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Der Orden Bne Briss · 1923-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August (7.1923) · p. Seite 65

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August (7.1923)
Date
1923-07-01
Page
Seite 65 (sequence 11)
Language
German
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Klein, als Vizepräsidenten Die Finanzposten bekleiden Finanzsekretär und Br. Marti meister. Das Amt des Pot. Sekretärs fiel auf Br. Ernst Schindler. Br. Max Hirsch als n Reißner als Schatzarschall wurde Br. das Amt des Wäch- Br. Georg Schlesinger, M Posner; Br. Jabionski wurde ters übertragen, und der erste Mentor der Adolf Kraus-Loge ist der verdienstvolle Expr.Br. Josephi. Wenn es erste Aufgabe des Qrdens ist, Persönlichkeiten zu erziehen — so fühjrte Br. Walter aus —, dann sollen die Beamten djer Loge vornehmlich dieser Tugend nachstrebep. Nicht der Idealismus des geschriebenen Warles, sondern Geist und Weltanschauung, nach der Prägung und Erkenntnis unserer jüdischen Weisen, sollen unsere Führer beseelen. Die Leiter einer Loge seien der Gesamtheit besonders verpflichtet, und ihr Vorangehen in W. B. i. E. werde bei aller Freiheit, die das Recht des einzelnen sei, der Loge seelische Gestaltung geben. Mit der Hoffnung, daß die Wahl dieser im Orden durchwegs bewährten Brüder eine glückliche sein möge, schloß der Redner seine Ansprache mit der üblichen Verpflichtung. Hierauf begann, nach Gesang von Br. Oberkantor Davidsohn, bereits 60 Schwestern und erwach rigen,. die Weihe der Loge. Br. Timendorfer ergriff das Wort zu einer einstündigen Festrede, die dem Namenspatron Adolf Kraus geweiht war. Nachdem unser Distrikt die früheten Ordenspräsidenten Henry Jones und Julius Bien durch die Logen in Hamburg und Eschwege geehrt und bereits einen bei der Großloge geführter! »Adolf Kraus-Fond« begründet habe, wollen wir jetzt den Namen des gegenwärtigen Ordenspräsidenten dauernd durch die Begründung der Adolf! Kraus-Loge erhalten. Als Adolf Kraus 70 Jahre wurde, gelobten wir, ihn und seine brüderliche Treue in schweren Kriegsjahren nie zu vergessen. In gleicher herzlicher Gesinnung schrieb der Ordenspräsident dem Br. Timendorfer zu dessen jüngst gefeiertem Jubiläum, unter Beifügung seines Bildes; er glaube leider nicht, daß es ihm vergönnt sein werde, unsern Großpräsidenten noch wiederzusehen. — Wenn wir oiese Hoffnung auch nicht aufgeben, so liegt es uns umsomehr am Herzen, seinen Lebensgang in dieser Stunde auf uns wirken zu lassen. . in Gegenwart von senen Logenangehö- Adolf Kraus wurde am 26.2.1850 zu Biowitz bei Pilsen geboren, ln jugendlichen Jahren verlor erj den Vater und schon 'als Fünfzehnjähriger kam er nach Amerika. Hier arbeitete er schwer und fleißigfürs tägliche Brot, aber abends studierte der Jüngling mit solchem Erfolg die Gymnasialfächer, daß er bald die Universität besuchen konnte, die juristische Staatsprüfung ablegte und Anwalt in Chicago wurde. 1883 wählte man ihn dort Zum Vorsitzenden der städtischen Schuldeputation, und viele weitere Ehrenämter vereinigten sich auf ihn., Bei alledem blieb Kraus ein treuer, guter "Jiide. .Unserer Oriental Hillel-Loge in Chicago, die -ZU Kraus’ Ruhme jetzt auch seinen Namen "trägt, .trat er mit 27 Jahren bei, erklomm in rascher Stufenleiter alle Ehrenposten, wurde Präsident' des 6. Distrikts und steht seit' 1905 als -Ordens; Präsident zum. Segen der Judenheit an der Spitze unserer weltumspannenden Vereinigung, Zweimal, 1909 und 1912, . war Kraus in Deutschland. Wir haben ihn als Muster eines Ben Briss erkannt, als besten Juden, Bürger und Menschen. Er gewann sofort die Herzen »aller Brüder, i denn aus seinen Augen strahlte menschliche Güte und erquickende Heiterkeit ging von ihm aus. Um zii lernen — so sagte er — sei er zu uns gekominen. Kraus hat sein Wesen nie verändert, und nie verlor er den Kontakt mit der jüdischen Gemeinschaft. Ja, er ist Fleisch von unserm Fleisch und Blut von unserm Blut und sein Lobspruch: »Der deutsche Distrikt ist ein Juwel in der Krone des Ordens«, erfüllt uns jnit Stolz. Nicht nur als ganz .vortrefflicher Jude, auch als bester Bürger hat Kraus sich bewährt. Wie er ein vorbildlicher Amerikaner ist, so wollen wir Logenbrüder unser - Vaterland über alles liebende Deutsche sein. Kraus hat'in den Jahren des Krieges Gewaltiges für 'di* allgemeine Wohlfahrt geleistet, und das Wort des Altmeisters Zuriz: »Wenn das Vaterland rüf£ mpß der Beruf, die. Freunde und die engste Familie schweigen«, ist ein Wort nach seinem Herzen. Damit deckt sich seine Entscheidung,- daß ein Deserteur der Aufnahme in uriserri Bruderbund unwert wäre. Hieraus erklärt..sich aber auch seine der Allgemeinheit geltende Menschenliebe^ die ihn stets getrieben hat, für die Unterdrückten und die Opfer der Verfolgung einzutreten. Zur — 66 1

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