Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 8 - September (9.1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Und er gab sich und anderen die Antwort, daß dies abhänge von der »Kontinuität des Ich« — er hätte auch sagen könnenj: von dem lebendigen Verständnis für das Gestern; das machte es, daß der alte Mensch im Grunde doch der junge Mensch bliebe. Das Wofft ist so treffend, daß wir von dem kleinen Gestern es auch auf das große anwenden können] auf unseren Anteil an dem Leben der Gesamtheit, in das die Vorsehung uns hineingestellt hat. Wie können wir in ihm, mit all seiner! Vergangenheit, doch immer innerlich jung und neu, hoffnuhgsfrisch und zukunftsfreudig bleiben? Auch hier, für dieses große Leben, das uns mit den früheren Oeschlechtern verknüpft u|id auf die kommenden hinweist, lautet die Antwort; wir müssen die Kontinuität des Ich bewahren, wir müssen das sein wollen, was wir sind. Als Menschen, die ui|i ihr Gestern wissen, Werden wir Menschen des Heute sein, die für das Morgen arbeiten. Da wir begreifen unsere Vergangenheit uns ist, werden stehen, was wir der Zukunft ..zu geben Das ist im jgroßen wie im kleinen Lei bleibende Jugend, oder wenn es einem klingen sollte, Modernität was veraben. die I »esser wi ■ :bf n :Sc i In einer Zeit, in der Uebelwollende und unser Gestern, unsere Vergangenheit, mit bewerfen, unser Morgen, unsere jZukunft, graben wollen, gilt es, unsere Pfersöniichk^i finden, Menschen von heute, d. h. im Sinne moderne Menschen zu sein? die am sehen Aufbau ihrer selbst, des Judentum!, Vaterlandes mitzuwirken imstanqe sind. In diesem Sinne unser herzlicher Glückw i zum Neuen Jahre. Großloge für Deutschland Vllf U Timendorfer. Ooldschm f asser 3 Zur Berufung jiidischerWissenschaftler nach New Yorpc Von Br. Leon Scheinhaus, Memel. mutz interit zuv esten seelides nsch B. B. dt Das neugegründete »Jewish Institute of Religion« in New York, das eine Hochschule für die wissenschaftliche Erforschung des Judentums ist und nur Hötfer mit abgeschlossener Universitätsbildung aufitimmt, hat für den kommenden Winter zur Abhaltung von Vorlesungen über verschiedene wissenschaftliche Disziplinen des Judentums namhafte jüdische Gelehrte aus Deutschland berufen, welche dem Rufe Folge leisten und schon anfangs Oktober nach Amerika reisen werden. Es sind dies vier Dozenten von der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin: Rabbiner Dr. Leo B a e c k, Prof. Dr. Ismar EI b o g e n, Prof. Dr. Julius Guttmann und Dr. Harry Torczyner,tund der Königsberger Rabbiner Dr. Felix P e r I e s. Diesen Oktober reisen doch nur zwei, die anderen vielleicht, in den nächsten Jahren. Diese Zeitungsnotiz vergegenwärtigt und bewahrheitet wiederum die bereits rühmlichst be; kannte Tatsache, daß, wie Gedanken zollfrei sind und keine Schranken kennen, so auch im Bereich der Wissenschaften ' Landesgrenzen wenig Oeltung haben; markierende Scheidewege gi)t es, aber keine absoluten Trennungsstriche 2w sehen den verschiedenen Arten der vielgestaltige 1 Kulturen. Ueberdies sind die jüdischen Kulte rinteressen in der ganzen Welt mit tausend :äden an die gehaltreichen Bestrebungen der d e u t - sehen Juden gebunden, und geradq die jü lische Geschichte und Literatur und die Wissenschaft vom Judentum sind außer irti. Hebräiscf en — Bibel* und Talmudsprachen — in fast ceiner Sprache der Weltgeschichte so reichhaltig b< wahrt und aufbewahrt als in der deutschen In diesem Zusammenhang lasse ich einen Auszug aus einem interessanten'Brief d:s hebräischen und weltlichen Gelehrten Ch» S. SI o - nimski, während seiner Amtstätigke t als Direktor der Rabbinerschule in Schitömir, in die Gesellschaft zur Förderung der Aufklärung unter den Juden in Rußland, vom Februar 18ö4*j folgen: ».... Was ist in Deutschland nicht seit M mdelssohns Zeiten alles vorgearbeitet und get chaffen worden? Die Bibel, Mischna, ‘Katechismen, Qebet- *) Veröffentlicht in der hebräischen Geschichte dieser Gesellschaft (1888,90) Bd. II $. 22/23. v ’ 09 _