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Der Orden Bne Briss · 1923-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1923) · p. Seite 36

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
Seite 36 (sequence 21)
Language
German
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Verhältnisse nicht ‘hierher kommen konnten. Ihnen gilt unser besonderes Gedenken und der herzliche. Wunsch, daß die schwere Zeit endlich von ihnen genommen werde, und daß sie vor allem' Upgemach geschützt sein mögen. Allen deutschen Logen herzlichsten Dank! , Daß die sechs Berliner Logen zahlreiche Vertreter senden würden, habe ich freilich erwartet. Ich glaube sogar, daß sehr viel mehr noch hätten herkommen wollen, denen bei den beschränkten Rauihvefhältnissen der Zutritt nicht gewährt werden. konnte. Mögen auch die BrücLef, die nicht hier sind, versichert sein, daß ich weiß, daß sie heut besonders herzlich an mich denken. Ich danke auch den Vertreterinnen des Verbandes der Frauenvereinigungen der U. O. B. B.-Logen, und man wird mir glauben, wenn ich versichere, daß mein Dank und mein Gruß an die Schwestern ein ganz besonders herzlicher jst. Tief bewegt bin ich durch den Gedanken, daß es docli‘ heute heißt, Abschied zu nehmen von einer Tätigkeit, die mir Lebensbedürfnis war. — Als ein alter Rabbiner von seinem Amt schied,-sprach er die Wort* aus: »Der Abschied vorn Amte kommt mir vor wie der Abschied von meinem Leben . Ganz so. tragisch liegt die Sacht bei mir freilich nicht. ' . j Ich bleibe satznngsgemäß -noch der Großpräsidenjt bis zur nächsten Großlogentagung. Aber ich will mit allef Deutlichkeit nochmals betonen, daß ich die Absicht habe;, mich von den Geschäften des Großpräsidenten nach Möglichkeit zu entlasten. Sie werden mir glauben, daß dieser Abschied von der Tätigkeit für mich ein überaus schmerzvoller ist. Ich werde voraussichtlich mich seht oft zurücksehnend dieses Abschiedes erinnern. Aber di£ meisten von Ihnen wissen ja, daß jes drei Forderunge* sind, die ich gewissermaßen ■ als Testament dem Orden {unterlasse? die Aufrechterhaltung der Neujtralität, die- M i t w i rk u n g der Frauen .und die Mitarbeit der Jugend. Gerade die letzt* Forderung veranlaßt mich, an das Ganze zu denken und die Leitung, jüngeren Händen zu überlassen. Nun freilich ist mein Wunsch, die Jugend zur Mitarbeit heranzuziehen, nicht so zu verstehen, als ob da$ Alter völlig beiseite geschoben' werden sollte. An der äußeren Fassade unseres Logengebäudes fjnden wir ein Bild, welches die Zusammenarbeit. des Alters mit der Jugend versinnbildlicht. Deshalb ist mein erster Rat an meinen Nachfolger der, auf die Mitarbeit des Alters nich| zu verzichten. I Die jüngeren Mitglieder des- Geschäftsausschusse* werden ja gerne Mitglieder bleiben wollen. Aber dringen«! rate ich, die Mitarbeit der älteren Mitglieder sich zu sichern. Fast keine Angelegenheit von grundsätzlicher Bedeutung ist ohne ganz besondere Teilnahme an den Debatten gerade der drei ältesten Brüder des Geschäftsausschusses erledigt worden, Ihre Mitwirkung rtruß uns erhalten, bleiben, wenn das ganze nicht .leiden soll, umsomehr, da leider Br. Kuznitzky durch seinen Gesundheitszustand verhindert ist, sich ah unserer-Arbeit so zu beteiligen, wie er es möchte. Damit komme ich von selbst auf den Dank; den ich jedem einzelnen Mitglied des Geschäftsausschtisses für - 36 — seine treue Mitarbeit schulde. Diesen Dank muß ich ausdehnen au' die beiden heben Brüder Goldschmipt und Finkei und die Beamten des Büros der Großlog*. Alle haben in g eicher Weise meine guten Launen, aber auch gelegentlid meine bösen Launen ertragen. Sie haben sie gern ertraj en, weil sie wußten, daß wir untereinander durch glekhe gegenseitige herzlichstfe Gefühle verankert waren. 1 Ich muß diesen Dank naturgemäß erweitern huf alle Mitglieder des Qeneralkomitees. und denke aii mein wiederholt zitiertes Wort, daß meine] Ei folge darauf beruhen, daß das Sprichwort sich an mir bewahrheitet: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch für seine Mitarbeiter den Verstand. Allen diesen zahlreichen Mitaj-beitern außerhalb ind innerhalb; des Gesch^ftsausschussts »und des General komitees spreche ich heute: tiefbewegt meinen Dank aus.! I Und ni n noch herzlichsten Dank dafür, daß m;in mich am heutige i Tage nicht nfir mit offenen Armen, « ondcrn auch mit of cnen Händen jempfangen hat, mit so offenen Händen, di ß ich glaube,! t|as Amt des Großpräsidenten wird von nun an ein stark begehrtes werden. Rathen* .u sagt einmal; pBei allem, was jemand tut, kommt es hauptsächlich auf die Gesinnung an, nit der etwas gesetieht«, und ich Weiß, daß die Gesinnung, mit der man n ich durch Geschenke überhäuft hat, lediglich Liebe und 2 uneigung war? [Gestatten Sie, daß ich meine Entschlüsse mir für eine ruhige Stunde der Uebe-Iegung Vorbehalte. . * Im übr gen ist mir um die Existenz unseres |Ordens nicht bange W>eder ist es Ratbenau, der einmal gesagt hat, daß de jenige ein schlechter Führer aller Institutionen ist, der sie nicht so organisiert hat,: daß sie Zeit- und Personenwechsel ohne jode Gefahr überstehen können. Ich glaube, daß man mit vollem Recht dies Wort in Hinsicht auf t nsem deutschen Distrikt aussprechen kann. Die Gewähi liegt nicht nur in unserer Organisation, sie liegt in den Männern, die in führender Stellung bleiben, sie liegt in den Männern,' die wir heut an die Spitze unseres deutschen Distriktes gestellt haben. Diesen Männern gilt mein 1 :tztes Wort, mein herzlichstes Wort. — Mit dem tiefgef ihltesten Danke: für das unwandelba e Vertrauen, das Sie mir durch alle fünfundzwanzig Jahre geschenkt hat en, für die vielfache Unterstützung, die Sie allen meinen Vorschlägen und Maßnahmen haben angedeihen lassen, verbinde ich den Wunsch, daß es meinem Nachfolger ergönnt sein möge, den deutschen Distrikt nicht nur at f der hohen Stufe, die er jetzt einnimmt, zu erhalten, soidern noch zu einer .glänzenderen Höhe emporzubringei:. Wenn ich ganz objektiv nachdenke, was mir mein Amt so leid ijgemacht hat, so finde ich, daß es die unge-, teilte Zuneiping war, die ich mir allerseits erworben habe, und lafür danke ich dem Oeschick. Für meine Nachfolger im Amt habe ich deshab keinen besseren Wunsch, als daß auch sie: imstande sein mögen, sich die allseitige Zuieigung der Mitglieder zu erwerben. Ist dies der Fall, so ist alle Arbeit und Anstrengung keine Mühe, sondern Fr*pde. Ist dies der Fall, so ist man geschützt gegen alle Mißdeutungen, weil die andern

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