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Der Orden Bne Briss · 1921-11-01 · Nr. 12 - November (11.1921) · p. Seite 105

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1921
Issue
Nr. 12 - November (11.1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 105 (sequence 5)
Language
German
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einzuladen und für wohltuende Gastfreundschaft zu sorgen.' Und in der Tat folgten die jüdischen Oberschlesier fm Reiche fast ausnahmslos dem Rufe zur Abstimmung. Selbst hochbetagte Männer und Frauen ließen sich die Beschwerlichkeit der weiten Reise nicht verdrießen. In ihrer Treue zur oberschlesischen * Heimat haben sich unsere Brüder trotz antisemitischer Vorkommnisse seitens des Grenzschutzes und trotz der alldeutsch-antisemitischen Bewegung im Reiche nicht wanken machen lassen. Oie Verhältnisse allerdings waren stärker als unsere gemeinsamen Bemühungen,'und das günstige Ergebnis der Abstimmung hat’auf die herrei, die zu entscheiden hatten, nicht so gewirkt, wie wir zu I hoffen berechtigt, waren. Allein das beseligenqe Bewußtsein treuerfüllter Pflicht möge den oberschlesischen Juden zum Trost dienen. Aue i h n ( n i m ti das deutsche Vaterland wird n — so hoffeft wir. — diese'Treue ner vergessen! V Rabbiner Dr. Samson Die Berthold-Auerbach-Loge und die Großloge des deutschen Distrikts sind durch das unerwartete 'Hinscheiden des Expräsidenten Bruder Samson Hochfeld von einem überaus schweren Verluste betroffen worden. Am 21. Juli d. Js. hatte er unter der liebevollen Anteilnahme seiner Freunde und Verehrer seinen 50. Oeburtstag gefeiert, und wir durften hoffen, uns noch eine Reihe von Jahren seiner treuen, hingebenden Mitarbeit an der Verwirklichung der Ideale unseres Bruderbundes zu erfreuen, da ereilte uns am 10. August die erschütternde Trauerkunde, daß er beim Antritt sejner Sommer- ^eise infolge eines Herzschlages verschieden sei. ^5 Jahre hat Bruder Hochfeld als Rabbiner in den Gemeinden Frankfurt a/O., Düsseldorf und Berlin ' gewirkt und dem deutschen Judentum als Forscher, Lehrer und Prediger wertvolle Dienste geleistet. Vielseitig begabt, erwarb er sich durch redlichen Fleiß neben einer umfassenden allgemeinen eine gründliche jüdischtheologische Bildung und wandte sich als Rabbiner der fortschrittlichen Richtung zu. Er strebte eine harmonische Vereinigung des überlieferten Judentums mit den Errungenschaften der modernen Kultur an, war sich aber stets Hochfeld s. A. heilig! ist. Vor allem lag ihm die religiöse Erziehung der Jugend am Herzen, um die er sich durch seine Kinderpredigten (1001) Und durch seine an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums gehalteneji Vorlesungen überReligionspäda^ogik ein bleibendes Verdienst erworben hat So ei öffnete sich denn auch dem Bruder Hochfeld in de Jugendschriftetv-Kommission unserer Groß.- loge ein Arbeitsgebiet, auf welchem er seine hervorragende pädagogische Begebung und Erfahrung und sein feines ästhetisches Empfinden für die jugendbildnerischen Bestrebungen unseres Bruderbundes fruchtbringend verwerten konnte. Aber auch über dieses engere Gebiet hinaus hat i ler Verewigte sich als'Bruder, als Präsident und - last not least — als Mensch die tatkräftige Förderung ider idealen Zwecke unseres Ordens-* angelegen [sein lassen. Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht waren ihm nur Ausprägungen des Humanitätsgedankens, den das . Judentum der Welt; verkündet >und durch. soziale Einrichtungen; und symbolische . Lebensform en seinen Bek^nnern in die Seele gepflanzt | hat. In diesem Humanitätsgedanken wurzelte seine harmonische Persönlichkeit, die in ernster I Arbeit zu den Höhen menschlicher Vollendung bewußt, daß er nicht im.Dienste einer Partei, . empirstrebte,* durch lautere Gesinnung’ und sondern einer Religionsgemeinschaft stehe, und gediegene, dem-^bloßen Schein wesen abholde I pflegte deshalb auf Kanzel und Katheder in wahrhaft 'Leistung Vertraue^ einflößte; und zur Aus-| priesterlicher Gesinnung das Gute und Edle, das allen Richtungen im Judentum als sein in ewiger Schönheit leuchtender Kern unantastbar gleichung persönlicher Gegensätze durch ruhige Sachlichkeit und versöhnliche auch dem Gegner gerecht werdende Milde, vorzüglich geeignet!

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