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Der Orden Bne Briss · 1923-10-01 · Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923) · p. Seite 123

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923)
Date
1923-10-01
Page
Seite 123 (sequence 27)
Language
German
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Von Friedhöfen und Grabstätten.** ' > l Von Br' Friti Haymann, Architekt d.A. (Mbirtefiore-Loge). Warum ich; von Friedhöfen und Grabstätten sprechen will? Weil mein Beruf als Architekt mit der Planung von Friedhöfen und Orabstätten verbunden ist;j dann aber auch, weil unsere Friedhöfe, so gepflegt sie sein mögen, ein Sammelplatz von nichtssagenden, aber bei dem Publikum Hajrmi Berlin, Friedrichsgracht ungemein beliebten Grabsteinen sind. Wenn es daher berechtigt ist zu fragen, warum unsere Friedhöfe so arm an g den Grabsteinen $ind, so kann man leider nur sagen, daß unsere Mitmenschen unbelehrbar sind und von dbm falschen Glauben ausgehen, dalj schöne Formen jjn Grabsteinen besonders zu bezahlen sind, und! daß die .Kunst unttr den Begriff iLuxus fällt .und mit einer Sondersteuer belastet ist. j ’) An den Aufsatz: lEhrunjj jüdischer Krieger von Br. Architekt [Wilhelm HMler, L<?ipzig-Loge, Bericht der Großloge No. 9, Dezemper 1918, sei an dieser Stelle erinnert. — (Red Die Anlage unserer älteren Friedhöfe * ist eng n^it der Geschichte einer jederi Gemeinde verknüpft; bestimmte Pläne, nach «■denpn alles entstand, sind)'in den wenigsten Fällen vorhanden. Abgesehen von der (Lage an dem höher s gelegenen Teile des Ortes ist im all-' {gemeinen die Planung nach, einem gewissen! Schema erfolgt, wobei Geschick- ‘ lichkeitj und ästhetisches Empfinden; der mjt der Aufgabe ehrenamtlich Be- ■ trauten1 wesentlichen Anteil hatten, pnd es zeiigt von dem weiten Blick " jener j Männejr, daß der Raumbedarf für Jahr- , zehntel und m^hr sichergestellt wurde.; Ander , gestaltete sich die Anlage, und Erweiterung der Friedhöfe in großen Ge-; meinden. Neben dem natürlichen Wachs-! tum der Gemeinden tritt der Zug nadi dem großen Ort in Erscheinung. , Immer weiter wurde der Weg, den, die Toten zu ilirer letzten Ruhestätte' zurücklegen müssen. In Berlin z. B. kann man diese Wanderung der Toten aus der inneren in. die äußere Stadt durch Jahrhunderte verfolgen. Wie Mahnungen begleiten uns ms dieser Zeit die Grabsteine, deren kiins tierische Erscheinung zu dem Besten gehört, was uns aus jener 'Zeit erhalten blieb: die Grabsteine jener «Zeit atmepi den Geist der damals Hoch entwickelten Baukunst. Die Grabsteine, zeigen neben den straffen Formen künstlerische Ausbildung; die hebräische Schrift, deren Lettern sich wie keine dfere Schrift als architektonische^ Motiv verj [enden lassen, wirjd neben wenigen bildlichen j äiistellungen zum wesentlichen ornamentalen! Sthmuck. Als Material bevorzugte man denj Spndstein, im Aufbau in den Anklängen der damaligen Formensiprache. L Die großen (Kriege .das vorigenJahr-; Hunderts brachten (neuen Reichtum, aber auch, epe Reiche, den^n Ueberlieferung der- Kunst i(}ht vie galt, i Diese Stellungnahme nach ußen prägte sich ganz besonders' in dem ultus gegen die (Toten aus, indem an Stelle „ijnlnstleriscHer Fojmen und heimischer* Matei 123

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