Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 11 - Oktober = Festnummer zum Ordenstag (10.1921)
- Date
- 1921-10-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Und siqhe, er entdecke sich selber. Es nahte die Schönheit. Was von zitternder Sorge geblieben war in der Brusfj des Irdischen, das wandelte sie in leises Erschauern. Mit diesem Erschauern einte sich zuerst dunkel empfündene Wollust. Dann ward diese Wollust gesucht, als Ursprung geahnt. Und ahnungsvolle Wollust stand an der Wiege künsjlerischer Entfaltung. •tickte den Erdensphn nicht angel an Lust. lossen ihm selber Quellen der igeadelten der tragischen Lust. der Prometheische Funke Das Leid selber 6ed mehr) als bloßer M Es ent: Lust, jmsonst war Nicht , dem harten Gestein entlockt. Der Flinke ward zu erhellte, bestrahlte, m Feuerbrand: erleuchtete, verschönte. | Der Mensch empfarjd seine Erlöstheit von der Natur. Er sanjg ihr da£ Lied des Siegers. Den rhythmischen V/echsel, der der Schrecken seiner Kindheit gewesen war, trug der Erwachte hochgemu: in sein Lied hinein. Aus djesem Wechsel schuf er sein Lied. Nichts: konnte mehr. zeigen, daß der Wechsel . des INaturhaften überwunden schien, als daß mit jfeiner Absicht ichkeit geschaffener Wechsel der iSprachform das Wort gestaltete,' um unverlierbar öesetze Künstlerische des der Kunst zu schaffen, das Gesetzes zu erleben. Denn nichts kann tiefer überwunden sein, 'als was| in schwebender Freiheit der Kunst in künstlerischer Suche neu geschaffen Wird. Schorj steht die menschliche Gesittung an dem Scheidewege, an dem sie beginnt, nach der verlorenen, mit triumphierender Miene besiegten Natur Sehnsucht zu empfinden, ja alle Sehnsucht nach Erlösung als Sehnsucht nach Natur, anzusprechen. Aufs .neue nennt der Mensch, in unendlich verfeinertem Sinne, pie Natur seinen Gott. Alle Tiefen seines Denkens bringt er derr* alten, neuen Gotte dar. Sein eigenes Leben und Sterben, sein Blühen i und Welken, seine Gebundenheit und sieine Erlösung vergottet er. Er läßt seinen Gott sterben und heißt ihn auf- V * erstehen. Den verschpllenen Geheimnissen des, Mythos leiht er aufs neue Fleisch urtd Bluf. Er erhebt sie zur Mystik und bleibt doch j den Mächten des Mythos verhaftet. Bei dem Göttlichen selber spricht er in I tiefsinnigen Worten von Verhüllung und Erhellung. Er läßt nicht die Kräfte der Erlösung aus dem Göttlichen strömen. I, : Er gibt die Geschichte seiner eigenen Erlösung der Gottheit. . | Und indem er der Gottheit Geschickte gibt, mach: er feie der Entwicklung untertan.. . Er gipt seinem Gott;das Naturhafte und mach \ da$ Näturhafte zu seinem Gott . , Die Monöverbüllung, die uns zum Bilde de: Nahrhaften geworden ist, gefährdet der. Meinschengeist immer aufs neue. < Sein p/eg zur höchsten religiösen Gesittung bei . darf immer neuer Erhellung. * , , j Die Reinheit des Göttlichen wijl bei uns Eiijikeh r hallten, wenn das Neujahrsfest Einlaß bekehr. Pryfen wir uns, ob wir würdig ■ und gerjüste t sind, dem Gaste die Gastlichkeit räer Idee i en gegen zu bringen.! Lasset uns nicht „im Dunkeln, unerfahren bleiben '. Gehtn wir den Weg der Jahrtausende ziirüc Lasset uns erwägen, daß das heilige Fest-dar nr> zumal heilig und festlich ist, wenn es ui s* Er lellung aller. Verhüllung der faatur und di s. Menschenherzens bringt. f . Dann fragen wir nicht mehr: Du heilig Feit, feierst du das Alter oder die Jugend, den eil-, ze nen oder die Gesamtheit, -die gewesem n oder die kommenden Jahrtausende. Du feiet st ' di; Wege, die das Judentum' zum Göttlich in. w »ist. ' ' 85