigkeitsunterrichts. (Schaffung einer Berufsmöglichkeit für manche junge oder ältere Dame als Lehrerin.) Die Förderung der bei uns Juden so sehr vernachlässigten manjueilen Geschicklichkeit wird oft manche »Befähigung« entdecken und dann zur richtigen Berufswahl verhelfen. In diesem Zusammenhänge möchte ich für größere Orte die Einrichtung von Jugendpflegen! bezw. Pflegerinnen anregen event. von — horribledictu — Fecht- und Boxlehrem. (Auch für Erwachsene!) Daß jede Loge einen Ertüchtigungsfonds schaffen muß, ist Ehrensache. , - Lichtbildervorträge über »Körperliche Ertüchtigung« sind oft ebenso wertvoll wie Darbietungen musikalischer oder literarischer Art.1 Vielleicht empfiehlt sich auch die Vereinigung r benachbarter Logen zu Zwe'clcverbänden, betr. gemeinsame Förderung eugenischer Bestrebungen ~ (Wandern, Herbergen, Sportbetrieb,. Ertüchtigungsheime). . Notwendig ist regelmäßige Berichterstattung itn Logenorgan über alle-diesbezüglichen Fragen; Referate über Zeitungsartikel,'Veröffentlichungen des in Einzellogen Geleisteten -usw., usw. - Schließlich empfehle ich ein P r e i s a u s - schreiben für das beste Buch, das jn allgemein verständlicher, besonders die Jugend fesselnder Form alle diesbezüglich wichtigen Probleme behandelt. Dies preisgekrönte Buch müßte dann in größter Massenauflage, verbreitet werden — gibt es doch kaum eine Vereinigung,, die nicht daran Interesse , hätte. Und schließlich müssen die »eugenischen Ausschüsse« die Geistlichen und Lehrer auf.die Wichtigkeit dieser Fragen hinweisein, damit im Religionsunterricht, im Jugendgoftesdienst usw. der »Lehrer« sie mit verantwortlichem kassenbewußtsein erfüllen kann. »Gib mir die Jugend —ich schaffe ein Jahrhundert« (Leibniz.) 1 Die Logen können hier unendlich Qutes .. leisten. , Gelingt es durch die Ausschüsse, die alten seit Jahrhunderten uns schützenden Kräfte;* Mäßigkeit, vernünftige Lebensweise usw. wieder zu beleben und systematisch zu steigern, gelingt , es ihr, auch die nicht zur Loge gehörige männliche und weibliche Jugend ebenfalls mit.'eugehischem Bewußtsein zu durchdringen — dann braucht uns um die Zukunft nicht bange zu sein. Die neue Jugend ist selbständig geworden — auch im besten/Sinne und sie.- wird — bei richtiger Anleitung und Förderung — bereitwillig mitgehen. Sie weiß, daß . das Schicksal des einzelnen das Schicksaldes Stammes ist. Sie ist erwacht — wir brauchen sie nicht mehr aufzurütteln.