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Der Orden Bne Briss · 1923-09-01 · September (9.1923) · p. Seite 6

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1923 (1923)
Issue
September (9.1923)
Date
1923-09-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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ratungsstelle für Pag- und' sonstige hiermit zusammenhängende Angelegenheiten; er übt Famtlienfürsorge im weitesten Sinne, Wohnungspflege, Gefangenen- und Gefährdetenfürsorge und unterhält eine Volksküche für jüdische Durchwanderer und Ortsarme. Die übrigen Institute, Vereine, die hier nicht alle genannt werden können, sie reichen sich in edlem Wetteifer zu gemeinsamem Helfen die Hand in den gemeinschaftlichen Beratungen des Israel. Wohlfahrtsamtes, einer Zentralisation, wie sie.' zuerst in Köln — und vorbildlich, auch für andere Großgemeinden — seit Jahren segensreich wirkt Diese Stelle bildet den Brennpunkt des Spiegels, in dem sich alle von den einzelnen Sonnenquellen des Wohltuns ausgehende Strahlen treffen Und wieder weiter ge- X I - lenkt werden in die wärme- und liebebedfirftigen Hütten und Herzen der Armen. j I Wenn so viel Segen in der Kölner Synagogengemeinde gestiftet worden ist und weiter gestiftet wird, dann tut dies nicht zuletzt deif Logengedanke, von dem alle jene Führer qnd Führerinnen erfüllt waren. Und das berechtigt zu der Hoffnung auf ein Nimmerversiegen dfes j Willens zum Outetj, auf ein glückliches Oetingen des Plans der Moriahloge, das längst Bedürfnis gewordene Mädchenheim für Köln, für| dessen Errichtung schon jetzt 12 Millionen berejt liegen, und in, Verbindung! mit diesem den Monah-Hort in Bälde erstehen zu lassen, der eine Heimstätte werden soll für die der Schale entwachsenen, aber des elterlichen Schutzes entbehrende Jugend. , „Moriah^ Von Br. Dr. Heinz Frink, Durch das Gestrüpp unlösbarer Tragik geht des Menschen Weg: wir schauen im Geiste das Unendliche und tappen mit unsem Händen im Endlichen. Wir halten unsem Willen auf das Gute gerichtet und haben keine Macht über dasi was die Richtung umbiegt. Wir wollen durch unser Tun Leid vermindern und unsere bloße Existenz überquillt von unausschöpfbarem Leiden. Wo führt der Weg aus solcher Wirrnis? Christliche Lehre antwortet: Verliere nur diese körperliche Welt, auf daß du die ewige gewinnst; du kannst die Seele, das eingeschnürte Stückchen Unendlichkeit, der Tragik nicht entreißen, unfreien Willens bist du, belastet, nicht einmal das Gute zu wollen fähig, hoffe auf die Onade Gottes, die allein das Wunder des Guten vollbringt -Das Judentum aber verkündet: Auch diese endliche Welt mit all ihrer Tragik ist gottgewollt; demütig erkennen.wir das »edle Unglück«, d. h. das unserm Willen entrückte, inder Ohnmacht vor dem Unendlichen; aber empört wenden wir uns gegen das »unedle Unglück«, das die Gemeinschaft der Menschen verschuldet hat, gegen Versklavung, gegen jedes Leid aus menschlich gewollter Ungerechtigkeit; mit unserer Empörung erleben wir die Freiheit unserer Tat innerhalb der Provinz Präsident ider Moriahloge in Köln. des uhedlen, des menschlich verschuldeten Unglücks. »Unedles Unglück« kannst du1 mindern und nur, wenn über diese beiden unvereinbaren Provinzen dieses Lebens der Bogen göttlicher Gnade sich wölbt, wenn der Trieb die Sache des Willens zu seiner macht, stehen wjr auf der höchsten Ebene der guten schöpferischen Tat. — Rabbi! Simon Bar Jochai und sein sjohh, so erzählt Ider Talmud, wurden den Röjnern wegen eines [gegen die Fremdherrschaft gerjchtjeten Aus- . spruchs denunziert. Sie flohen und Verbargen sich in einer Höhle. Da geschah fein; Wunder. Ein Brotbaum wuchs inder Höhlje, auch eine Wassjerquelle zeigte sich; sie zogen ihre Kleider aus imd saßen bis zum Halse im Sande. Sie beschäftigten sich den ganzen Tag forschung der Lehre,, nur zur Zeit zögert sie ihre Kleider wieder an hernach zogen sie ihre Kleider wiedsr aus, damit sie njcht verdürben. So verweilten tteide 12 Jahre in dir Höhle. Nach Ablauf der der Prophet Elia,- stellte sich an dei der Höhle und rief: »Wer tutes! i Jochais kund, daß der Kaiser gestor|b< BefeHl aufgehoben ist I« Die beiden auf ajus der Höhle. Da sahen sie pie mit der Erdei Gebetes und beteten, ahre kam Eingang Sohne und sein aten liieren sehen 6

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