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Der Orden Bne Briss · 1921-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921) · p. Seite 59

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1921
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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Br. Cohn-Dessau legt bei dem Vorgehen besonderen Wert auf eine 'Einigung der jüdischen Parteien auf einer bestimmten Grundlage. Br. Göldschmidt-Berlin ist bereit, für die Resolution Blau einzutreten, bittet jedoch zu erwägen, ob nicht Widerstände aus den Kreisen der Logen kommen würden, wenn ein Uebergang zum Keren Hajessod stattfinde. Wenn auch der Keren Hajessod neutral und unpolitisch gedacht sei, so konradoch der politische Charakter auch heim besten Willen aller Interessenten nicht ganz abgestreift werden. Man wolle darum in Erwägung ziehen, ob es nicht zweckmäßiger sei, eine Unterstützung im Rahmen der von der Jeruschalaim-Loge gemachten Vorschläge, die rein humanitären Charakter hätten, herbeizuführen. . Br. Lisser-Hamburg ist gegen eine Mandatsübertragung an die JeruschaJaim-Lügc, deren Vorschläge nicht genügend begründet seien. Er nimmt Veranlassung, angesichts der Uebcreinstimmung, die zweifellos bei dieser Frage erzielt werden wiirdc, an die Zionistcn die Mahnung zu« richten, im jüdischen Pattcilebcn einen etwas gedämpfteren, weniger aggressiven Ton anzuschlagen. Durch die gesammelten Gelder werde nicht nur Palästina, sondern auch dein deutschen Hilfswerk für die osteuropäischen Juden gedient. Ajs valuta-tectinischen Gründen müßten die Gelder in Deutschland verwandt werden, sei es zur Ausrüstung und zur Auswanderung der für Palästina .geeigneten! ostjüdischen Flüchtlinge, sei es zum Ankauf von Waren. Maschinen, Werkzeugen und deutschen j Rohstoffen, wie sie der Aufbau Palästinas benötigt. Die in Deutschland gesammelten Gelder kamen dann auch der deutschen Wirtschait zugute. ✓ .. ' Br. Holländ er- Berlin bemerkt, daß der Beschluß Ides Zcntralvereins von der Resolution Blau nicht wesentlich unterschieden sei. Der Unterschied bestände nur darin, daß Br. Blau nach Bedingungen, die die Ausführung fast unmöglich machten, noch zu einer positiven Entschließung komme, während der Z.V. aus der gegebenen Notlage der jüdischen Wissenschaft, der jüdisch-humanitären Institutionen und insbesondere der jüdischen Beamten die Konsequenzen zöge. Das gesamme'te Geld könne gar nicht anders als im jüdisch-nationalen Sinne verwandt werden. Der Palästina-Auf bau sei leidei[ ein Unternehmen, das nicht viel ver- - 59 spreche,' >o ideal es gedacht sei. Es sei ausgeschlossen, in den Logen eine Aktion für -den Keren Hajessod zu unternehmen; trotzdem werde er für die Resolution Blau stimmen, weil er die großartigen menschlichen Werte, welche für Palästina eintreten, nicht niederhalten wolle. Br. Stein-Berlin betont demgegenüber, daß der Unterschied doch erheblich, größer sei, als ihn Br. Holländer annehme; denn die Resolution des Br.'Bläu betone zwar gleichfalls die Notwendigkeit, dje Interessen der Juden in Deutschland nicht zu yernachlässigen. fordert" aber gleichzeitig werktätige Mitarbeit für Palästina, während der Zeutralvi lein eine solche ablehne. Es mag keine Kompromisse in Fragen der Weltanschauung .neben, wohl aber gebe es Kompromisse der Tat, der Arbeit' und des gemeinsamen Wirkens. Jede Gemeinschaftsarbeit beruhe auf Kompromiß. Die Großloge anerkenne das Paläslinawcrk' als eine Angelegenheit des Gesamtjudentums, weil sie in , ihm vor allem eine Notstandsaktionr ein 'Hilfswerk sieht. V/enn ein liberaler Jude einem orthodoxen aus der Not hilft, so bekennt er sich damit noch .'" nicht zur | Orthodoxie. Es sei, wie man zugestehen müsse, möglich, daß eine planmäßige Ansiedehmj in Palästina unwirtschaftlich sei, daß die im Aufbau investierten Kapitalren in keinem rechten Verhältnis zu dem erstrebten Zweck stehen, und daß die nach Palästina fließenden Gelder sich letzten Fndes h Unterstützungsgelder verwandeln. "Aber Palästin?i sei eben nicht nur ein geographischer Begriff, aus, die den der sondern löse in uns Juden1 Erfindungen uns. für das „heilige Land" auch aus Grün- Pietät zu Opfern bereif machen. Früher unterstützte man die frommen Juden, die in Palästina sterben wollten, heute giit es, den Juden zu helfe[i, die dort lebe n.jwoflen: .Man' brauche keineswegs Zionist zu sein, auch er, Redner, sei es nicht, um die Entstehung einer gesicherten Heimstäjtte in Palästina unter englischem Protektorat al; eine rettende Zufluchtstätte für.Zehntausende heimatloser Glaubensbrüder von ganzem Herzen zu begrüßen. Um seitens der Großloge die phrlantropische Seite der Palästinaaktion besonders zu markieren, schlägt Br. Stebr vor, in der vorliegenden Resolution das Wort „Pallstina- „werk" durch das Wort „Hilfswerk** zn ersetzen. Br. Blau erklärt sich damit einverstanden. Hierauf tritt um 2 Uhr die Mittagspause etat.

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