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Der Orden Bne Briss · 1922-11-01 · Nr. 10/11 - November-Dezember (11.1922) · p. Seite 140

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 10/11 - November-Dezember (11.1922)
Date
1922-11-01
Page
Seite 140 (sequence 18)
Language
German
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die fist allei Großen im Reiche des Geistes, die einen n< :uei Gedanken in ■ die Menge geschleudert haben, ' zugistoßen ist! — Ls liegt vorläufig nur der erste Band dieser Tageb ich« r vor, aber schon aus ihm wissen wir eins: Das Jiidei tum kann stolz darauf sein, _ daß es einen solchen fl^anr besessen hat, das Judentum als Ganzes, nicht eine Fjartel! Oh, daß wir doch einen solchen Menschen, mit ejner i solchen jüdischen Herzen, nicht durch eine Brille arischen möchten! Es ist ja gleichgültig, wie man zu seinen Gedanken steht, wenn man nur aus diesen Tage- . buchplättem lernt, ,wie man sein Volk lfeben muß, wie rtian sich restlos für ein Ideal einsetzen kann, dann hat 1 Hera nicht umsonst gelebt —« Vielleicht ist dieses Tage- I buch die schönste Offenbarung jüdischen Geistes, die j uns in letzter Zeit zuteil geworden ist. j 1 Darum muß man es lesen! ' , . i : fjreslau. * Dr. Willy Cohn. | ' ir. S. Mürtz. Die jüdischen Aerzte im tel alter. .Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des lelalters. I. Kauffmann, Frankfurt 1922. S. 175. ■ groß auch die Verdienste der Juden um die Ertljung n ld Förderung der "Wissenschaft im Mittelalter; , auf die von christlichen Gelehrten kein Geringereit Schleiden und Virchow nachdrücklich hingewiesep len, so bildet doch ihre Tätigkeit auf dem Gebiete def izin ein Ruhmesblatt ihrer Geschichte, dem Iqum eilt es gleicht. Und doch ist diese Tatsache selbst in ildeten jüdischen Kreisen nicht genügend bekannt, wird it genügend gewürdigt. Dem Verfasser obiger Schrift gebührt die Anerkennung, daß erals einer der ersten diese 5e te jüdischer Kultur- und Geistesarbeit in vol tstümliche: und doch zugleich wissenschaftlich gediegener Weise cargestellt und die Kenntnis hiervon in weitixe Kreise h neingetragen hat Die vorliegende Arbeit ist e ne Erweitermg und Vertiefung einer im Jahre 1887 von ilim herausgegebenen Schrift., Sie vereinigt in sich den Vonug edler Pi ipularität mit dem gründlicher Gelehrsamk eit. Wahrem der Text in einer leicht lesbaren, flüssigen i nd wohltuei den Sprache abgefaßt ist, sind der gelehrte Apparat und die liberaus reichhaltigen wissenschaftlichen Nachweise in die Ai merkungen am Schluß verwiesen. Ein Verzeichnis der beh indelten Personen beschließt das Werk und erleichtert die Benutzung desselben. Mit Recht bezeichnet Münz; seine Schrift als einen »Beitrag zur Kulturgeschichte des-Mittelalters«. Denn was er uns hier von den Er ebnissen u nd Schicksalen, |Leiden und Freuden der jüdischen Aerzte und von deren Rückwirkung auf das Leben der jüdische i Gesamtheit in überaus interessanter Weise berichtet, läßt uns an vielen Stellen einen tieferen Eint lick in dep Geist jener Zeitigewinnen, macht uns das Alltagsleben u ld -treiben unserer Vorfahren viel deutlicher und anschau icher als. selbst die gelehrteste und weitläufigste Allgemengeschichte es vermag. Auch als eine Art unbeabsict tigter und darum pm so wirksamerer Apologetik des Jucentums im Mittelalter dürfte dieses Buch, insbesondere in christlichen Kreisen, gute Dienste leisten, da et ii objektiver Welse zeigt, wie sehr die Juden selbst in dpi dunkelsten Zelten sich um das Wohl ihrer Mitmensch« n im Geiste echter Humanität und edler Sittlichkeit ber lüht und verdient gemacht haben. D r. H o 1 z |e r. Aui 'dem' Verbände der Frau envereiniiu nsen der U.0J.B. Losen.' Artikel und Berichts aus dtm Verbände stehen unter Vtrantwortun^ dtr Redaktion dtr Monatsberichte der Grosslofe; Manuskripte für Einsendungen, die unter dieser Rubrik erscheinen Frau Anna Le »y, Stettin, £ln tollen, merden jedoch zuvor an die Adresse J(on istr. 10, erbeten. Die Schrittleitung ersucht alle Schwesternvereine dringendj Mrcutenbeilage’ zu erinnern. — ■ i ich ihres Versprechens zur regen Mitarbeit c, n der Gegenwartsform« rungen. i. Von Anna Außergewöhnliche Zeiten stellen besondere Ansprüche an die Menschen, welche in ihnen 2 u leben haben. Die Kriegszeit hatte uns Trauen in Deutschland jählings aus unserer ijtahn geschleudert und uns in Berufe und ichten gerissen, die uns bisher fern lagen, ie Nachkriegszeit mit ihrer Arbeitsnot, ihrer öhnungsnot und der Not der an Nerven und undheit aufgeriebenen hehnkehrenden Männer teilte wiederum ganz neue Anforderungen an Lew*, Stettin. uns Trauen, Aufgaben, welche für die Jüdin veryie facht wurden durch das Hereinflute i der am|en Glaubensbrüder aus dem Osten, Jurch den gleichzeitig mit dem Elend anwachsunden Antisemitismus und durch die erschreccende Zunai ime der Mischehen, welche Hand in Hand .ging mit einem nachgewiesenen Zurück gehen t deri Zahl der Juden. iD irch die gänzliche Umgestaltung alle^ Verhäljni ise nach einem verlorenen Kriege — 140 — waren i

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