Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1923 (1923)
- Issue
- September (9.1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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1 1 So lasset denn'die Freude uns genießen, Die .dieser Stunde gibt das schöne Kleid 1 Laßt als Genossen Euch der Freude grüßen, Die sonst Genossen Ihr der Arbeit seid! Seid, Schwestern, auch gegrüßt als liebe Gäste, Die Ihr den Abend uns erst richtig weiht! Ihr seid die Krone unserm' heut’gen Feste, Wie Ihr -die Krone unserm Leben seid. Die liebend Ihr an unsrer Seite gehet, Die Brust uns schwellt und die Begeist’rung mehrt, Blickt liebend auf das Werk, das hier erstehet, Seid Ihr Daß Ihr Daß er Und au i 3t Und das uns werden soll zuiji Lebensw:rt! mit uns!: und adelt dnser Streben! uns nah’, beflügle unsem Geist uns mit sich aus dem A|ltagsleb^ _i dem Nieder’n in’s Erhab’ne rei Dann dürfen hoffnungsfreudig wir entfa Die Fahne, daß sie weh’ im hellen Lichtj, Und dann wird sjpher uns (jie Zukunft halten, Was heute Uns die Gegenwart verspricht Köln, 25. März 1923.! n i ten Der Logeneedanke in Köln. Von Br. Justizrat Ludwig Cafaen (Moriah-Loge), Ejpräsident der Rheinland-Loge. So einheitlich der Theorie nach die in unserm Orden lebenden Oedanken und Bestrebungen sind, so verschieden gestalten sie sich in den einzelnen Ländern und Bezirken der 4 Erdteile, in denen Arbeitsstätten des Ordens bestehen, ja in den einzelnen Logen selbst. Das gilt vor allem für unser Vaterland, in dem die individualistische und partikularistische Entwicklung gerade auch bei den Juden stets vorherrschte. Im Augenblick, in dem eine zweite Loge in Köln ins Leben gerufen wird, ist es daher am Platze, die Entwicklung des Logengedankens in der Kölner Gemeinde zu betrachten. Im Frühjahr 1888, vor 35 jahren, hat die Gründung der Rheinland-Loge Köln zum ersten Mal mit dem Orden und seinen Ideen bekannt gemacht. Damals gelang etwas, was für deutsche - Oroßgememden zweifellos die Ausnahme ist: sämtliche für die Aufnahme in die Loge geeigneten Schichten der jüdischen Kölner Gesellschaft beteiligten sich mit innerlichem Interesse an der Errichtung der Loge. Es gab wöhl einzelne Personen, ja einzelne Familien, die sich absichtlich femhidten. Aber eine Scheidung nach Gesellschaftsklassen oder politischen, relizweiten heute d Loge erst für uns gewinnen war seit ihrer Gründung und Saramel- und Brennpunkt des jüdischen ewesen, soweit es Sich nicht, :troffenen Kreise, in den Synagogen der verschiedenen Richtungen versammelt hielt; sie die) zeitlich erste und Qualitativ führende ifassung der Kräfte, die in der jüdischen Sinne Anfang mußte, ist bis für die war Zusamr Gemeinde in irgend welchem jüdischer i zu arbeiten gewillt oder berufen waten. Gewiß legte die Rheinland-Loge von an‘sehr i großen Wert darauf, daß die neu aufzunehmenden Mitglieder ihrem Bildungsniveau nach der Würde der Logenarbeit entsprachen; man darf feststellen, daß , aIle dieser Voraussetzung genügenden Gesellschaftskre se der Gemeinde Köln in der Loge brüderlich zusammen! arbeiten und leben. Juden vor streng orthodoxer Oesinnung waren .mit solchen in ihr vereinig!, die, was die Religion angeht, Eigentlich nur noch dem Namen nach sich zur Gemeinde zählten.; Anerkannte Anhänger der Sozialdemokratie wären schon zu einer Zeit hochgeschätzte Mitglieder der Loge, als die Sozialdemokratie noch nicht bei der großen Masse des jüdischen giösen Berufsverschiedenheiten zeigte sich nicht. Bürgertums als hoffähig galt Obwohl die Rheinland-Loge viele Jahrzehnte hindurch in ihäer wett überwittenden Mehrheit geradezu ängstlich sich gegen {den Zionismus verschloß, waren es 3 Brüder der Rheinland-Loge, die als erste deutsche Juden ein zionistisches Manifest Unterzeichneten und verbreiteten. Brüderliches Zusammenarbeiten Darin lag eine der Schwierigkeiten, die der Oründung der zweiten Kölner Loge, der Moriahloge, lange Zeit entgegenstanden, man hatte nicht, wie das in andern Städten wohl der Fall gewesen Ist, bestimmte Schichten der jüdischen Bevölkerung, die man durch Gründung einer 2