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Der Orden Bne Briss · 1922-08-01 · Nr. 7 - August (8.1922) · p. Seite 87

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 7 - August (8.1922)
Date
1922-08-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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/ versammelt sind, aber auch viele, die draußen stehen, sind mit ihm vereinigt durch das reine Gewebe edlen Wirkens, daS alles umspannt: Vorhalle, Heiligtum und Allerheiligstes. Bleibe Du, Israel, Dir treu, bleibe Du Dir in der Treue zu Deinem Glauben gleich; um so sicherer, um so leichter, um so früher wird die Tochter in Dir die Mutter wieder erkennen und mit Dir den Tag feiern, den großen heiligen Tag der Versöhnung, deri Versöhnung Aller mit Allen.« In seinen weiteren Ausführungen erinnert Br. Großpräsident an seine vor acht Tagen bei der Begründung der Manuel Joel-Loge in Breslau gehaltene Installationsrede, in der er den alten dreiteiligen Priestersegen in Anlehnung an die Erläuterung von Joel behandelte. Diese Erläuterungen ergänzt Br. Timendorfer durch Horovitzsche Lehren und in Bezug auf unsere Ordenstendenzen. Der erste Absatz: »Der Ewige segne Dich und behüte Dich,* schließt irdisches Schaffen, irdisches Glück in sich, irdisches Behagen im Einklang mit der Religion. Die Religion gebietet uns, sechs Tage -fleißig zu arbeiten und den Erfolg unserer Mühen zu genießen. Aber bei dem erworbenen Besitz werden j wir an . Steinthals Worte denken müssen, der an einer Stelle sagt: «Das Geld hat seinen Geruch nicht nur je nach seinem Gebrauche, der davon gemacht wird, sondern auch je nach der Quelle, aus der es stammt. Es gibt Gelder,; die nicht in das Ootteshaus gebracht werden können, nur verdientes Oeld gehört dorthin, das ist dasjenige Geld, welches eine Gegenleistung ffir Deine Leistung ist, nach Recht und Gebühr, t ( Das ist auch der Standpunkt von j Horovitz. Wie hat Hqrovitz gegen die Wucherer geeifert! »Jene Unredlichen« — so sigt er in einer Rede — »die jeder ernsten Arbeit! aus dem Wege gehen und sich zu bereichern juchen an ' der Verarmung anderer, das sind die Zerstörer unseres Ansehens, die Zertrümmerer unserer Ehre. O, könnten wir sie nur bewegen, daß sie ganz von uns gehen, daß sie nie in unsere Gotteshäuser kämen und sich nicht mehr erkühnten, anzurufen den Namen Gottes!« An anderer Stelle sagt er: »O, es schmerzt Israel tief, wenn noch einer in seiner Mitte ist, dem man Vorhalten kann.: Du pfändest Deine Brüder ohne Grund und dem Entblößten ziehst Du die Kleider ab. Aber Israel ist mit Rec it darüber entrüstet, daß seine Feinde so ungerec it sind, die Fehler der E i njz e“l n e n auf d :n Stamm zurückzuführen.« * Aber nicht nur der Erwerb des Besitzes m iß nach unseren Ordenstendenzen heilig sein, sc ndern auch sein Gebrauch. Der Besitz darf keinen Panzer bilden gegen fremde Not und fremc es Leid, er muß vielmehr na^h unseren .Orde islehren Wohltätigkeit und Bruderliebe üben. Je größer der Besitz, desto größer muß die Oplerfreudigkeit des Besitzenden sein. Denn aich Reichtum verpflichtet Bei dieser Gelegenheit erwähnt Br. Timmdorfer den von der Größloge. geschaffenen Kulturfond zur Rettung der jüdlse ten Wissenschaft in Deutschland, die Fürsorge für die bei uns lebenden O $ t j u, d e n, für len Keren hajessod' jzum Wiederauf>au Palästinas. Daß unter dem! Aufrufe zu Gun« ten der humanitären Arbeiten im Heiligen La ide auch sein Name stehe, könne nicht verwund im, denn wenn auch Vaterlandsliebe zu den er: ten Pflichten eines wahren Juden gehöre, so st£ nde doch diese Verpflichtung j in keinerlei Wi ierspruch zu jenen Bestrebungen, die auf die Kolonisation Palästinas hinzielten. Auch Ma cus - * Horovitz sei stets für diC Besiedlung und die wirtschaftliche Erschließung des Heiligen Cat des durch Juden eingetreten, f *. Wenn wir die Wo h 11 ä|t igk e i tan die S] litze unserer Tugenden stellen, | SO hat Horovitz bewiesen, daß wir Recht damit haben. Bei der Trauerfeier für Br. Oamburg hielt Horovitz die Trauerrede und erzählte dabei, daß er den Bruder Gamburg einmal einem chassidischen RabKiner vorgestellt habe, der sehr verwundert daiüber nudwar. rief besittwar, weil Gamburg weder ein großer Tal kenner, noch ein streng | frommer Mann »Aber er ist ein sehr großer Wohltäter! Horovitz aus. Diese' Anschauung zeugt sonders für einen Rabbiner von eminent licher Höhe, denn sie soll zum Ausdfück brii igen, daß das Wohltun die höchste der menschl Pflichten sei, und daß durch eine derartige keit und G^innung gewissermaßen' der w< sentlichste Religionsgedanke seine praktisch« Erfüllung erfahre. Die »Barmherzigkeit«, sagt Horovitz in deiner Schrift, die »Wohltätigkeit bei den Judei im chen ätig- — 87

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