Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1921-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921) · p. Seite 60

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1921
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6727475-6029105-6074483--0054-4866755
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Uni 23i Uhr eröffnet Br. I e s e-1 s o h n die Sitzung* und erteilt, zunächst Br. Freundlic^-Düsseldorf das Wort L Br. F r e u rrd 1 i c h-D ü ss e! d or f bemerkt, caß die Befürworter des Palästina-Aufbaues mehr Herz als Kritik aufwenden. Es sei unumgänglich notwendig, .nicht gar zu viel Einwanderet hinauszusenden, wenn man sie nicht dem Verderben aussetzen wolle. Er halte ein Zusammenarbeiten von Zionisten und Nichtzionisten für sehr zweifelhaft. Vorher müßte durchaus der Boden für ein solches Zusammenarbeiten geklärt werden* Br. Hirsch-Berlin tritt in warn*:n Worten für die Notwendigkeit der Palästina-Bewegung cm. *i 1 In ähnlichem Sinne äußert sich Br. Baeck. Die Geschichte de? kulturell erfolgreichsten Kolonisation, der englischen in Nordamerika, zeige, mit welchen Schwierigkeiten dort die ersten Kolonisarionsbestrebungen_zu kämpfen gehabt hätten. Auch in Ostindien habe die Kolonisationsbewegung nicht mit Ueberschüssen angefangen. Daß die Gegenwart ig Palästina eine ungünstige Bilanz ergebe, sei gewiß nicht abzustreiten, sei aber kein Beweis gegen die' Zukunft. An den Anfang jeder Bewegung dränge sich heran der Erew-Raw, der zum Gewinne Mitlaufende, der jedes Unternehmen diskreditiere, aber das Entscheidende und Besondere sei hier, welch starker Idealismus, welch Einsatz von Opferwillen. sich um den Aufbau bemühe. Wenn hier zum Ausdruck gekommen sei, daß man mit den Zionisten nicht zusammengehen könne, weil dies für viele ein Kompromiß bedeuten würde, so müsse er dem entgegenhalten, daß das ganze Leben, jeder Tag, jede Stunde, die Ehe und so vieles andere ein Kompromiß sei. Die verschiedenen Weltanschauungen können sehr wohl miteinander zusammenarbeiten. Auch Liberalismus und Orthodoxie^ seien nicht in allem bloß gradweise unterschieden. Es handle sich -bei ihnen doch um eine Offenbarungsauifassung, und doch könnten sie sich gegenseitig vertragen: Auf dem Boden des Palästina-Aufbaues könnten sich alle Parteien mit ihren Weltanschauungen zusammenfinden. Es nandle sich um ein Ideal, das Länder der Not und Zeiten der Not aufrecht erhalten habe. Im öffentlichen Leben könne*man nicht bloß stets mit be- " ' rechenbaren und wägbaren Werten rechnen. Auch Hoffnungen hätten da einen Platz, seien eine Kraft. Hoffnungen seien oft stärker als Muskeln, seien die stliksteji! Realitäten. Dtß die Menschen, die ia Palästina sein werden, hebr5ische KnHnr ent- \v ekeln würden, sei ein Selbstverständliches, innerlici j und äußerlich! selbstverständlich. Er bitte, da Werk auf das wärmste zu unterstfitzenJ j Nach seiner | Empfindung würde der erste Sitl aus der Resolution Leszynsky voflkom-' m;n gehügen. Er träte aW ebenso.gern auch für di£ Resolution Blau ein,; möchte nur das Wort „Werk" stehen lassen und nicht nach dem Vörie blag Br. des Br. Stein „Hilfswerk" dafür setzen. — Ginsberg-Berlin führt ans: Die PilaMina-Bewegung könnten und müßten die vafarastarteen Länder eher als Deutschland unterstütze n.' Ep sei aber immer noch vorzuziehen, Waren ui d Materialien nach Palästina, als tüchtige Mens;henkräfte aus Deutschland zu senden, die man d< m deutschen Aufbau und dem Wiederaufbau der jüdischen Institutionen in Deutschland entzöge. IJ ie Bewegung dürfte unter keinen Umständen auf d is * politische Gebiet hinübergezogen werden. Trotz seiner Bedenken gegen die Beteiligung des C rdens trete er für die Resolution Blau ein, möchte a >er d^s Wort „Hilfswerk ncht missen. Ueber die keinesfalls hinausgegangen werden. Das Referat E lau müßte den Logen vrerden. f- B iL (patzenstein tlächst dem Br. Blau für so müsse er sagen, daß ' in der Resolution Blau Resolution Blau dürfe zur Kenntnis gebracht -Hannover dankt znsein objektiv gehaltene: Referat. Er fühle sich jedoch veranlaßt, daran zt «rinnerp, daß unser Ritual Worte enthalte, die ern testen Patriotismus zu le hren bestimmt seien, una nach seiner Meinung in: < )rden i ein zwiefacher Nationalitätsgedanke nich i xisterjzbferechtigt sei. Der' völkische Gedanku!;önne von dem Aufbau, der politische Tendenzei ► labe, gar nicht losgelöst werden. Die Deutsch - Amerikaner hätten im Kriege üble Erfahrungen remacht, als sie einem zwiefachen Nationalitäts - redanken Ausdruck zu geben versucht hatten. Di i (uden Amerikas seien gegenwärtig zurfickhaltenc, iveil sie die Lehre aus den Dingen gezogen hättet. Man solle folgenden Vergleich m Erwägung ziehen: Wenn jemand Geld zur Verfügung für kommunistische Zwecke gestellt hätte mit dem Zusatz, dai dieses Geld nur für ideale Zwecke Verwendung fir - den solle, würde heutzutage Irgend jemand emen solchen Spender mildernde Umstände znWTHgeit, nachdem sich herausgestellt hatte, daß es zu rein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.