Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Nr. 9/10 - September (9.1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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durch Vertretung und entsprechenden Beitrags*' Zuschuß. Zu unser aller Freude ist nach Ueberwindung mannigfacher Hindernisse und Ueberspringen einiger bflrokratischer Hürden der Ferienkolonie- Transport Teplitz-Schönau — gleichfalls eine Tat unserer lieben tschecho-slovakischen Brüder — nun doch noch zustande gekommen. 26 Kinder \ konnten über Dresden nach Böhmisch-Kamnitz überführt werden. * t Die Neigung, neue Logen zu gründen, besteht in erfreulicher Weise weiter. Für Augsburg ist der Freibrief erteilt Für Aschaffenburg besteht günstige Aussicht. Die Eröffnung Münster ist nur noch eine Frage der Zeit. In Berlin und Stettin bestehen Vorbereitungen zur Oründung einer 7. bezw. 2. Loge. | Auch im Ausljande faßt der Ord|ensgedanke Wurzel. In Haa^ ist eine Loge »Hollandia« gegründet^worderi — zunächst unter Ueber- * gehung der; Oroßlogen des Kontinents, jedoch ist begründete Annahme vorhanden^ daß bei der Errichtung der zweiten Loge der Kontakt hergestellt werden wird. „ < Leider mfissen unsere auswärtigen Brüder in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen in Deutschland gelegentlich unerfreuliche Erfahrungen machen, die mit Politik Zusammenhängen. So geriet ein Bruder bei dem' Besuch eines bayerischen Badeortes in einen unerfreulichen Diskurs mit einem Trupp Hakenkreuzler und erfuhr von ihnen, daß unser Orden ein be*-*" vorzugter Feind sei. Wir rieten dem Bruder, eine Beschwerde bei seinem Konsulat in München einzulegen und übergaben ihm auf;Wunsch geeignetes Ordensmaterial. Um nicht nur bloß von Not und Hilfe zu berichten, lassen wir „in der nächsten »Festnummer zum Ordenstag« unsere Künstler zu Logen und Brüdern sprechen. . Odt. Simon Wolf. Ein Nachruf von Professor Dr. Eugen Wölbe. Aus Washington kommt die Trauerkunde, daß der unermüdliche Vorkämpfer unseres Ordens, Simon Wolf, 86 Jahre alt, entschlafen ist. Mit ihm scheidet nicht nur eine der führenden, einflußreichsten Persönlichkeiten unseres Bruderbundes, sondern zugleich einer der bedeutendsten Juden Amerikas aus, dem Leben, einer jener Aufrechten, deren mannhaftes'Auftreten in der Oeffentlichkeit dem jüdischen Namen zu Olanzj und Ansehen, der jüdischen Lehre zu Ruhm und Anerkennung verhalt. Lehre sich in Br. Wolf zu und Leben verkörperte wunderbarer Harmonie. Die Amerikaner haben Br. Wolff Beinamen »Derljüdi mit dem sehe Oesandie int Washington«! geeqrt, mit vollem Rechte, denn es gab keihe die Juden betreffende poli- - tische Angelegenheit, in welcher Simon Wolf nicht — wenn es nötig würdige Persönlichkeit, war — bei der Bündel regierung erfolgreiche Schritte tat Seine Hebensim Verein mit seinem sicheren Auftreten! welches die Entschlossenheit seines Wesens widerspiegelte, gewann ihm die Achtung der' Regierungsmitglieder| und die .Freundschaft der Präsidenten Roosevelf, Taft und W i l^on, denen er in seinen »Le; ■ benaerinnerungen« ein Denkmal der Dankbarkeit gesetzt hat. Wenn es galt, »den Opfern de» Verfolgung zu Hilfe zu kommen«, genügte ein Besuch unseres Br. Simon Wolf im Weißen Hause, und eine geplante Beschränkung der jüdischen Einwanderung wurde rückgängig gemacht. Drohte einem armen* Einwanderer schikanöse Rückbeförderung in sein Herkunftsrand, so trat Br. Wolf bei den amtlichen Steifen für den armen gehetzten Glaubensgenossen ein. und erwirkte ihm Asyl und Daseinsmöglichkeiten, sofern es die Staatsgesetze zuließen. Die auf Orund der Pogrome von 1905 upd .1906 erfolgte Kündigung des amerikanisch-russischen Handelsvertrages durch den Präsidenten William H. Taft ist Wolfs Werk. Die Dankbarkeit der amerikanischen Juden für die gerechte Behänd-' lung des jüdischen Bevölkerungsteils durch die Regierung fand ihren Ausdrqck in'der Stiftung der »Toleranzmedaille«, welche unser Orden in gewissen Zeitabständen demjenigen verleiht, der sich um die'Sache des Oesamtjudentums <jK^ — 83 -