Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1923
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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dieser Arbeit zu einem wirkungsvollen Oeumtbild^ zusammengesetzt und geben dem Schüler einen tiefen Einblick in die Zusammenhinge, Ursachen und Wirkungen geistigen Geschehens. Dasi- Büchlein ist dabei nicht nur notwendige Gedichtnishilfe und -stütze (logische Gliederung, Namen, Fachausdrücke aüch in hebr. Sprache), nein, es gibt auch durch , die zusammenhängende Darstellung, die sorgfältig in schöner gehobener Sprache er.-’ ■ ii folgt, durch die Wärme und Begeisterung, die in gegossen ist, den Schülern noch einmal eine Aimuitg der OröBe und Erhabenheit unserer Oeschichte ligion und läßt sie einen tiefen Blick tun in die unserer Väter und Mütter und! in die Seele dei Wir können darum den Ueberbltck für die ZwetJ« Wiederholung warm empfehlen. Br. Roth schiId-EBliogen'. J. ausvoo id Re- Herzen Welt e der Ans den Verbünde der Frouenverelnisunsen der Q.OiB.6. Losen. Artikai und Baricht»' au» ' dam Varband» *t»h»n untar Vanmtwariung dar Radaktion dar Honatabarkkta -dar Oroaak j»i Manutkript» für Cmaanduagan, dia untar diaaar Rubrik ortchainan tollan, mardan jadoch zurar an di» Adms» Frau Anna Lamp, Stattin, Elhabathttr. 10, arbatan. V- 111 Mädchenabende. i Von Natalie F e 1 Cs war am 20. Junijl920, als wir Schwestern der Frauenvereinigung j der Stuttgart-Loge war-: tend, zagend und hoffend standen, um zu sehen, wer unserer Einladung Wohl folgen würde. Auch früher schon hatte die Loge Abende für erwerbstätige jüdische Mädchen gehalten, jetzt wollten wir die durch den Krieg uriterbrochene Arbeit in veränderter Form wieder aufnehmen.' Die Mädchen sollten in Zukunft selbst zur Bereicherung der Stunden beitragen. Von uns aber sollten sie unauffällig empfangen, was von ollen weiß der Alltag, zu bieten Stärkung, schwachen was das E vermag: Schweres Schultern wolltert-mithelfen, woll: heilen. Daß dazu vor wonnen werden muß, An jenem Abend Mädchen bei uns, — temhäus manchmal nicht Erfrischung, Förderung, Schicksal muß oft auf getragen werden; wir en stützen und Wunden Allem das Vertrauen gedessen waren wir uns wohl bewußt, nicht abjer, wie langsam dies oft geht. Doch darauf komme ich' später zurück. — Erschienen 20 ostjüdische kein deutsches —, aber diese Ostjüdinnen sind meist in deutsche Schulen gegangen, teilweise schon in Deutschland geboren. Kinder Vertrjebener, Ausgewanderter, schon dieser Oedanke öffnet die Herzen. Die Leiterin der Abende beginnt mit schwäbischem Heimatklang: »Amaryllis« von Schieber und dann Federer »Das letzte Stühdlein des Papstes«. Und während die ers te Erzählung von Allen verstanden und wohlgefällig äufgenommen wurde, erregte die zweite Zweifel, ja Unglauben, — die groߣ Liebe eines Franz v. Assisi, die sich auch auf ein kleines Lebewesen, auf eine Spinne erstrecken kann, ist ihnen unverständlich. Sie d m a n n, Stuttgart. j haben schon zuviel Harfesj erlebt, wisser Pogrom und Ausweisung i\x reden, wie jjc sie da ah soviel Oüte noch j glauben? Nun man, was man wieder lehren muß: den Ola üben an das Gute im Menschen! |Und wo ist er besser zu finden, als im Buche derjBücher! Die Fn uengestalten der Bibel geben;das nächste Thema.- Allmählich schreiten wir weiter und wechseln fleißig die Lektüre und den Vortrag, um licht zu ermüden. < Eines ist auffallend; Die Wünsche der Mädchen gehen immet in hohe Regionen. Sie möchten .von Faust hören, von Peer (lynt, von Luther etc. etc. Die Urteilskraft über eig mes Können fehlt Auch hier kommt Rat. Die Lei* terin der Abende besucht idie Vorlesungen der Volkshochschule und berichtet wöchentlich davon. Das macht Freude, eckt Interesse. Wie glücklich waren unsere Mädchen am ersten Chanukka-Abend! Das MoauS zur jeschuossi ist vielleicht selten mit mehrj Innigkeit gesungen worden. Lichterglanz gibt jWeihe, kleine Ueperraschüngen machen glücklich, die Anwesenheit des würd. Präsidenten ehrtj und die Teilnaifne der Logenschwestern erfrejut sie, so ist es eirt wohlgelungenes Fest. Unjd diesem Festab :nd folgen viele andere Abende,1 nach. Von Stufe zu Stufe,schreiten wir vor, lesen leichte Belletristik, wechselnd mit Klassikern oder ,der Bibel, sehen, daß mehr vorgetragen als jgelesen werden muß, wenn wir fesseln wollen.; Kurze Vorträge auf döm Gebieteder Ethik befriedigen fast ‘ ajm meisten, neben Aussprachen über praktis :fie Dinge. Ich will nicht sa|gen, daß stets' A tes einschlug, gar manchmal'kamen Wenige*, rar manchmal sah man an denjMienen, daß das <)e- 13 -