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Der Orden Bne Briss · 1923-10-01 · Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923) · p. Seite 122

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923)
Date
1923-10-01
Page
Seite 122 (sequence 26)
Language
German
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jüdischer Sakralkunst entdecke*) mit hohem lewölbe über dem lichten, in spätbarocken normen gehaltenen Innenraum, dessen schönste Jierrate der Tachauer Vorstand als Trödlerware bewerten schien. Diese aber, ein reich ge- :hnitzter heiliger Schrein mit dem Prospekt eline's Kirchenaltars jesuitischer Formenfreudigkeit, sowie vier prächtige geschmiedete Gitter des Ehemaligen Almemor sind von mir beim Neubau /Jeder verwendet worden.**) t)er spätbarocke irundton des Schreines war für die gesamte Ausgestaltung des Innenaumes maßgebend., ietät, Formenschön-' it und Geldersparnis konnten hier zur Einheit verschmolzen werden. Endlich bot sich mir ‘ fast gleichzeitig an dritter Stelle Gelegenheit, diese Grundsätze ins Große — auf den Gesamtbäu auszudehnen, als mir der Auftrag wurde, in Pinne (heut Pnijjw) in Posen die baufällige, damals lOOJahreklte Synagoge aus holkfach werk zu restaurieren. Das Bauwerk, einst für eine stattlich^, seither stark reduzierte Gemeinde errichtet,erwfessichals Synagoge Pinne zu grolj5‘,die Frauengaleriean der Westseite hingegen als zu klein undeudem stark baufällig mit schwer gangbarer Treppe. Es-waf naheliegend, den Bau durch Abtragen des west‘seftig£n Drittels zu verkleinern und an dessen Stelle,eine Wochentagssynagoge mit zwei Vorhallen, Kleiderablagen usw, . i Zeichnerische -Aufnahmen intdes Verfassers Syna- 4.'”t,-ntypen vom 11—’U. Jahrhinidert . Berlin BJ15. Vergriffen.) Dieser Typus wurde in verschiedenen Orten des Egerer Bezirks, vorgctnnden und dort beschrieben. ' i Vgt. Abb. Synagoge Tschau. Es ist fast zweifellos, dal) dieser Schrein vordem, Kirchflrjalta-r war. Die S\nagoge in Netizedlisch f»t 17$S voller iiet,. der Altarijedenfalls älter zu errichten. Der noch immer zu große Hauptraum wurde an den Seifen durch eingebaute, etwa 1 m hohe Estraden ftW die Frauenpfätze weiter cingeschnürt und nach Erneuerung schadhafter Bauteile und Einbau einer jSammelheizupg ein allen Anfor derungen genügendes modernes Gotteshaus ge schaffen, alles füf die verfügbare Bausumme vor 30000 M. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß dien alles kaum möglich gewesen wäre ohne das große Verständnis, das (fer damalige Gemeindevorsteher, Herr Alfred Marfcus, diesen Bestrebungen entgegengebracht hatte. Denn hier wie npcli in einem späteren Fall z meiner Praxis gjdt e» einen Kampf gegen die Meinung zahlreiche r I Gemeindemitglieder, j die das Ideal e nes jüdischen Gotteshausles j noch immer in einein Kuppelbau sahen, i n rhaurischer, zuminde;t äber romanischer For-j mengebung. . | Wenn der Verfasse^ im Vorstehenpen nige Fälle praktisc! jüdischer Denkmals pflege einem £ rößerp Kreise von Orde brüdern vcrgefühijt hat, so geschah es in der Absicht; deren Aufmerksamkeit nefir nls es bisher geschah auf die Verständnisur d pietajtvolle Erhaltu lg jüdischer Altertümer zu lenkejn und Pietät füdiese dort zu wecken, wo bislang das Verständnis hierzu mangelte. Unse r Orden, der auch die Pflege für Kunst und Wissenschaft auf seine Faf ne geschrieben hat, erscheint darum besonders berufen, diese Ideen zu propagieren und auf dieiem praktisch-künstlerischen Gebiete erziehlich, anregend und vermittelnd zp wirken. B r e s I a u / im juli 1923. Alfred Grotte ''TT 122

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