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Der Orden Bne Briss · 1922-04-01 · Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922) · p. Seite 60

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1922
Issue
Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922)
Date
1922-04-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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500 Bilder, die außer den oben erwähnten Abteilungen noch besonders .Bilder moderner jüdischer Künstler enthält. Die beiden Sammlungen ergänzen. einander vortrefflich. Wir beabsichtigen nunmehr Bilder klassischer Künstler, die zu Illustrationen biblischer Erzählungen dienen können,, sowie solche Bilder anzuschaffen, die zur Erläuterung der nachbiblischen jüdischen Geschichte benutzt werden können. Unser jüdisches Lichtbilderarchiv soll aber nicht nur im engen Rahmen unserer Loge gebraucht werden. Im Gegenteil: es ist beabsichtigt, es möglichst weiten Kreisen zugänglich zu machen. Wir wollen die Bilder gegen ein ganz| kleines Entgelt Schulen, Jugendvereinen, Logein und ähnlichen Instituten zur Verf igung stellen, und auf diese Weise das Interesse für jüdische Dinge beleben und verstärken. Nähere Auskunft zu erteilen bin ich bereit. Robert Hirschfejl Berlin W. 15, Joachimsthaler gern Id, Str. 14. Bücberschan. Dr. Alphons J. Sussnitzki aus Jerusalem: Das jüdische Problem in Palästina. (Vortrag, gehalten vorMitgliederpdes Klubs desSozialwissenschaftlichen Vereins und-des Bundes Neues Vaterland.) 1921. Verlag von Oeorg Stilke-Berlin. Der Vortrag ist zu einem kleinen Büchlein von 74 Seiten erwachsen und in vier Abschnitten behandelt worden: 1. Das■ Völkerrechts-Problem. Z Das politische Problem : Die Araberfrage. 3. Das wirtschaftliche Probien): Bodenerwerb und Bodenverteilung. 4. Das Kulturproblem. Das Büchlein ist. mit großer Sachkenntnis und in anregender Form geschrieben und kann sehr wohl als Einführung in das Palästina-Problem empfohlen werden. Ob man die beiden letzten Abschnitte mehr oder minder als Realpolitik oder als - Phantasieprodukt zu behandeln ge. neigt ist, wird im wesentlichen von der eigenen Stellung des Lesers abhängig", sein. A. O. Rabbiner Dr. S. Kautz, Hindenburg O.-S.: „Die mündliche Lehre ynd ihr Dogma“. 1. Heft; VII u. 46 Seiten. Leipzig, M. W. Kaufmann. 1922.; Es ist in unserer Zeit ein erfreuliches Zeichen, wenn ein Forscher sich von herkömmlichen Formeln frei macht, um ' der Sache selbst in ihrer Eigenart gerecht zu werden.,- Insofern istdie Arbeit .Kaatz’ freudig zu begrüßen, als er von allen bestehenden Voraussetzungen! zu seinem Gegenstände absieht und sich Keinem zu Liebe und Keinem zu Leide nur mit dem Gegenstände befaßt, j wie er sich im Talmud von selbst bietet Der Talmud selbst hat die Abgrenzungen“ nicht,j welche spätere Größen,- -wie Samuel Nagrela und Mai-1 monides, über die verschiedene Wertschätzung talmudischer Auskprüche und Deutungen, seien es halakhische oder agadische, aufgestellt haben. In ihm ist die mündliche Lehre eineneben der schriftlichen freischwebende (leichartige Offenbarung. Gleichviel, ob sie schon am Sinai oder iü späteren Zeiten hervorgetreten, jede Deutung, jede räbbinische Verordnung ist und bleibt mündliche Lehre find wird sinaitisch, und jede Tatsache, dieda(;egen spricht, tritt zurück, weil religiöse Dogmen keine hist« irisch zu begründenden sind. Mit, diesen keineswegs als loci commumes sich darstellenden, sondern durchaus eigenartigen Ansichten glaubt -> Verfasser allen verkleisternden Ansichten gegenübe! den Tatsachen der talmudischen Darstellung gerecht zu werden. Allen Deutungen und Folgerungen der Späteren Reit er als veraunkejnd aus dem Wege und hält sich im Oege isatz zu den: hier nicht gültigen Vemunftregeln an das Wort des Talmuds selbst. Für jdie Fortsetzung wäre es wichtig, festzustellen, wie es mit Üen Unterschieden steht, die der Talmud zwis:hen toramäfjigen und rabbinischen Bestandteilen der Halakha macht, <j>b völlige Deutung, bloße Gedächtnisstütze, bloßer Hinwejs| und bloße Verordnung auch mündliche L:hre seien. Und wenn selbst ein gläubiger Mann wie Nachmanides; bei der Disputation die Agadot für nicht erörterbar hält, ob dieselben wirklich auch mündliche Lehre seien. Es ist für uns gewiß fesselnd, zu erfahren, wie Vf außer der Beantwortung dieser Fragen mit seinen großen Vorgängern sich endgültig auseinandersetzt. Denn das er das tun wird; ist uns bei der Entschiedenheit seines _Auftreteijs unbestreitbar. Seinei Schrift ist jedem Freunde tiefer Erörterung empfehle^. Dr. Ludwig A. Rosentha — 60 —

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