Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 9/10 - September (9.1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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wj»stost.j e 11 e 5, Präsident der Raphael Kosch-Loge-Lissa Von Br. Rabbiner Dr. ° In Vorkriegszeiten: eine der östlichsten Logen Westeuropas sind wir durch den Frie{lensvertra j die westlichste in Osteuropa geworden. Diese Umstellung ist jedoch nicht eine geographische geblieben; sie zeigt ihre Folgen auf allen Gebieten des jüdischen Gemeinschaftslebens. Hand in Hand mit der Verkleinerung und Auflösung der jüdischen Gemeinden in den Woiwodschaften Poznan und Pomerelten verblaßt auch Quantitit und — was viel schmerzlicher ist •— Qualitit der einzelnen Logen. Der größte Teil der In telligenz und der Finanzkraft wollte oder konn die seelische Einstellung auf die Zugehörigkeit haupt zum neuen Staat nicht vollziehen und wander: aus. Wer zurückblieb, steht gleichfalls mit den Wanderstab in der Hand und wartet »nur a if den geeigneten Augenblick, um sich in Marsch wird zü setzen. früheren Staatszugehörigkeit sind retardierende Momente. Der methodische Geist des Deutsche« und der nur in Extremen sich bekundend« des Verdiese artig West- Wenn trotzdem noch in den Lögen gut gearbeitet wird, so liegt dies an der größeren Milde in dem Aufnahmeverfahren und an dem Gefühl der Vereinsamung, das die vorläufig hier V<r-» bliebenen enger zusammenschließt. Es sindau:h schon Versuche gemacht worden, die aus Kongreßpolen — übrigens in sehr spärlicher Anzahl — Zugezogenen in den Orden aufzunehmen. Und ist auch der Orden eine überstaatliche geistige Gemeinschaft, so sollte man dennoch kaum glauben, wie innerlich frend der Jude aus dem ehemals preußischen Gebiet und der aus Kcngreßpolen einander gegenüberstehen. Sprache, religiöses Milieu, innerliches Nachklingen <Jer Russen haben hier noch nicht die innere Schmelzung vollzogen. In der Loge ist Gegensätzlichkeit noch harmlos, aber blit beleuchtet das künftige jüdische Leben in polen I ein Blick auf die jüdische Volksscjhule Da sind Kinder, die nur deutsch, ander deutsch und polnisch und solche, die nur pol i verstehen. Wie sollen diese Kinder gemei unterrchtet, gemeinsam erzogen werden? leidet an dieser Ungeklärtheit das hiesige jüdische Leben. Man sieht nur das und nieist nichts vom Morgen. AÜe Pläne^ Entwürfe scheitern an 4er Kardihalfrage: noch dasein, um sie ausführen können? Und doch! den Ördensgedanken Ueb die isch isam erj;anze ifleute alle Wer. zu Aus dem Jahresbericht 1920/21 für geistig zurückgeb Welch' ein Betätigurtgsfel für wäre doch gerade j der Osten! Wer soll sich aber an diese dankbare Aufgabe heranmathen? Die wenigen noch hier verbliebenen Logen? Wir sind selber zu schwach und* werden durch die anhaltende Abwandlung mit jejdem Tag noch schwächer. Auch wissen wir nicht, ob wir uns nach dem ..Westen oder nach dem Osten orientieren sollen. Dazu kommt das große Mißtrauen, das der Ostjude in allen jüdischen Dingen gegen den Westjuden hat. Es gibt daher nur einen einzigen und sehr aussichtsreichen Weg: Ostjuden für der iebene Kind Erstattet voi Br. Direktor Bein. Ein Jahr schwerer finanzieller Sorgen, verinin den gewohnten erfreulichen Bahnen sij: laßt durch die herrschende Teuerung, liegt hinter uns. Dank einiger größerer Zuwendungen hab en wir es überwunden. Ohne daß die gefürchtete Notwendigkeit der Schließung des im übrigen wegeriden .In: uns qen Mu Amerika selbst muß die führenden den Or£lensgedanken gewinr en. srael^isehen Erziehungsanstalt er zu Beelitz. tituts eingetreten ist. Dies ein, daß uns auch weiterr zur Fortführung unseres segensreichen notwendige Hilfe zuteil werden wird. - 72 - bh beflößt in die Werkes