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Der Orden Bne Briss · 1923-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1923) · p. Seite 34

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
Seite 34 (sequence 19)
Language
German
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und Beispiel, von Wort und Gesinnung, von Tat und ihrer geistigen Auslösung, von brüderlichem Streben und brüderlichem Sein, die (Jas GlücksgefühL,- daß Br. Timendorfer ein Vierieljahrhundert uns Führer war und ftr immer Vorbild bleiben wird, mit einfachster Selbstverständlichkeit empfinden läßt, wenn anders wir selbst den Brudernamen da tragen und verankern, wo er-die edelsten Blüten zeitigt,’ im Herzen. Wir haben —ich sage das nicht unter dem Einfluß einer festlichen Stunde, sondern mit vollem Bedacht —i das hohe Glück gehabt, den hochw. Großpräsidenten auf ■seiher jüngsten Logenfahrt bei uns im Westen zu sehen, frisch und unermüdlich, liebenswert und hinreißend, die Gaben seiner reichen Erfahrung, seiner hohen Geistigkeit, seines brüderlichen und jüdischen Gesinnungsschatzes spendend. Die Erinnerung daran ist nicht mit Stunde und Tag erloschen, sie wirkt fort' mit dem Rechte, das sie ats Teil einer erhaltenden, aufbauenden und forfbfldenden höchsten Kraft hat, als ein Ansporn zu unermüdlicher Arbeit im Dienste des Ordens, zu harrender Liebe, zu gläubigem Vertrauen auf jene Fügungen und Wendungen, die letztem Endes nicht in Menschenhand liegen, die, wir aber mit sehnender Seele herbeiwünschen als Deutsche, als Juden, *äls Menschen. Schwer lastet auf uns, den Deutschen des Westens, die wir eine heitere Gemütsbeweglichkeit vor andern ats Schicksalsgeschenk, empfingen, die Zeit Schwer drückt uns das gemeinsame Leid, schwerer noch, da wir dem Haß begegnen, wo wir ihn nie gesät, wo wir nichts verlangen, als durch Gerechtigkeit geschützt mit allen Guten um das \tfbhl des Vaterlandes - zu wetteifern. Aber selbst diese Wetterwolke trübt heute nicht die lautere Freude, beeinträchtigt uns nicht die hohe Genugtuung. Br. Timendorfer, den allverehrten Führer frohgemut und. begeisterungsfähig gleich, einem der Jüngsten unter uns zu sehen, ein Vorbild aller Logentugend. Und mag ihm aluch wie bei mir und allen seinen engeren Mitarbeitern, die wir, die Höhe des Lebens überschritten, ein Schatten leichter Wehmut über die Seele gleiten, ein leises Wehgefühl über das Mißverhältnis zwischen der Größe auferlegter Oder selbstgewählter Arbeit und der kurzen Spanne, unseres Daseios, die Sonne def Gegenwart überstrahlt alles; sie ziehe ein vergoldend, verjüngend und belebend in unsern lieben Jubilar, sie lache ihm aus aller Miene ,Und Herz entgegen als der. Widerschein eines Lebens und Wirkens, d>s wir mit Stolz und Freude, aber auch "mit stillheiligem Zukunftsgelöbnis uns gewidmet wissen und für immer mit verehren- der Liebe umfassen werden. Expräsident Br. Rabb. Dr. Freudenthal- Nürnberg für die Süddeutschen Logen : Hochwürdiger Großpräsident 1! Lieber Bruder Timendorfer! ' Gruß, Dank und WunSch der süddeutschen Logen soll ich Ihnen entgegenbringen. Ich tue das nicht mit tönenden Worten, die uns Süddeutschen nicht lieget!, aber mit demjenigen Grade der Herzlichkeit, mit dem Sie, . wie Sie wissen, in allen süddeutschen Logen zu jeder Zeit von uns aufgenommen worden sind. Süddeutschland war ja von jeher ein starkes Reis.am Baume des Deutschen Ordens. : Frankfurt, das hier mitvertreten zu dürfer ich mir ztir besonderen Ehre rechne, war der Stützpunkt, von deiri aus Rhein, Main und Donau für den O den erobert Worden sind. Die meisten dieser Logen haben Sie, lieber Br. Timendorfer, installiert, und noch is1 die Bewegung nicht am Ende. Aber wir Süddeutschen haben für Sie eine besondere Einstellung. Ich darf das begründen mit persönlichen Erinnerungen. Als ich vor fast drei jahrzehntjen zum ersten Mate das Präsidium einer Loge übernahm, kriselte es im Orden, und ich selbst stand in einem Kreis von Präsidenten und Expräsidenten, die ernstlich daran dachten, eine eigne Großloge in Süddeutschlaid zu errichten.! Als wir vqr einem Jahre unter meinem Präsidium in Nürnberg die Jakob Herz- _oge begründeten, Standen wir |iach Schluß der Feier wied :rum in einem (Kreis von Präsidenten und Expräsidenten versammelt, Und ich warf das (Wort dazwischen : Jetzt körnen wir sogaf in Bayern dine eigne Größloge erric fiten. Darauf er önte ein wohltuendes Liehen von‘allen Seiten. Diese wo iltuende Heiterkeit; mein lieber Br. Timendorfer, besagte alles. Der Gedanke an die trennende Mainlinie war im Laufe der Jahre vollständig geschwunden. Das ist Ihr Werk gewesen. Und ich möchte, wenn ici Ihr Werk für den Orden überschaue, das überhaupt ali; das Kennzeichnendste feststellen. Sie haben es stets verstanden, Mainlinie wegzuräumen, einerlei, ob innerhalb desl deutschen Distriktes, in der Stellung der Logen zsi einander, in der Stellung des Ordens zu den großen Fragen des Judentums, in der Stellung dur Großloge zu denen, die außerhalb der Oroßloge stehe 1, ja selbst in dem Verhalten der Geschlechter im Orden zueinander. Ueberall haben Sie verstanden, die Herzeil und die Hände einander anzunäiiern. C is ist Geschichte geworden, wak Sie geschaffen haben. Wir Menschen, die wir.die Geschichte miterleben, kennen freilich nicit immer die Stoßkraft dessen, was wir erleben. Wir schätzen bedeutende Menschen darum mehr nach der Person lichkeit ein. Und diesen Zauber der Persönlichkeit haben Sie uns reichlich gegeben. Der Zauber einer Persönlichkeit kann aber nur ausgehen von einem Menschen, der — um mit einem Worte der heiligen Schrift zu i eden — ein Herzensweiser ist: Das sind Sie gewesen. Ihre Weisheit ist; stets Ihrem Herzen entströmt. Sie haben in der Tat Ihr! Herzblut für unseren Orden hingegeben; nicht bloß imi großen und ganzen, sondern auch ■ in a! en Einzelheiten1 haben wir immer und ipimer wieder gefmden, daß Ihr Herz mitsprach. Ihre Reden waren nich Kopfarbeit, sie waren Heezensartoeit, unld Ihr Zusammen: ein mit uns war ein Zusammensein nicht der äußeren W irde, sondern der herzlichen Liebe. Sie haben in Ihren sei lönen Reden so oft es verstanden, ausgezeichvon hervorragenden Männern anzubringen; einmal auch auf das Zitat von Es war nie mein Ehrgeiz!, ein zu wollen, aber dafür <jatte ich den (Stolz, ein Mensch zu sein.- I 1 h r Lebenswort; das haben wir ifnmer im feierlichen Ernst in der Loge uiid — Br. Timendorfef, wem es nachher zu Tische nete Zitate ich weiß n cht, ob Sie Kant gesto len sind : Seraph seir um so meh Das is empfunden mein lieber ging oder ghr im stillen Sektwinkel, haben Sie erst recht - 34

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