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Der Orden Bne Briss · 1923-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August (7.1923) · p. Seite 66

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August (7.1923)
Date
1923-07-01
Page
Seite 66 (sequence 12)
Language
German
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Zeit der russischen Pogrome hat er dem damals allmächtigen Minister Witte unzweideutige und wirksame Mahnungen gesandt, und daß hinter seinem Wort eine Macht stand, würde uns ins Gedächtnis .gerufen durch, die in jenen Zeiteil erfolgte .Kündigung des Handelsvertrages der Vereinigten Staaten mit dem Zarenreiche. Cs ist wohl auch kein Zufall^ daß der Präsident Taft Kraus damals jene Feder geschenkt hat, mit der er den Abbruch dieser wirtschaftlichen Beziehungen Unterzeichnete, und dem-Feinsinn unseres Ordenspräsidenten wiederum entsprach es, daß er dieser! ersten Mann Amerikas mit der goldenen Toleranz; Medaille schmückte,einer Auszeichnung, die dieser mit Empfindungen hoher Dankbarkeit entgegengenommen hat. Bei einem solchen mutvollen Charakter, werden wir es verstehen, daß er vor keiner Größe der Welt sich gebeugt hat.* Adolf Kraus hatte ein.Recht'darauf, beim Papste Pius X. gegen Verleumdungen von katholischer Seife im Beilis-Prozeß Verwahrung/einzulegen, aber er hat ebenso an Wilson vor der Friedenskonferenz die Mahnung gerichtet, die Rechte der Juden in allen Ländern wahrzunehmen. Zwar hat es auch in Amerika bedenkliche Naturen gegeben, die solche Einmischung in fremde Angelegenheiten ihm verdachten. Diesen Ueberängstlichen hat Adolf Kraus gerade während des Krieges treffend geantwortet: Von unserm Standpunkte aus sind die Leiden -unserer Glaubensgenossen in irgend einen| Teile der Welt keine aijsländ ische Angelegenheit.!: ' . ' ■ Damit hat -er die Ehre unseres Glaubens beschirriTTuntfeein Menschentum als erste Pflicht dokumentiert. ‘ Was wäre aus uns geworden in dieser Zeit,_hätte sich nicht Amerika unserer angenommen?' Das volle Maß brüderlicher Liebe, der Strom de^Göte, der aus einer weit entfe rnten Welt zu uns geflossen ist, er entstammt zum erheblichen Teile dem die Herzen .bezwingenden Willeh unseres Ofdenspräsidenten. Es erfüllt , uns Israeliten mit wahrer Genugtuung, zu hören, daß das Streben unseres Ordens wenigstens in Amerika Anerkennung und Verständnis gefunden hat. In selcher Gesinnung schrieb 1913 der amerikanische Minister Bryan an Kraus, daß nicht. durch die Niederzwingung, sondern Aussöhnung der Menschen die Welt einander nähergebracht würde, ühd er fährt fort: »Ich fürchte mich vor der Aristokratie des Reichtams, ich achte die Aristokratie des Gei stes, aber uit ganzer j Seele hänge^ich an der Demokratie des guten Herzens!*; In diese 1 Gedanken liegt noch eine besondere Ehrung, w enn man versteht, daß Kraus mit ihnen!wahrhaft charakterisier ist. Unc^ doch hat ihn ein anderer, nämlicl^de - schon erwähnte PräsidentTaft, als Ehi engast zu Kraus’ siebzigstem Oeburtstag vielleicht noch schöner gefeiert und gesagt: »Er hat sein Leben nief t der Sucht nach schnödem Gelderwei b geweiht, er ist zwar nicht in der Lage, ' ho< hklingepde Stiftungen zu machen und sich mit gewaltigen Spenden;in die Spalten der Tageszeitungen zu drängjen, er hat weniger gegeben als geleistet. Ich bin stolz darauf, daß ein Angehöriger unseres! Artwaltsstandes soviel für andere getan mf, ohne Gegenleistungen zu erwanen.« . j Nach dieser Kennzeichnung: unseres Ordenspräsidentjen ging der Großpräsi lent zd dein Aufgaben der jungen Adolf Krauii-Loge übpr. ’ Er legte dein »Schwestern, die hier zu sehen der neue President Klein selbst gebeten hatjte, die Mahnung zur Einfachheit im biblischen! Sinne und deij Brüdern das Streben zu höchster Kraftentfaltung 'ans Herz. In so -hotdcir Früh-, lingssturide, eingebettet zwischen dem Fest der Befreiung und,der Gesetzgebung, sei unier Qemüt entflammt jfür die alte Erlösungswahrhfcit, daß nur frei sein vom Unrechttun uns fijeimacht.; Möge) die junge Adolf Kraus - Lqge sich zum Geleät erwählen des Wort, das Ihr Namensgeber djer Judenheit vor acht Jahren zugeruferi hat: »Drum schart Euch zusammen Ihr Starken jin Israel! Wahret treu die Höhen, die Ihr erldommmen habt! Vorwärts unter dem Banner des Dienens und der Gerechtigkeit, Und unser ist der Sieg!* Danach erfolgte die Uebergäbe des Freibriefes und des Hammers ay den Präsidenten und eine lange Reihe von Glückwünschen. Nach einem sehr sinnreichen Gedichtyortrage des Br.| Hirsch sprich: Br. Galliner .für 3000' Berliner Brüder, Br. Heckscher-Görlitz für die Viktoriai-Loge, die mit Wehmut und Freude ihr erstarktles Kind entlasse. Für den nordostdeutschen Logenverband und die denry Jones-Loge gratulierte unter l’eberreichung enes den heutigeh Geldscheinen angt paßten Spendenkästleinls Br. Landau-Frankfurt a. O. Für Bres- - es -

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