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Der Orden Bne Briss · 1923-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1923) · p. Seite 38

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
Seite 38 (sequence 23)
Language
German
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I tum1 wieder erwacht. So fehlt in der Entwicklung auch hier eine Generalton. Auf. die Großeltern sind alsbald die Enkel gefolgt Viele der Schwierigkeiten und der Gegensätze, die das jüdische Leben in Deutschland aufweist, gehen auf diese Tatsache zurück, daß eine Oeneration ausgefallen ist Wenn wir das, was unser Br. Timendorfer in unserem deutschen Distrikt geleistet hat, erkiennen wollen, so tritt ‘uns darin besonders vor den Blick, daß Br. Timendorfer es verstanden hat, zwischen den Zeiten zu stehen, die Welt der Großeltern mit der der Enkel zu verbinden. Er bat die Welt der Früheren in sich aufgenommen und hat doch der Welt der Jungen sich immer zu eröffnen verstanden. Er hat zwischen den Alten und den. Jungen verbindend und aüsgleichend immer seinen Platz gewonnen. In den ausgezeichneten Worten von Br. Stein, die das Leben und Wirken unseres Großpräsidenten in der heutigen Feier schilderten, jst davon erzählt worden, daß Timendorfer in seinen jungen Jahren die Absicht gehabt hatte, Theologe zu werden Im idealen Sinne ist er ein Priester, ein pontifex geworden; denn pontifex bedeutet in dem ursprünglichen Sinne des Wortes; Brückenbauer. Und ein : Brückenbauer ist Timendorfer gewesen, er hat die ßfücke von den Großeltern zu den Enkeln, von den Alten zu den Jungen geschlagen und. immer erhalten, so daß ein Weg, eine Verbindung von den einen zu den andern bSeb. Erst dadurch hat er die große Ausbreitung unseres Ordens in Deutschland ermöglicht, hat er den Platz geschaffen, auf dem die Alten und die Jungen zu gemeinsamler Arbeit und zu gegenseitigem Verständnis sich zusammehfinden konriten. Wenn dieses Br. Timendorfer gelungen ist, so geht dieses auf eine Gabe vor allem zurück, die ihm gewährt ist, lund von der heute des öfteren gesprochen worden ist; auf seine Güte. Der bloße Verstand trennt, er trennt die einzelnen und trennt die Generationen. Aber die Güte eint immer wieder; das Bestreben, vor allem das Gute zu tun, mit dem Blick der Güte zu sehen, läßt die Generationen dessen bewußt werden, was sie eint. Durch die Gabe seines Herzens vor allem, durch diese Fähigkeit, jedert Gedanken aus der Güte hervorwachsen zu lassen, die der den ist Br. Timend »rfer der pontifex in unseremJOrden geworden. Oüte war für ihn immer das beste Wissen, Wohlwollen d is beste Verständnis, Milde die wahrste Menschenkenntnis. Dadurch konnte er der Mittelpunkt für viele, für Alte und Junge sein. Und diese Güte war für ihn ein1 Na ürliches, alle seine Liebenswürdigkeit und Verbindlichkeit erwuchs daraus. Es war in ihr niejits Erzwungenes, nii :hts Gewolltes und nichts Gemachtes. Es gibt Menschen, die liebenswürdig sind, und solche, liebenswürdig sein wollen. Timendorfer war einer erste reu, einer dieser seltenen, und darum gehört c nicht zu den Mensch :n, welche beliebt sein wollen, sond cm zu denen, die beli ebt sind. Er war beliebt, weil man daß er die Oat e und die Kraft hatte, Menschen zu| einen und die Generationen zu verbinden. * Darin hat et seine historische Stellung, seine Stellung zwischen Zeiten. Wir könnet von ihm nicht sprechen, ohne dinkbar auf seine Oattin auch zu blicken. Es ist nicht leicht, die Frau eines" Ma ines zu sein, der im öffentlichen Leben steht, den das öffentliche Leben Tag um Tag beansi »nicht. Alles, was dem großen Oanzen vom ihm geleistei wird, wird seinem H tuse vorenthalten, seinem Hause v ersagt. Die Frau eines Mannes, der für das große Ganze arbeitet, muß auf vieles verzichten, sie bringt dem großen Ganzen ihr Opfer. So schließt in allen Dank für Br. "imendorfer ein Dank an seine Oattin sich an, der Dank für das, was sie urs’erem Orden gegeben hat, ihm gegeben hat durch das, was die Arbeit ihres Gatten seinem Hause Vorenthalten ha . In der Arbeit für unseren Orden hat Br. Timeiidorfer und mit ihm leine Gattin ein Vierteljahrhundert ihres Lebens unserer 1 Orden geschenkt Sie sind be de in diesem Viertelj: hrhundert älter geworden, aber ni cht alt geworden. Sie sind beide jung geblieben. In seiner berühmten Rede über das Alter hat Jacob Grimm es gesagt, daß die beste Erfüllung eines Menschenlebens sei, alt fcu werden, ohne alt zu sein. Es ist unser innigster Wunsch, daß 4iese Erfüllung unserem Br. Timer dorfer und seiner verehrten Gattin noch lange, lange bin »bis hundert Jahr beschießen sein möge. t i t — :e — -i •j

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