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Der Orden Bne Briss · 1924-01-01 · Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924) · p. Seite 12

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 1/2 - Januar-März (1.1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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haben und sich allseitiger Beliebtheit erfreuten. — Ebenso beweisen die zahlreichen Dankesbriefe erfreuter Eltern, wie wohl den Kindern der Aufenthalt in Herrenalb bekommen ist. — Die Augustin-Keller-Loge in Zürich, hat sich, das darf hier ausgesprochen werden, im Bezirk unseres Deutschen Ordens und in den Herzen viele}- dankbarer Jungen und Mädchm und ihrer Eltern ein unvergängliches Denknal errichtet. J Dr Julius Strauss i Kinderaizt, Mannheim. L. L. Zamenhof ' Von Br. Dr. O r »Ein Unsterblicher ist gestorben. Ein Held des Kampfes ist in den ewigen Frieden eingegangen, kein Kriegsheld, keine kriegerische Ehrenwache stand an seinem Sarge, keine Ehrenschüsse krachten über seinem Grabe, wie jetzt Tag auf Tag über Tausenden von Gräbern in dem blutgetränkten Europa.. Nie, solange die Welt steht, starben so viele wackere Männer den Tod, den man den Heldentod nennt. Wer achtet da auf « einen schlichten Friedenskämpfer, der mitten im Weltgetümmel die von Leid und Mühen geschwächten Augen für immer schloß? Und doch, wenn von all den Gräbern der in blutiger Schlacht Gefallenen kaum eine Spur geblieben ist, wenn ihre Ruhmestafeln von Erz' und Marmor verwittert sein werden, dann wird man noch den Namen Zamenhof nennen und wird ihn umkränzen mit-dem nimmerwelkenden Lorbeer des schöpferischen Friedenshelden.< Der Mann,'bei dessen Tod Heinrich Nienkamp diese Worte geschrieben hat, ist der Jude Zamenhof, einer der größten unseres Stammes, die jemals, gelebt haben, aber die Mehrzahl seiner Glaubensgenossen kennt nicht einmal den Namen dieses Unsterblichen, geschweige denn seine Bedeutung und sein Werk. Dabei hätten gerade wir Juden, denen doch jede Verirrung eines einzelnen als Schuldposten der Gesamtheit aufgebürdet wird und denen es vor allem an Selbstbewußtsein,, an Stolz auf die eigene Rasse fehlt, ganz besondere Veranlassung, uns und andere an die großen Männer zu erinnern, di? aus jüdischem Blute entsprossen sind. Besonderen Grund, Zamenhofs gerade in diesen Blättern zu gedenken, bietet die Tatsache, daß er den tragenden Ideen unseres Ordens, der Bruderliebe und der Eintracht, begeisterter und beredter Herold gewesen ist. Sein Hauptber 186? bis und Medj Deu f Reich geboren hte von m 1874 arschau Hochschulen un4 sein Werk. t h a 1 -I Nürnberg. werk, die Schöpfung der Espers ntosprar he und die prweckung einer den ganzen Erdball umschi eßenden Weltsprachenbewrgung, War ihm nicht Selbstzweck, sondern Ausf uß seimjr gewaltige^, von Güte und Menschenliebe über^trömen den Persönlichkeit. i Ludwig Lazarus Zamenhof i st am 15, Dezem- 1859 in der damals zum russisch gehörigen polnischen Stadt Birlystock als - Sohn eines Sprachlehrers. Er bes an die Realschule in Bialystock, 1879 das Gymnasium in studierte an verschieden zin. In seiner Heimatstadt Bialystock leben sehe, Juden, Polen, Russen in strenger Abgeschlossenheit voneinander; jede diesejr Volksschichten spricht ihre eigene Ssrache and führt ihr Sonderleben. Schon in seiner frühe n Jugend gew inn Zamenhof die Ueberzeugung, daß die Verschiedenheit der Völker, der Staatsangehörigkeit, der Religion und der Rasse die Menschen nichi so trennt wie die Veiischiedepheit der Spraphe; durch Schaffung einet) neutralst, einer Einhteitssprache hoffte er diqse Schranke zu bese tigen und damit allgemeiner Mehschheitsverb üderung die Wege zu ebner!. So beschäftigte er s ch schon am Gymnasium eifrig) mit dem Bau einer auf die Gesetze der europäischen Lancessprachen gegründeten Kunstsprache, wobei i im seine umfassenden Kenntnisse älter und neuer Sprachen sehr zustatten kamen) Schon hn Jahre 1878 hatte er einen vollständigen Entwurf fertiggestelit,- der zwar bei seinjen Schulkam« raden stürmische Begeisterung, j bef den Freuaden seiner Familie und seinen Eltern aber die liefürchtung hervorrief, daß er geisteskrank sei oder es zum mindesten werden müsse. So 12

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