Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1922)
- Date
- 1922-02-01
- Page
- Seite 29 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der hw. Br. Großpräsident gab dann seiner Freude und Genugtuung über die reiche Entwickelung des Ordens im deutschen Distrikt Ausdruck und zeichnete in treffenden Worten das Bild eines echten Gliedes unseres Ordens. Die Aufgabe eines jeden Ordensbruders wurzelt in den drei Verpflichtungen, ein guter Jude, ein guter Bürger- und ein guter Mensch zu sein. Treue zum angestammten Väterglauben ist unsere erste Forderung; Pflege des Patriotismus die zweite, diese Mahnung, ” scheinbar überflüssig nach dem Verhalten der Juden im Weltkriege, ist doch wieder angebracht, weil Deutschland krank ist, und wir an seiner Genesung mitarbeiten müssen. Akiba Eger ist uns in dieser Beziehung ein leuchtendes Beispiel. Innige Liebe zur Religion und zu seinen Glaubensgenossen, treue Hingabe an die bürgerlichen Pflichten, Güte und Menschenliebe zeichnen diesen Mann aus. Unser Orden ist keine Wohltätigkeitsanstalt* doch soll er unsere Brüder zur Uebung von Wohltätigkeit erziehen. Wir wollen Wohltätigkeit üben um ihrer selbst willen, wegen des Segens, dentsie andern gewährt und zu unserer eigenen Befriedigung. Akiba Eger hat das größte Beispiel des wohltätigen Wirkens in seinem Leben gegeben: er ist arm gestorben. Er hat die Wohltätigkeit gleich uns für die Haupttugend gehalten, die andere Tugenden im Menschen wecken kann. Unsere Wohltätigkeit erstreckt sich nicht nur auf die Hergabe von Geld. Wer nur Oeld gibt, bleibt viel schuldig. Akiba Eger hat diesem Satz in vorbildlicher Weise nachgestrebt. Er war ein Muster in der Erfüllung unserer Ordenstendenzen, sein ganzes Leben lang ein guter Jude, guter Bürger und guter Mensch. Nach den Worten unserer Weisen heißen die großen Männer erst nach dem Tode die Lebenden. Nach Vollendung ihres Eiijlenwallens, beginnen sie erst wahrhaft zu leben und zu wirken. Aus dem Grabe Akiba Egers dringen ernste Mahnungen an unser Ohr: jeder, auch der geringste unter uns soll an seinem Teil dem wahrhaft und edlen Nutzen der Gemeinschaft, der er angeljört, Ehre machen und ein treuer Mitstreiter der menschlichen Gesellschaft werden. In diesem Sinne hieß der hw. Großpräsident die neuen Brüder bei ihrer Aufnahme in den Orden herzlichst willkommen. Auf die Ansprache des Bruder Großpräsidenten, die auf die Zuhörer starken Eindruck machte und tiefe Bewegung auslöste, folgte die gehaltvolle Zeichenerklärung durch' Br, Vizegroßpräsident K u z n i t z k y. Einleitend verbreitete sich der Redner über die Bedeutung von Symbolen im allgemeinen. Durch die Zeichen und Gebärden soll das ergänzt werden, Was Worte und Lehren nicht vermögen. Auch unser' weltumspannender Orden besitzt einige Symbole, die auf verschiedene Weise gedeutet werden. Diese Zeichen erinnern die Mitglieder unseres Bundes daran, stets der hohen Pflichten* eines Ben Briss eingedenk zu bleiben, nicht nur während des kurzen Aufenthalts im Logentempej, sondern auch im Heiligtum der Familie und draußen im Leben.. ' Die Installation der einstimmig gewählten Beamten und zwar: Präsident: Br. Georg Aronsohn, Vizepräsident: „ Ludwig Rösejiberg, Prot Sekretär: „‘'Benno Salinger, Finanzsekretär: „ Benno Becher* Schatzmeister: „ Martin M a r c ii s, Marschall: „ Max Wolf fl, Wächter: „ Julius LöWenhe'im, Mentor: „ Wolff Jabionski -.nahm Br, Großschatzmeister Maximilian Stein vor. Er erinnerte daran, daß im alten Israel der König die Lehre Gottes, das Gesetz, stets vor sich haben mußte, um sich nach ihr bei'der Verwaltung seines schweren Amtes zu richten. Auch der Beamtenrat einer Loge kann: seinen . Pflichten am besten nachkommen, wenn er an der Autorität festhält Die Ordenszeiehen die der Vorredner erklärt hat, finden ihre Parallele in unseren religiösen Zeremonien,; vön denen es heißt, daß sie alle in Verbindung gebracht werden mit der Flucht unserer Vorfahren; aus Aegypten. Die Erinnerung an den unfreiwilligen Auszug unserer Brüder aus ihren östlichen Heimatsgebieten und ihr Zusammenschluß in der neuen Loge gibt auch den Aufgaben des Beamtenrats ein eigenes Gepräge. Wie Akiba Eger sich als Diener seiner Gemeinde fühlte und-auf4 seinen Grabstein die Worte setzen Heß: „Hier ruht ein . Diener, der* Diener des JEwigen“ r so soll auch der Beamtenrat sich als Dieuer| der Loge be-* trachten im Bewußtsein der Ewigkeitswerte des Ordeits und des Judentums. Anspielung 29