Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1923 (1923)
- Issue
- September (9.1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6727475-10846921-10846920--0459-4867098- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Werten des Judentums wieder zugeführt worden einzig und allein durch die Loge. Die Erweckung gleichen Geistes in der Jugend, durch tatkräftige Unterstützung des ersten neutralen Jugendvereins, des Gabriel Rießervereins in Köln, und durch methodische Heranziehung der jüdischen Frauenwelt zu den Logenarbeiten waren selbstverständliche Folgeerscheinungen der richtigen Erkenntnis der Pflichten und Aufgjaljen der ogen.j i. Die verantwortungsreicheStellung des Hortes des Judentums in Köln soll die Rheinlt nd-Loge für,die Folge mit unserer würdigen M<j>riahloge teilen. Möge ein edler Wetteifer die ijni Logengedanken lebenden Kräfte steigern und vervielfältigen. Aus der jüdischen Wohlfahrtspflege in der Synagogengemeinde Köln. Von Br. S. C b a i m (Moriahlöge).; Wenn ineiner Gemeinde neben der alten Loge des U. O. B. B., die auf dem Gebiete deV Wohlfahrtspflege Großes geleistet hat und noch leistet, eine neue Loge ins Leben gerufen wird, die schon bei ihrer Installation gar nicht mehr den Eindruck der Unerfahrenheit und Unbeholfenheit in gleichem edlen Tun hinterläßt, sondern sich sofort mit beiden Füßen in den großen Komplex ihrer Aufgaben 'stellt, dann ist dies ein unwiderlegbarer und hocherfreulicher Beweis nicht nur für den noch ungebrochenen Drang, helfen zu wollen, sondern auch für die unversiegbare Kraft hejfen zu können. Und wenn man hach der Zahl der Wohifahrtseinrichtungen einer Gemeinde auf den Grad der Opferwilligkeit ihrer Mitglieder schließen darf, dann ist die noch junge aufstrebende Kölner jüdische Gemeinde mit Stolz unter den ersten deutschen Großgemeinden zu nennen. Dank diesem lebendigen Geiste ist es nicht nur gelungen,- in dieser schweren Zeiten ,Not die-Pforten unserenkaritativen Anstalten weit ofren zu halten, jsondern mit jener Kraft, die sich gerade im zähen Kampf gegen alle Not stets neuverjüngjt, neue durch die Not in liebreichem Schmerz und schmerzreicher Liebe geborne Einrichtungen zu segensreicher Entfaltung zu bringen. Es kann hier im qngen Rahmen nicht die Aufgabe sein, alle diese kostbaren Perlen jüdischen Opfer- und Edelsinns zur Schau zu stellen; .sie verbreiten so viel milden Glänz in die Hütten der Armen und in die Herzen der Gebeugten, daß ihre Hüter und Bewahrer im lohnenden Bewußtsein teuren Besitzes auch kein Begehren tragen dürften, sie vor dem Auge der Oeffentlichkeit auszubreiten. Nur einige Kleinodien aus dem Schitze des Kölner jüdischen Gemeinsinns seien erwähnt, um nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu sein, zur Nachahmung und Mithilfe am weiterer Ausbau praktischer jüdischer Nächstenliebe rjicht angeeifert zu haben. j Als stolzes Wahrzeichen der pietasi st caritas breitet sich im neuen Stadtteil Kölrj- .hrenfeld im großen Karree das Israel. Aj! y 1 für Kranke und Altersschwache aus. Ein Schmuck der ganzen Umgegend I wird es seiner mustergültigen Leitung wegep irtit Anerkennung in Fachkreisen genannt urid gerühmt von den Dankbaren, die dort Hejlung und heiteren Lebensabend gefunden. I}i<! Anstalt ist aus einer 1869 von den Bbr. Louis, Jacob Löb, Moritz, Gustav und Julius Eltzbacher (dem Andenken ihrey verstorbenen Eltern geweiht) hervoijgegangen,/ weist heute eine Bslegungsfähigkeit von 234 Betten auf und leistete im letzten Jahre 60 000 Pflegetage. ’ * j Im südlichen Stadtteil, in der Lüitzjowstraße, fällt das 1909 in modernem Stil! ei: errichtete hem von 3lato gehat es üdischen Israel. Kinderheim auf. Aus der verstorbenen Frau Rabbiner Dr gründeten Tagesheim für arme Kini sich im Laufe der Jahre zur größten Anstatt Deutschlands für die Versorg jng hilfsbedürftiger Kinder beiderlei Geschlechts entwickelt und es ist für die Aufnahme von 150 Kindern eingerichtet. Groß ist die Zahl derjenigen, die aus Not und Elend errettet, in der Anstalt zu nützlichen Menschen her.ingebildet werden konnten. / 4 —