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Der Orden Bne Briss · 1923-01-01 · Nr. 1/2 - Januar/Februar · p. Seite 6

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1923
Issue
Nr. 1/2 - Januar/Februar
Date
1923-01-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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vor. Er zeigt, daß die Oedankengänge'Walther Rathenaus sich mit den Zielen unserer Loge und vor allem mit den Aufgaben der Beamteil beröhren. Die Loge ist das kleine Abbild eines Staatswesens. Regieren ist nach Rathenau nicht nur patriarchalisches Verwalten, sondern Ergreifen von Initiativen. Wirsollen die Loge nicht nur ausgestalten zu einer Aibeitsstätie sozialen Schaffens, sondern zu einer Pflegestätte des geistigen Lebens. Im Dreiklang der’Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht fließen unsere Ordenstendenzen zusammen. Für das Beamtentum stellte Rathenau einen eigenen Dreiklang auf: Treue, Tradition, Disziplin. Die Treue gilts dem Judentum, dem. Glaubensbrjlder, dem Logenbruder zu wahren, die Ueberlieferungen unserer Religion und Geschichte zu hüten, die Traditionen des Ordens hochzuhalten, aber zugleich in strenger Selbstkritik Disziplin üben als eines unserer vornehmsten Ordensgebote. Die Walther Ratbenau-Loge hat hier ihre eigenen diffizilen Aufgaben im besetzten Gebiet, auf vorgeschobenem Posten. Das Milieu der Loge ist im wesentlichen ein kaufmännisches. Der Kaufmann wird durch die Loge zum Ethiker. Dem Tempel des Himmels steht der Tempel der Erde gegenüber, das bedeutet, daß aller Flug und aller Schwung zum Ideal inmitten der materiellen Verhältnisse zu verwirklichen ist. Der erwerbende, strebende, schaffende Kaufmann war in Israel stets Förderer aller idealen Interessen. Rathenau erteilt den besten Rat, wenn er sagt, daß bei aller .Mechanisierung der Gesellschaft die Gesinnung nicht durch Einrichtungen, Prinzipien niemals durch Funktionen zu ersetzen sind. Die Mechanik der Logenarbeit darf nicht auf Schablone abgestempelt seih, sie muß beseelt bleiben von dem hochstrebenden Idealismus, der den innersten Zweck unseres Bundes darstellt. Die Loge muß unter Leitung der Beamten ethisch und brüderlich, lehrreich und gesellig, anregend und nützlich, hilfreich und erbaulich zugleich sei«. Eine der vornehmsten Thesen Rathenaus: wurzelt darin, daß der Staat auf keine seiner moralischen und intellektuellen Kräfte verzichten kann; so ist die Zusammenfassung, die Mobilisierung, die freie Entfaltung aller Kräfte für das Gedeihen des Logenlebens unerläßlich. Wie Rathen: tis Ideen getragen waren von einjer großzügig® I Toleranz, so muß der Beamtenrat im Logen!« tyen die Duldsamkeit und Versöhnlichkeit als leih hdes, ausgleichendes Motiv zur Oeltung bringen.1 Das Wort, das einst Rathenaus Streitruf war und dann sein Nachruf wurae, bleibt Wecktil der Loge .in dem Flammenzeichen: >Höre iraeW. Nachdem dann der hochw. Großpräsident den Freibrjtf der Loge übergeben hatte, folgten die Begrüjßüngen von Brüdern der Schwesternlogen. Präs. Br. EI kan sprach namens der w. Düsseldorf-Lof e, die vielp Brüder abgegeben hat, Br, Präs, i .-A. W i 1 c z e k aus Crefeld für die Niederr I ein-Loge. Er betonte, daß der Kampf gegen Materialismus und Gleichgültigkeit hier im Wiiten ausgekämpft werden müßte. Die Brüder Kramer von der Stuttgart-Loge, Braun von der Allemania-Loge, zugleich für den Norddeutscl <:n Logenverband, Oppenheimer von der Ja:ob Plaut-toge für den Mitteldeutschen Logemerband, Br. Rabbiner Dr. B am berge r aus |mburg für die Hanseatischen Logen, Exprfis. |ßr. Max R o s e n t h a I für die Berliner Logen, Br. Dörnberg Dortmund für die Westfälischen Logen, Br. L eff mann für die Fratemilas-Loge, Br. Löwe für die Duisburg- Loge zür Treue, Br. Altm^nn für die Moselloge, und Br. Oott schalk für die Olückauf- Loge überbrachten die Segenswünsche ihrer auftraggebenden Verbände und Logen. Derjw. Präsident Br. Moses Stern dankte dem Iiochvv. Großpräsidenten und sämtlichen Brüder \ gab einen kurzen geschichtlichen Rückblick über die Entwicklung des Logengedankens in Mü ichen-Gladbach und legte das Gelöbnis treuer Pflichterfüllung ab. Dei ' Mentor Br! Dr. O e 11 e s knüpfte seine Gedpnl cen an den Namen der neuen Loge, Waltheri Rathenau-Loge an und überreichte eine Waith« ij Rathenau-Stiftung von Mk. 300 000.—, die jungen Akademikern ein technisches Studium erleich' em oder ermöglichen solle, wobei aber die endgültige Zweckbestimmung njoch Vorbehalte rj bleiben soll. Dei i hochw. Großpräsident schloß! die eindrucks rolle Feier mit Worten des Segens und guter 'Vorbedeutung für die Walther Rathenau- Loge iii 7 Uhr abends. LCtken. — 6 — 4

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