Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1922
- Issue
- Nr. 2 - Februar (2.1922)
- Date
- 1922-02-01
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I Knltdrfond: . j (Notsiandsfönd für die jüdische Wissenschaft und Kultur in Deutschland.) Br. Lis'ser-Hamburg tritt mit Entschiedenheit fürpme beschleunigte Aufnahme; der Sammlungen für den Kulturfond ein. | Die Stimmung der Gijoßlogenversammlung belügt, des Kulturfonds war eine durchaus einmütige. Verschiedene Ansichten bestanden nur über den wirksamsten' Weg der Mittelbeschaffung. Der praktische Weg, den der Hessische Logenverband eingeschlagen habe, dürfte grundsätzlich; zur Nachahmung zu empfehlen sein, weil er mit der Eigenart der Menschen rechne, die bei Aufbringung von Mitteln in erster Linie die loyalen Ansprüche befriedigt sehen möchten. Das Schema des Hessischen Logenverbandes müsse darum adoptiert werden; aber es müßten Mittel in größerem Umfange bereitgestellt werden.[ Die Logen sollten sich verpflichten, für den Kulturfond Mittel aufzubringen in Höhe von Mk, 100 pro Mitglied. Davon solle die Hälfte der (furch freiwillige Sammlungen einzuwerbenden Beiträge zur Bestreitung der’ lokalen, unter den Begriff des Kulturfonds fallenden Bedürfnisse, vcrvfandt werden, während die andere Hälfte an die Öroßloge als Zentralstelle abgeführt werden Sollte. Die Verteilung dieser Hälfte müßte durch das Generalkomitee, ih dem Vertreter aller, Logenverbände _sind, erfolgen. . Es dürfe jetzt pceine Zeit verloren Werdejn;dfe Mittel selbst sollten n^irfür Institutionen. Verwendung finden; die Versoijgung der Kulturträger Sei Sache der Gemeinden. Br. -011 e n d p r f f- B a r m e n vertritt möglichst schärfste Zentralisierung und stetige gesicherte Bereitstellung' von Mitteln auf längere Jahre. Wir müßten das Beispiel eines o ganisierten Vorgehens geben, und das kann nur' dadurch geschehen) daß wir jedem Versuch entgegentreten, unseren Hilfsplan in Einzelaktionen sich teilen und. schwächen zu lassen. Ls sei bedauerlich, daß gerade in einer Zeit, in d;r wir die schärfste Zentralisierung nötig hätten, Einzelaktionen in -den [Logen wie beispielswei« e die Sammlungen fürf die jüdische Akademie fänden. Bestimmung und Verwendung der Mittel qiüßten vpn der Großloge bezw. vom Ge neralfcomitee ausgehen. Zur Ausführung der S ammlungen für den Kulturfond gehöre eine starke persönliche Einwirkung; Aufrufe allein gerügten nicht. Dabei müßten allerdings die Logenverbände die Großloge erheblich untei stützen. Alle Gesuctje, Vorschläge, Empfehlungen müßten an einer Stjelle zusammenlaufen, wo über Art, Zweckmäßigkeit und Umfang der Unterstützung m entsprechender Weise entschieden Werden müßte. Bei der Ausführung komme es wesentlich darauf! an, daß nicht ein einziger Bruder sich der Pflicht verschließe. Er lege weniger Wert auf Einmalige hohe Beiträge als auf die Fortdauer selbst geringer; die Sache selbst dürfe nach einerti ersten Anlauf nicht versanden Wünschenswert wäre es, jeden Bruder zu verpflichten, für etwa 5 Jahre einen Beit-ag von mindestens Mk. 25 zu geben.- Dann ließe sich der Haushalt mancher Einrichtung erheblich verbessern, mancher akute Notstand heben. Darüber hinaus müßten durch eifrige Weibung Spenden erzielt werden, für deren Verwendung den betreffenden Verbänden zur Einzelloge :in Vorschiagsrecht eingeräumt werden müßle. Für Zuwendungen kämen in der Hauptsache die der jüdischen Wissenschaft dienenden Einrichtungen in Betracht; als letztes Ziel der gesamten Organisationstätigkeit müßte die Zusamme ifassung aller in Frage kommenden Organisationen angestrebt werden. Br. Baeck-Berlin tritt für eine t möglichst wirksame Ausführung des Großlogenbe; Schlusses ein. Es handle sich-um eine Frage des Ansehens der Großloge und aller Logen, auf der anderen, Seite im Falle des Mißlingens um eine Blamage. Schon zy lange habe man gezögert, und es sei dadurch ein Jahr verloren gegangen. I tr. Lisser habe auf der Großlogentagung den richtigen Gedanken zum Ausdruck gebracht, daß Freiwilligkeit das Entscheidende sein miisse. Inzwischen sei der Hessische Logenverband vorangegangen, und gerade sein Vorgehen müsse dazu mahnen, den Gedanken der Zentr ilisierung unbedingt festzuhalten. Es müßten für alle bindende Beschlüsse gefaßt werden; die Freiwilligkeit beziehe sich nur auf die Art der Beibringung der Mittel. Man müßte sicher sein, stattdaß eine bestimmte Oesamtsumme ganzen Distrikt aufgebracht werde. Dab :i müßten Mk. .100 pro Kopf und Mitglied für dieses Jahr festgesetzt werden. Auch dieser Redner wendet sich degen das Sondervofgehen im Interesse der jüdischen — 20 — für den