Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 4/5 - April/Mai (4.1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Richtlinien für die Werbearbeit für den Kulturfond und die Verteilung der gesammelten Mittel. (Antrag Blau.) I. Die gegebene Organisation, die eine großzügige Hilfe in der Kulturnot des deutschen Judentums bringen könnte und zu bringen verpflichtet wäre, wäre die auf dem-letzten Öemeindetag des Deutsch-Israelitischen Oemeindebunds beschlossene Gesamtörganisation der deutschen Juden. Nach der auf demOemeindetag angenommenen Verfassung bezweckt nämlich der Bund u. a. die finanzielle Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden, die Schaffung und Unterhaltung oder Unterstützung gemeinsamer Einrichtungen und Anstalten, sowie die Förderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung der jüdischen Gemeindebeamten. Die mit der Vorbereitung dieser Gesamtorganisation betraute Ueberleitungskommission des D.I.G.B. konnte aber die zum Inslebentreten der Gesamtorganisation reichsverfassungsgemäß erforderliche staatliche Mitwirkung noch nicht erlanget?. Der D.I.O.B. selbst ist nun zwar schon jetzt bemüht, von den Gemeinden 1 pCt. ihrer Steuereinnahmen einzuziehen, um in Richtung der Tätigkeit seiner Gemeinde-Unterstützungskommission den kleineren Gemeinden die Unterhaltung ihrer Schulen und Lehrer zu ermöglichen,. eine durchgreifende Hilfe ist aber hiervon kaum zu erwarten Von anderen zentralen Organisationen kommt der Verband der deutschen Juden, der in Liquidation begriffen ist, nicht mehr und der Hilfsverein der deutschen Juden, der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und die Zentralwohlfahrtsstelle der'deutschen Juden wegen ihrer anders gearteten Tätigkeit und aus. hier nicht zu erörternden Gründen überhaupt nicht in Betracht. Man könnte an eine vorübergehende Zusammenfassung der großen und mittleren Gemeinden für die Zwecke tler Kultumothilfe denken, und man wird dies vielleicht tun müssen, wenn die Gesamtorganisation noch lange auf sich warten läßt. Da ist denn die Großloge auf den Plan getreten, und das deutsche Judentum, ja, die Judenheit der ganzen Welt wird ihr großen Dank schulden, wenn es ihr gelingt, dem deutschen Judentum, aus dessen geistigen Quellen die ganze übrige jüdische Welt ihre geistige Gesamtorganisation sein — sie ablöst o Verwaltungen der größeren und mittler;i , -t I Nahrung gezogen, es zu ermöglichen, seine Stellung als Nährvater des Judentums zu e halten. Und sie hat so lange auf dem Plan zu >leiben, bis eine andere zentrale Organisation7 - und das kann nach der Lage der Dinge r ur die er die n Gemeinden dies tun oder sich mit ihr zu gemeinsamer Arbeit behufs Erreichung des Zieles verbinden. * Aus dem Gesagten ergibt sich von selbst, daß die Mittel für die Nothilfe nicht r ur bei den Brüdern, und nicht nur bei den Brüdern in Deutschland, sondern bei allen p( tenten Glaubensgenossen der We11 zu: uchen sind. Ob die Verwendung allein dem Orde 1, d. h. der deutschen Großloge — sei es ihr alleil i oder in Verbindung mit den Einzellogen bzw. I ogenverbänden — zufallen wird, hängt vott'den'C iebern ab, die Nichtbrüder sind. So lange da* .ausschließliche Recht zur Verteilung der gesami nelten Gelder der Großloge bezw. den Logen nicht bestritten wird, wird sie allein es-fluchen j anderenfalls wird man sich in Anbetracht des großen und guten Zweckes leicht verstän figen. II. Um möglichst vi£l Mittel zu erkngen, schlägt Br. Blau folgenden Weg vor: 1. Ganz Deutschland ist in Anlehnung; in die Logen bezw. Logen verbände < in kleine Sa nmeldistrikte einzuteilen, an deren Spitze die ,voi i den Logen eingesetzten Distriktskomitees s eben. Es ist dahin zu wirken, daß in die Dis riktssammelkomitees bezw. in die von diesen eingesetzten Unterkomitees! die Brüder, efe in Nicht-Logenorten wohnen und ev. die Vor; teher der in den Distrikten bezw. den Unterdisti ikten gelegenen Gemeinden oder.sonstige promi lente Persönlichkeiten gewählt Werden.— Die S immlung hat nach vorausgegangener schlrfftltche r Bearbeitung der sämtlichen in Betracht komme iden Glaubensgenossen mittel^ eines von -der .(iroßloge zur Verfügung zu stellenden wirkungSv allen Aufrufes möglichst von Person zu Persoi i zu erfolgen. , 2. Das Ausland ist ip verschiedener V reise zu erreichen zu suchen:! . .. a) Die Distrikts-Sammelkomitees sollen s( Iche im Ausland befindlichen Glaubensgenoi sen, . die oder deren Angehörige aus dem Di: trikt stammen, für das Hilfswerk zu interess eren 51 —