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Der Orden Bne Briss · 1923-01-01 · Nr. 1/2 - Januar/Februar · p. Seite 11

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 1/2 - Januar/Februar
Date
1923-01-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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wird. I. Zangwill empfiehlt die Annahme dieses Angebotes. Die einwandemden Juden sollten zunächst die mexikanische Staatsangehörigkeit erwerben; vielleicht ließe sich später ein Weg zur Errichtung eines jüdischen Staates in Mexiko finden. Die kleinen Nachrichten, die den sonstigen Inhalt ausmachen, haben zum größten Teil bereits in den deutsthje: vielleicht noch des »Hatoren Rathepau enthkl Brainin stamnit Rathenaus ges würdigte Rath« Qualitäten. Bücherschau. :n Blättern geständen, interessieren, daß dieJuni-Nti einen Artikel über' It, der aus' der Feder von’f le und vor der Ermc ic trieben wgrden war. Der naus politische und literd i. F. v. Luschan »Völker, Rassen, Sprachen«. Berlin 1922, Wehverlag ' Wenn ein Mann vom Rang und Ruf Luschans die Stimme in Rassenfragen erhebt, so i)St das Grund für alle, die es ängeht, aufzuhorchen. Und wenn er das. was er über Völker, Rassen, Sprachen zu sagen hat, durch einen jüdischen Verlag verkündet, so. ist das für uns Juden doppelt Giund, mit angespannter Aufmerksamkeit zu lauschen. Denn liier erleben wir das für Deutschland wirklich seltene Ereignis, daß jemand über. Rassenfragen schreibt und doch etwas davon versteht; daß jemand | über die Juden spricht, und wenigstens ein paar Hundert j von ihnen in den verschiedensten Erdteilen zu Gesicht, bekam; daß jemand über andere Völker redet, der über I Mitteleuropa hinausgekommen ist und nicht nach Art unserer »politischen Anthropologen« aus dem Bannkreis von Miesbach oder von der erhabenen Geisteswarte eines Thüringer Literaturprofessors über Völker und Kulturen urteilt, deren Land ^ihm fremd, deren Sprache ihm unverständlich und deren-Geistesprodukte ihm nur aus mehr; oder minder mißverstandenen, wenn nicht gar böswilligen Uebersetzungen bekannt sind Hier spricht kein Rassentheoretiker, sondern ein Rassenpraktiker, der jahrzehntelang in allen Erdteilen seine Studien getrieben hat und daher nicht im Stylus mysticus der Theorie, sondern In der anschaulichen Form der Erzählung von seinen Eindrücken und Erfahrungen berichtet.- Oerade diese Beandlung des Stoffes als persönliches Erlebnis und unter Einstreuung charakteristischer Reiseanekdoten gestaltet die Lektüre des Luschanschen Baches zu einem unbe. schwerten Genuß. Wie nicht anders zu erwarten, hat der Aufenthalt in den verschiedenen Landen Luschans Gesichtskreis weit über den Durchs^hnittshorizont des Mitteleuropäers hinausgehoben ur|d ihm ein Verständnis! für das Fremde, gepaart mit Kritik des eigenen Wesens, eine Objektivität 'des Urteils und eine Parteilosigkeit der Gesinnung gegeben, die man in <ier Ueberzahl ähnlicher Publikationen vermißt. In Form jeiner wissenschaftlichen Rundreise fährt er mit uns um dien Erdball, zuerst nach Australien als dem Land der primitiven, dann nach Amerika, wo das moderne Negerproblem in fesselnder Weise behandelt wird, alsdann;durch Afrika mit seinen Pygmäen, den Buschmännern und Buschmannsmalereieh, den Bantusprachen und dem noch ungelösten Fragenkomplex des Hamitentums, wobei uns zum Abschied a|s Reiseandenken die Versicherung mitgegeben wird, »daß es in Afrika keine anderen Wilden gebe als einige to|lgewordene Weiße«. Als vierter firdteil wird Asien bereist, das alte und dat neue, so daß wir ebenso derl uralten » Sumerer und der neuentdeckten Hethiterdcnltmä|iy wie. des modernen Tür (en-Griechen-konfliktes ansichtig jiverdün, und landen schlicl >lich in Europa. L I Auf dieser Rt ndfahyt, begegnen wir zweimal ä|en Juden, einmal im Orient, einmal in Europa ". Aus der Orientschilderurig sind die wohl we> igen bekannten Einzelheiten interessa it, daß in .der Türkei das Glaser- und Klempnerhandwert ausschließlich in Händen -dar Juden ruht. »Ich glaube nicht, daß es im ganzen osmirrisenen Reich einen einzig;en nichtjüdischen Klempner gißt1*, und daß, auf Rhodos d isselbe von deti Lastträgern gilt j^so daß * sich sogar die int srnationale Schiffahrt nach' ihnen richten muß, und daß ke n Dampfer auf Rhodos an 'einem Sonnabend oder sonst an einem jüdischen Feiertag Waren löschen oder an Bord nehmen kann.« Als Folge dicker jahrhundertelangen Spezialisierung haben die portigen Juden die mittlere Körpergröße von 174 cm erreicht so daß sie zu den größt« n Menschengruppen des Erdballs zählen — einer der viel« n Beweise, daß die, leider nirihti nur bei unseren Gegnern, sprichwörtliche jüdische Köfpertleinheit. Schwäche und Dtenstuntauglichkcit eben nichts] anderes als eine Milieuetscheinung, eine Folge und Anpassung' an das frühere Qhetto- und Kleinhändlerlebfnl in der europäischen Ur terdrückung, »Unterdrückung« ] in des Wortes wahrsten« Sinne, ist und nicht tinRassenfierkmal. Die Juden, die den römischen Legionen so [sehr zu, schaffen machten* daß der Weltstaat Rom nach dem FaU Jerusalems Triumphbögen erbauen und Denkmünzen schlagen ließ, hätten sicher nach ihrer Statur besser in die Potsdamer Gjarde als in die niedrigen Ghedprim der galizischen Dörfer gepaßt; und die Chaluzim,• die heute im Sonnenbrand löräben durch'die Ebene Jesral ziehen, um wieder Milcl^ und Honig im Land der Väter fließen zu lassen, wachsen | mit jedem Arbeitsjahr höher und höher aus den Bochermänteln ihrer europäischen Kindheit heraus. Die europäische, Juderifrage behandelt v. Luschan im Schlußkapitel in! einer Tonart, die für europäische freisinnige Nichtjuden typisch ist. Wesen, Sinn -und Inhalt des echten Judentums sind ihm trotz .seiner, [betonten Kenntnis der Juden und freundschaftlichen Beziehungen zu Führern der zionistischen Bewegung eine, terra incogriita geblieben. Er Ut zufrieden mit der »idealen S; mbiose«, sieht in ihr dein behaglichen Uebergang zur. yölligen Assimilation, d. h. Auflösung der jüdischen Minderheit in der europäischen Majorität, und erblickt in der O rthodoxie das retardierend^ und im Zionismus ebenso wie im Anti- ' semitismus das störende Element dieses friedlld fco Amai- -4 11 —

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