Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- Seite 32 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6727475-6029115-6074555--0343-4867024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
[ daß es jmir vergönnt war, die Bekanntschaft des lieben Jubilars nhd so vieler' herzensguter deutscher Brüder machen zu können, sowie die meiner Loge darüber, daß Sie an uns dachten und so liebenswürdig waren, uns eine Einladung zu dem heutigen Feste zu überreichen. Br. pr. Israel Auerbach, Vertreter der Örientgroßloge: ' Hochwürdiger Jubilar f ' .Dik Schwere der Zeit hat die Großloge des Orient» verhindert, ein Mitglied von dort, von den Ufern* des Bosporus, "hierher zu delegieren. Sie hat sich damit begnügen müssen, einen -näher weilenden ehemaligen Mitarbeiter mit dieser Aufgabe zu betraue.n. Ich habe die Freude, -Ihnen namens. der Großloge des Orients die herzlichsten Glückwünsche - unseres Ordensdistriktes zu überbringen. Der Orientdistrikt betrachtet sich mit vollem Recht als ein Kind, und zwar als das jüngste Kind des Ordens in Deutschland. ‘ Es war der verewigte Br. Sigmund Berge), der uns den Oedanken des geliebten Ordens und seine Verwirklichung nach dem Qrient brachte. Indem er die dortige Großloge einweihte, sprach er das alte Wort-'»Ex Oriente lux!« Ahch aus dem Osten her möge in Zukunft das Licht des Ordens erstrahlen. So sein Wunsch; seine Tat aber war, daß er das Licht des Ordens aus d^m Occident brachte. Er trug es.uns zu aus lhrej; Mitte. Und wenn der Orientdistrikt, der sich heute aus 24 Logen zusammensefzt, aus 24 Bruderlogen, die leider duryh die furchtbaren Ereignisse der letzten Jahre zum Teil aus ihrer festen Verbindung gerissen sind; aber von einander doch nicht gelassen-haben, wenn dieser Orientdistrikt die Aufgabe erfüllen konnte, die ihm seine Stifter übergeben hatten, soverdankt er es den Oebern, die hier Sitzen; und in erster Reihe, so wird es drüben aufgefaßiy dem hochwürdigen Großpräsidenten,' der sicherlich der friitiator des Gedankens der Ausbreitung unseres Ordeas nach dem Orient gewesen ist. — Wir dürfen'von dorther fn aller Bescheidenheit sagen, daß es unsr gelungen ist, drei Dinge zu vollbringen: das erste: Frieden, das zweite: Hilfe,. das dritte; Erweckung. Friede tat not Denn zwei jüdische Wesensarten lebten dort nebeneinander, leider nicht m i t einander, die Aschkenasim und Sephardim, der deutsch und spanisch sprechende Jude. Es galt den Frieden zwischen ihnen zu schließen zugunsten der einheitlichen jüdischen Gemeinschaft. Das hat unser Orden im Orient segensreich vollbracht. Das zweite war Hüte, Hilfe für den leidenden, jüdischen'Orient. Der Orient ist ja bekanntlich ein nicht nur von der Natur mit Schönheit, sondern leider. auch vom Schicksal mit Plagen gesegnetes Land. HHfe mußte dort werden in Seuchen, in Feuersbrünsten,, in Erdbeben, in Krieg und . in Hunger. Solche Hilfe war auch früher schon hingelangt aus Deutschfand; aus Amerika. Aber was fehlte, war die organisierende Hand, um diese Hilfe zum Segen werden zu lassen. Diese Organisation der Hilfe, die brachte unser Orden in den Orient. Kräftigster Ausdruck: die große jüdische Kriegshilfsorganisation in Konstantinopel, die zehntausend unserer Brüder vom Hunger erretten konnte. — Das Dritte war Erweckung. Dort lag ein Judentum . untätig, entschlafen. dem sammenfassen, erblickt Bruders Großpräsidenten des Deutschen Distrikts Es galt, die Kräfte au fzuwecken. Niemand hatte ds > Wort gefunden, das diese Erweckung vollziehen könnt . Unser Orden fand es, mit seinen Gedanken des Frieden!, mit seiner Tat der Hille. Seitdem sind Selbstinitiativi, Selbsthilfe und aktive 1 "at ' im Judentume des Orient« s heimisch geworden. — Und wenn * dies alles unser» i Orden gelungen ist, soj führt man das im Distrikt > I zurück auf die Tat der|Großloge in Deutschland. Und als lebendigen Repräser tanten, als den Brennpunkt, ii sich alle Kräfte d es Ordens in Deutschland zt - man dort die Lichtgestalt dt s Darum ist die heutige Freue e auch die Freude des Orienldistriktes. Das bin ich beauftragt, hier zu sagen. Noth einmal aus brüderlichen! Herzen: Ihnen, hochwürdig* :r Br.. Jubilar, die herzlichsten Glückwünsche im Nam«n der, Orientgroßloge. Ma i hofft im XI. Distrikte, daß Se weiterhin wie bisher an 1er Spitze stehen und Ihre wertvolle Kraft für die Gesamtheit des Ordens wirksan erhalten werden. * V Präsident Br. R.-/i. Heidenfeld, Vertreter der Berthold Auerbach-Loge und vier Berliner Logen - ergänzt das Bild von dkm Wirken und Wesen des Jubilars durch charakteristische Züge. An der Hand des Protokollbuches der Berthold Auerbach-Loge schildert er d :n Werdegang und die Entwicklung der Logenpersönlichk :it des Bruders Großpräsidenten seit seiner Aufnahme in (ie Berthold Auerbach-Logei am 5. November 1883: Seite Tätigkeit im Friedensausschuß, seine hingebende und anregende Arbeit im Beamltenrate, dem er eine Reihe v>n Jahren angehörte; selbst Familienbeziehungen sind urkundlich festgelegt. Alle piese Daten lassen bereits die A lffassung Br. Timendorfersi von der Loge und den Logenpflichten erkennen und zeigen in ihm die Persönlichki it, als die er in seiner 25jährigen Amtsführung vor uns ste ht. »Was ist es denn« — so fährt der Redner fort — »was unserem hochwürdigen Großpräsidenten die exzeptionelle Stellung im Logehieben geschaffen, was ihm die unbeschränkte Achtung und Liebe aller Brüder gebracht h it? Es ist neben seinen organisatorischen Fähigkei :en seine freundliche, gütige, warmherzige Art, die ihn die Liebe aller Menschen gewinnen und sich erhalten li Bi. Er ist der Mann, der nach dem biblischen Worte die Sonne von sich scheinen läßt, — die Sonne, die ulle Herzen öffnet und sie mit Licht und Wärme erfüllt. Und wenn das Dichterwort rühmend hervorhebt, daß «ine Höhe, eine Würde die Vertraulichkeit entfernte, so k inn unser verehrter Großpräsident mit größerer Berechtigung den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, daß die Höhe und Würde seines Amtes die Vertraulichkeit niemals entfernt, sondern geweckt, willkommen geheißen und sich deren gefreut hat. ’ ■! Br. Maretzki sagt in seiner Geschichte des Ord« ns: »Es hat eine eigene Bewandtnis mit der Autorität, sic wird nicht entgegen getragen, sie will erworben sein.« Dies scheint mir nur in dem Sinne richtig, daß die Eigenschaften. die Autorität rechtfertigen müssen: erarbeitet - 32 -