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Der Orden Bne Briss · 1923-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1923) · p. Seite 35

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
Seite 35 (sequence 20)
Language
German
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-1. I gezeigt, daß Sie kein Seraph sein wollten, vielleicht ein Ganymed, aber ganz gi swiß ein Mensch! Demi Menschen kann ich nur Menschliches wünschen! In vielen Jahren noch Kraft zur Arbeit und auch Kraft zum frohen Oenießen! Den schötsen Wunsch aber, mein lieber Bruder, den möchte ich uns ein Vorbild als Mm sein. Mensch sein ur d Möchten wir alle solche Brüder sein, wie Sie es Br. S. - R. Dr. an un i selber richten:;Sie waren nsch. Mensch sein, heißt Jude Jude sein, heißt Bruder sein. Menschen, solche Juden, solche uns gewesen sind! ... _ Sradti Präsident der Timendorfer- Jubll&ums-Loge: Hochwürdi'ger Oroßpräsident! ' Alles, was heute | gesagt wurde, zeigt Sie uns als Vertreter einer Idee. Eine Idee), hat Ewigkeitswert. Darum wird ihr Name fortdauern im Ordert der Bne Briss. Hiermit wird sich das an Ihnen - erfüllen, was die »Sprüche der Väter« so sinnvoll einleifet, daß Sie Anteil haben werden am =Olam habih«, dJh. am ewigen Fortschritt der Kultur.! , Wenn die Timendorfer-Jubiläums-Loge heute einen besonderen. Vertreter zu Ihrem! Feste entsendet, so tut sie das nicht, um sich auszu^chließen aus der Gemeinschaft der hier bereits zrm Wärt gekommenen fünf Berliner Schwesterlogen; sie tut pas vielmehr, weil sie die Pflicht hat, die-von ihnen durch 25 Arbeitsjahre propagierte Idee weiter zu Namens fortzuleiten, so führen lange der Orden bestehen wird. Diese'Loge faßt das Verhältnis zu Ihnen auf wie das des Lehrers zum Schüler, ein jüdischer Anschauung iihnlich und Sohn. Sie haben hre Idee »dem Sohne gelehrt«, beherzigen. Seit Moses ist, gilt diese Bezeichnung führende Persönlichkeit in und die Loge will die Lehre »unser Lehrer« genannt vorden als höchste Ehrung für eine Israel. Die Brüder wünschen dieser Gesinnung einen materiellen Ausdruck zu ver eihen und überweisen aus dem Akademiefond un;erer Loge der »Timendorfer- Stiftung« bei der Oroßk ge den Betrag von 150000 Mk. Beide Stiftungen streben zu gleichem Ziele: zur Durchgeistigung des jüdischen Lebens. Möge Ihnen noch \iele Jahre hindurch das Glück beschieden sein, als Lehrer un<|l Mehrer geistigen Gutes in der Loge jind im Judentum Zu wirken, damit sich an Ihnen das Wort ganz erfülle: j»Werd<; ein Sefgerj«. Alsdann ergriff, sichtli; Danksagung der hochwürd Oroßpräsident Br. Ich komme mir vor wie der bekannten Theaterstück, cer in Begräbnis zu beobachten lieberen Lage als dieser, de liehe Enttäuschung erfuhr, aufrichtigen Freund hat, kann ich daß ich unzählige solcher Freunde habe. ch beWegt, das Wort fu seiner ige I Timejndorfer: d|ei Nur nn wäh|r daß ert ich beslt: Schneider Wibbel in dem r Lage war, sein eigenes bin ich in einer erfreuend Wibbel die schmerzligentlich keinen einzigen die Feststellung .machen, :ze und eigentlich nur und als Trägerin Ihres Verhältnis, welches nach ist dem zwischen Vater Wer mich kennt, weiß, daß ich mit einer. witzigen Bemerkung, dann beginne, wenn ich fürchte, von dev Bewegung1 allzusehr erfaßt zu werden Und tatsächlich werden Sie mir, meine I. Brüder, nachfühljen, daß ich auf das tiefste bewegt bin durch die Unsumihe der mir ge« brachten Liebesbezeugungen. Gehört' haben Sie nicht die ' herzlichen Worte des Br. Kuznitzky im, Geäieralkömitee, aber gelesen haben Sie vielleicht die Artikel von Br. Holländer, von Br. Leszynsky und von Br. fjsser,. die alle in liebenswürdiger Uebertreibung. si<jh mit mir beschäftigt haben. 1 Zufriedenheit ist eine Tugend, aber Selbstzufriedenheit ist ein Fehler, und in diesen Fehler dürfet^ wir nicht vei- . fallen. Ich hätte Lust gehabt, Ihnen chjronQlogisch zuerzählen, welche Fülle von Briefen idh bekommen habe Das ist mir ganz unmöglich wegen der Fülle ,der Briete, aber erzählen möchte ich Ihnen, daß ich ziyel der wunderbarsten Briefe erhalten habe von Nichtjudert, die geradezu faszinierend auf mich eingewirkt haben. Ith danke berzlicii dafür ebenso wie allen Festrednern. Naturgemäß besonders dem Vertreter der Schweizer Logen, -insbesondere auch dem Bruder aus London. Mit der Schweiz hat den deutschen Distrikt stets die herzlichste! Freundschaft und Zuneigung verbunden. Mit tiefster Dankbarkeit werden wir uns stets erinnern, wie treu die neutraler Logen alle lins gehalten haben während der schweren Zeit des rieges bei aller Wahrung der Neutralität . * Mit Amerika und England standen wir im Kriege, ährend dieser grausamen Zeit die wir hoffentlich nie jeder erleben werden, ruhten selbstverständlich alle unsere« ehungen. 1 Aber schon während des Krieges habericäv wiederholt irj Kriegsvorträgen darauf hingewiesen, daß es eine segensreiche Milderung des Krieges war,' dafl der Haß gegen die Nation nicht dem einzelnen Mitglied dieser Nation galt. Den amerikanischen, den englischen Brüder persönlich zu hassen gebot selbst die glühendste Vaterlandsliebe . nicht. Unsere Sehnsucht und die Hoffnung, claB unmittelbar nach dem Frieden das herzliche Verhältnis mit unseren Brüdern in Amerika und England sofort wiieder einsetzen wühle, ist nicht getäuscht worden. Wir wünschten. freilich sehr, daß auch die alle Völker .verbindende Arbeit mehr. - und nachdrücklicher als bisher eingesetzt hätte. ,* ,Als Amerika uns den Krieg erklärte, wären die letzten Worte unseres nicht nur verehrten, sondern wahrhaft geliebten Ordenspräsidenten Kraus Grüße-an die Qroßpräsidenten des deutschen und österreichischen Distrikts, die er uns durch , einen höheren Beamten belsteljen ließ, der Amerika verlassen mußte. -! ■: unmittelbar nach dem Kriege Und dann noch einmal war Bruder Seelenfreund bei uns. Er kaßi nicht nur als Trösten-, sondern auch als Helfer und ist es auch geblieben. Meine Bewegung wird vertieft durch Hdie Tatsache, daß die deutschen Logen, trotz meines starken Verlangens, bei derj heutigen ernsten Zeit' die Feier auf einen möglichst kleinen Kreis zu begrenzen, so zahlreich -vertreten sind, und weton ich auch schmerzlich eine Anzahl von Lögen vermisse, so geschieht dies, weil der Grund i für ihr Fernbleiben Iso tieftraurig ist. Es sind die Logirt im «Ruhrgebiet,(die zhm großen Teile wegen der dort herrschenden- 35

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