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Der Orden Bne Briss · 1923-10-01 · Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923) · p. Seite 106

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923)
Date
1923-10-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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Zeit nicht ganz rein durchgeführt wurde — man denke an die Cherubim über der Bundeslade oder später an das »Eherne Meer«, das als ein Wasserbecken auf dem Rücken von Stieren ruhend geschildert wird — so hat es neben anderen -Gründen, wie z. B. Ausschließung der Juden von Handwerk und Kunst in vielen Ländern während des ganzen Mittelalters, bewirkt, daß sich bei uns Juden bis zur neueren Zeit in der freien Kunst kein Feld für die Betätigung fancj- Denn die großen Aufgaben, die dem bildenden Künstler anderer Völker in der Ausgestaltung von Tempeln, Kochen, Palästen, Grabstätten u.s.f. mit figuraler Kunst gestellt wurden,'beschränkten sich bei uns auf die Ausschmückung der Gotteshäuser durdh fast nur ornamentalen Schmuck. Auf diesem öebiete, also dem der angewandten ' Kunst, haben unsere Vorfahren sicherlich Eigenartiges geleistet. Die bis ins Einzelne gehende Beschreibung von Bau •' und Ausgestaltung des Stiftszeltes beweist, daß schon in der Wüstsenwanderung jüdische Künstler — wie sie dort genannt werden: Männer Z weisen Herzens —. die Kunstübung 'der Weberei und Metallbearbeitung verstanden haben müssen. Weder aus dieser noch aus der späteren Zeit im Lande Israel ist uns etwas Authentisches von all diesen Geräten bekannt; auch die neueren Ausgrabungen in Palästina haben noch nicht viel Wesentliches zu Tage gefördert. Der siebenarmige Leuchter ist jedenfalls eine originelle Schöpfung jüdischen Geistes — die bekannte Nachbildung auf dem Titusbogen dürfte m. E. dem Original nur in den großen Formen nahe kommen.. Zum Bau des ersten Tempels wurde, wie berichtet wird, ein nichtjüdischer Baumeister berufen; ob spätere Tempel- und * Synagogenbauten von jüdischen Baukünstlern geschaffen worden sind, steht nicht fest Kultusgeräte für Synagoge und Haus sind sicher von alfersher vielfach von Juden gearbeitet worden, und es wird wohl damit hängen, daß sich im Orient noch heu zus immer - e viel e n Juden mit Metallarbeiten beschäftigen. Während in den mitteleuropäischen Ländern zum großen Teil die Juden von der Betätigung im H. ndweik ausgeschlossjen waren, gab es in Italien, Spanien und Holland jüdische Goldschmiede. .Weberjei und Stickere fanden Aufgaben in jder Hei Stellung von Thoravorhängen, Decken usw. urd auch hier ist ein Zusammenhang mit der vielfach bis heute von |Frauen im Hause geübten Kunstfertigkeit inldiesen Techniken sicher vorhanden. Die Schrift^unst fand durch die laut Gesetz handschriftlich zu erfolgende Herstellung von Thorarollen, Mesusaus u. a. m. eine Ausbildung, die sich bis heute erhalten hat, und die in der Herstellurg von handgeschriebenen und illuminierten Ex :mplaren - der Megillah, Hagadah usw. eine , Buchkunst von hohem*Raiige ge- Plakette Le<f Horovitz schaffen hat. ist bisher nich stimmtheit inwieweit die rische Ausgesta Juden geleistet Es ist aber wohl anzu nehmen, daß mancher jüdische »Schreibier künstlerische . Mit der Erfindung druckes ding eine Entwicklung der hebräischen ienischen Frühdrucken ganz Ausgezeichnetes herv|>rbrachte. tj si hier bewiesen hat. Auch hier mit Befe^tgestellt, künstletung von wurde. seine Fähigkeit es Buchaus den Gedruckt| sind diese Bücher von Jud^n, Randleisten u^id der sonstige illustrative Schmuck stammen | aber oft von nichtjüdischen Künstl :rn, an jüdiscjhen Meistern hat es offenbar oben beäeichneten Gründen gefehlt: In der freien Kunst betätigen sich erst seit |der Emanzipation und ihrer aus den i engen Ghettomauern. Schon erringen! sich jüdische Künstler ur|d so jüdische^ Abstammung als Maler, Bildhauer Architekten in verschiedenen Ländern unter gemeiner Wertschätzung hervorragenden Abteil Juden Befrei mg sehr pald che und all- 106

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