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Der Orden Bne Briss · 1921-10-01 · Nr. 11 - Oktober = Festnummer zum Ordenstag (10.1921) · p. Seite 84

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1921
Issue
Nr. 11 - Oktober = Festnummer zum Ordenstag (10.1921)
Date
1921-10-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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Fest der ernis der Aller wissenschaftlichen Erkenntnis bar, der wahrhaft befreienden Mächte des religiösen Gedankens noch nicht teilhaftig, lebten die Urvölker die Nacht ihres Wahnes, Die Mondverhüllung war ihnen ein Furcht.' Das gewaltige-üestim schien sein freundliches Licht versagen' zu" wollen. Sein geruhiges Wandeln, das die Fins .1 Nacht erleuchtete, schien von seinen Bahnen abzuirren. Armselige Mächte einer irreligiösen Religion er wachten. Dunkelheiten schwangen sich vom. verjdunkelten Himmel hernieder. Dunkelheiten schwangen sich aus dunkelten Erdenleben wieder empor ln dem wechselnden Rhythmus desNatur geschehens .schmeckte der Sklave Süßigkeit des Rhythmus, sondern Bitternis des Wechsels. Sein verdüstertes Auge schaute nicht Jien Segelt der Gesetzlichkeit, sondern es sah der Willkür.-■ So entfremdete sich: die Seele ihrem dem ver nicht die nur di: den Flucn Eigensten. Das Erhabene tauchte sie in Niedrigkeiten. An Kleinheit berauschte sich der Mer schengei it und benannte sie mit dem hold« n Namen: Religion. .!-. Wenn die gefürchteten Nächte nahter, in denn der Mond sein Licht der Erde abwandte, um andere Welten lichtvoll zu umkosen, dann nahten, dunkler als «die ruhende Nacht, cie Erdichtungen d£s Wahnes und dfe Schattp der Schrecknisse;. - x Was waT mit -dpr strahlenden Gottheit d|es Mondes geworden? Drohte die mächtgere Schwester, die zo verschlingen? War sie im Kampfe mit der Gottheil verzweifelnd unterlegen? Sonne, des Tades Oder wollte sie selber, die Machtvolle, den zitternden Erlensohn strafen für Sünde und Schwäche? . Wird gie sich cem Sterblichen wieder zuweh« en, die : Gnadenreiche, seine Nächte wieder mit Helligkeit überstrahlen? r~ Oder sollen alle verborgenen Kräfte des Cliaos neuierstehen und ihre geheimnisvollen Dunkelheiten breiten . über das blühende Leben der Flur, über alles warme Behagen der Hütte, über alle betreute Sicherheit des kurzen Erden tebens? Die FYieSter eilen, mit Opferdutt den Zorn der Gottheit zu sühnen. Elenden Cymbeln werden unharmonische T|öne entlockt. Zum Geleite ertönen ‘schrille Stimmen der am Gebete verzweifelnden und in dieser fu chtbaren Abart des Gebeies noch Aufrich ung stiebenden Kreatur. „ t Das War da.s Fest der Mondverhüilung in der Urzeit Tagen. und schwang ieini: und sie Da hahte das Wissen lodernde Fackel. Erkertnthis milderte die Schrecken der Natur zeigte dem Ringenden den Weg der Gesit tungf. Der Menschengeist ward sich seiner forschende^ Kraft: bewußt. Er erwarb sich das Bürgerrecht in den l|eud terjden Sphären des gestirnten Himmels. Er begann zu denken, zu rechnen, zu bestinhmeiji. Das Denken übte seine edle, sittigende Ktaft. Die Helligkeit des Geistes überwand das Grtus^n der Nacht. Siegreich erreclmete er die Gesetze, die di« deW Gestirne beherrschten. Und indem er sie errechnete, bereicherte e nicht nur mit Erkenntnissen, sondern dämmerte die Erkenntnis auf, daß die Erkenntnis Himmel und Erde zu beherrschen beruf :n sei. Der Menschengeist war ausgezogen, den Himtpel zu entdecken. Welt r sich es - 84 —

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