Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Festneummer zum Ordenstage - Oktober 1923 (10.1923)
- Date
- 1923-10-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sinne gar die Sklaverei erkennt Ein höhnischer Gesichfsausdruck weckt in ihm das' Gefühl der 'Ironie, eine tanzende Mänade mehr als das Abbild des Tanzes, die Freude selbst. Er beginnt den tieferen Gehalt eines'Kunstwerkes zu sehen, so vermeint er.' Doch gefehlt: Beiden, dem, d£r die Naturtdeue und jenem, der den hier gezeigten Inhalt erkannt, fehlt die Einsicht in das Beste, / Wertvollste und eigentlich Künstlerische. Nennt man das Naturbild — ganz allgemein gesprochen — die Form und jene Ausfüllung derselben ihren Inhalt so wird mit beiden Begriffen am eigentlichen Kern sozusagen vorbeigedacht, und in der Tiefe ruht unerkannt das Beste, das, was man das Wesen, das Leben, die »Seele der Form an sich nennen könnte. Die reine Form an sich festzustellen, fehlt hier die nötige philosophische Grundlage, dagegen könnte]^ man vielleicht durch die Betrachtung, ihrer Wirkung zur Veranschaulichunggelangen. Die absolute Form an sich, die sich als Linie, Fläche oder kubischer Wert äußert, übt auf die menschliche Seele eine Wirkung aus, genau wie diejenige, die ein Ton in Gestalt der seiner Schwingung oder eine Folge von Tönen hat. In dem, der dafür empfänglich ist, löst z. B. ein4Rechteck, eine geschwungene Linie, eine Kugel, ein Kubus, ein ganz bestimmtes, je nach Veranlagung stärkeres o(Jer _ schwächeresGefühlaus,das sich in seinen rohesten Wertef zwischen Lust und Unlust, oder Wohlbehagen undUnbehagenbewegt. Das Bekannteste ist die Erfahrung, daß der sogenannte goldene Schmtj, ein in einem gewissen Verhältnis konstruiertes Rechteck, seit Jahrtausenden instinktiv als wohltuende Form bei allen Völkern angewandt wird und uns selbst in Türen, Fenstern, Büchern uswtäglich umgibt. Mit der Komplizierung der Formen wird j sich der Gefi ih skorhplex bereichern, bis er, I je nach Anlage natürlich, immer mehr zu tiefstem, bewegtestem Gefühlsleben wird, dessen wundervollster Reiz -r- das Unbewußte bleibt. Ir Wi:dcrholung: eine ijinie, die einen gewissen Schviutig hat, wird gewiß in empfänglichen Seelen ein Gefühl der Kühnheit, ein plumper Kubus cas der Schwere ßnd des Lastens, ein spitrer Wincel das der Leichtigkeit hervorrufen. Folgt man ie er Umwohl ejem Nachhallfln dieser einfachsten Gefühle 1 . i in die menschlich! liehe ag es wertung, so m sein, daß Kühnheit zu mutvollem Drängen, Last und Schwere zu Trauer und Bedrücktheit, Lei:htigkeit zu fröhlich ir Erhebung sich umwamleit und verfeinert. (Ob und bis zu welchem Grade dieser Prozeß sich voll zieht, blfcibt lieh Sache läge.) ’ Das sagte erscheint einleuchtender dur gleich mit anderen aussohl der Klage vom Denkmal . in Frankfurt a. M. »Der eß: An- Voifhe -genoch hver- Künsten. Langel tiefi Töne werden als scfiw erscheinen; ihr ist der der Not klemmüng; |ielle, in . lebhaft I be Folge, wirken :re« linfluß und Be- Opfern“ Benno Eikan tefnd und Ihre Komplilzieru c es Abnafider, die man gehöhnt ist, Harmonie und d. h. hier die Gleichzeitigkeit, dort die mehrerer. Töne, sind nur qine Frage hängfgkeitsgjrades der Einzelitöne untere!r und in diesem Verhältnis trefen ähnl che Gesetze in Kraft wije zuvor in der Frage cer Wirkung einer einzelnen Schwingungszahl. Nun,'. Harmonie und Rhythmus sind in den übrigen Künsten ebenso vorhanden und bilden ebenso di: Stufen der Kompilierung wie in der Mu^ik, wern es auch hier gekannte, dort ungewohnte Begriffe sein mögen[ Wir nennen es hier Vielleicht nur Aufbau, Komposition, Gruppierung, liichtf öh^ung, kurze, we gter eheierffeulich. mg, an Rhjthinus, Folge 102 —