Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 61 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus den Verbünde der FruuenvereiiMen der II.O.B.B. Losen. Artikel und Berichte aus dem Verbände stehen unter Verantwortung der Redaktion der Monatsberichte der Grosslöge Manuskripte für Binsendungen, die unter dieser Rubrik erscheinen sollen, werden jedoch luror bn die Adresse ¥on Frau Anpa Lew/, Stettin, EHsabethstr. 10, erbeten. Betrachtungen von der Zentral- und Auskunftsstelle. Von Schw. Martha Schlesinger, Frankfurt a. M. ' , Die Dresdener Verbandstagung kann als ein Markstein in der Verbandsarbeit bezeichnet werden. Zielbewußt und sicher, fühlten sich alle Teilnehmerinnen eins in dieser Bewegung, die uns jüdischen Frauen höheren jWert und weitere Wirkungsmöglichkeiten ge{ben soll. Diese Oemeinsamkeit, die uns das Wort »Schwester« bedeutet, hat für uns einen tiefen Sinn. Wir arbeiten miteinander^ um uns aufwärts und vor wärts zu bringen, um unser jüdisches Wissen zu vertiefen und das Materielle unserer Zeit von uns abzustreifen. Wir arbeiten füreinander, um unseren Schwestern häufig aus einer unverschuldeten Notlage herauszuhelfen. Wir arbeiten für jede jüdische Geschlechtsgenossin, indem wir die soziale Fürsorge zweckmäßig ausgestalten. Lebendig und weit umfassend kann unsere Arbeit aber nur dann werden, wenn wir, ohne die Sonderbestrebungen des einzelnen Schwesternvereines zu schädigen, uns in gemeinsamen Arbeiten zusammenfinden. Für den Oedankenaustausch und die Inangriffnahme solcher Aufgaben bedarf es einer zentralen Stelle, eines Sammelbeckens, in das sich alle Ströme ergießen, welche demselben Ziele Zuströmen wollen. Wenn der Verband bei seiner Oründung diese Notwendigkeit einsah, indem er die Zentral« und Auskunftsstelle sofort ins Leben rief, so bewies er damit, daß er nicht unter dem Zwange von Einzelbestrebungen steht, sondern in allen ernsten Aufgaben zusammen wachsen möchte zu einem großen, gemeinsamen Willen, zu einer großen, gemeinsamen Arbeit. Diese Arbeit im gegebenen Augenblick schnell und umfassend zu organisieren, war nicht immer so einfach, wie es äußerlich den Anschein hat; wenn es aber wirklich eine ehrliche, einheitliche Gesinnung in unseren Schwestemkreisen gibt, dann (kann auch dieses Ziel mühelos erreicht werden. Die angeschlossenen Vereine übernehmen dem Verband und dessen Zentralleitung gegenüber eine außerordentlich große Verantwortlichkeit. Jede lokale Arbeit, die auch nur in schwachen Schattierungen von den allgemeinen Aufgaben abweicht, muß weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Wenn wir beispielsweise hören, daß Besucherinnen eines Abendheimes, das von einer Frauenvereinigunggegründet wurde, Hochschulkurse belegen, daß sie von hilfsbereiten Schwestern an Sonntagen in die Museen geführt werden und sich bei ihrer nächsten Zusammenkunft über ihre Eindrücke äußern müssen,wenn wir erfahren,daß'Schwestern der Großstadt auf das Land hihausfahren^ um für ihre kleinen Schützlinge mit gutem Erfolge dort Unterkunft für die Sommermonate zu suchen, so sind dies Anregungen, die für alle anderen Frauenvereine wertvoll und nachahmenswert sein sollten. Darum ist es Pflicht eines jeden angeschlossenen Vereines, der Zentrale in regelmäßigen Zwischenräumen — bestimmt aber dann, wenn ein neues Arbeitsgebiet I in Angriff1genommen wird — Bericht über seine Tätigkeit und deren Erfolge zu erstatten. Nicht warten darf er, bis in einer Tagung diese Leistungen festgestellt werden, nicht zögern, Iwenn-ihm auch eine Idee zu groß und nicht sofort durchführbar erscheint. Jeder Verein soll geben und nehmen, je nach der Befähigung seiner Mitglieder. -Der letzte Geschäftsbericht der Zentral1- und Aus-. kunftsstelle, der nur eine Arbeitszeit von 14 Monaten umfaßt, ergibt,, daß'217 Mitteilungen an dieser Stelle einliefen, während 407 Briefe herausgingen; eine ganz stattliche1 Leistung, wenn man bedenkt, daß kein Büro mit bezahlter Schreibkraft zur Erledigung diesen Arbeiten zur Verfügung steht! Deshalb wurde auch besonders von dieser Stelle das Fehlen der Frauen-, beilage des Großlogenblattes als-eine große Erschwerung für eine allgemeine Verständigung’' angesehen, und wenn jetzt dieses Blatt mit seinen regelmäßigen Mitteilungen neu aufleben wird, möchten wir ihm den Wunsch mitgeben, daß es von allen Mitgliedern auch den Brü-,