Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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daß sich in den Logen Propaganda-Ausschüsse bilden, die aufs intensivste an diese Frage herangehen müßten. Br. Frftundlich-Dfisseldorf hält die ganze Frage für eine Angelegenheit, die nicht bloß die Logen, sondern die jüdische Allgemeinheit ils ganzes angehe. Der Fond müßte nicht „Kulturfond", sondern „Kultusfond" genannt werden, denn es handle sich sehr wesentlich um die Honorierung von Funktionären der Kultushandlungen. Die BBr. Jeselsohn-Mannhcim, Lisser-Hamburg und Qroß-Breslau halten bei aller Anerkennung der Schönheit der Ausführungen den Aufruf von Br. Baeck für zu lang und nicht populär genug, während Br. Blau für unverkürzte Wiedergabe eintritt. Br. Stein -Ber- I i n empfiehlt bei der Versendung des Aufrufes an die Logen ein besonders eindringlich zu haltendes Rundschreiben. Br. Jeselsohn-Mannhcim hält es für notwendig, dabei zu betonen, daß nicht einseitig Berliner Institute berücksichtigt werden. Br. Cohn-Dessau hält eine schleunige Erledigung für erforderlich, weil nach seiner Kenntnis das Auftauchen neuer großer Steuerforderungen die Gebefreudigkeit mindern könnte. Br. Baiimann-Danz ig spricht sich gegen die Hinrichtung eines Kulturfonds aus. Die Großloge könne keine derartigen neuen Unternehmungen auf sich laden. Das Vorbild der Krankenschwestern-Organisation sei abschreckend genug. Die Großloge sollte nur Anregerin sein und empfehlen, lokale Ausschüsse an den einzelnen Orten zu bilden, um Material zu sammeln und zu eruieren, was dejnn eigentlich gebraucht würde. Br. Baeck-Berlin erwidert, daß die Sache nicht mit der K.S.O. verglichen werden könne. Es würde doch keine neue Gründung beabsichtigt, fjlr die die Oroßloge die Verantwortung trage, sondern nur eine Sammlung angeregt, um eine außerordentliche Not zu lindern. Dem Br. Catzenstein \ erwidert er, daß es sich an erster Stelle wohl [um die notleidenden Hochschulen und Seminare handeln dürfte. Es werde nicht bestritten, daß an erster Stelle die Gemeinden die Pflicht hätten, für ihre notleidenden Lehrer einzutreten. Aus diesen Gründen sei er auch bereit, den Satz in seinem Aufruf, der von den Lehrern handele, zu streichen. # ■/■*.;■>: Br. Moritz-Stettin empfiehlt, bei den Angaben zur Besteuerung der Gebrauchshöhe nicht die Einzelsumme pro Kopf, sondern die Gesamtsumme anzugeben und etwa eine Million zu be: zeichnen. Br. Merzbach-Frankfurt a. M. glaabt daß man viel zweckmäßiger handelt) würde, wenn man die Frage dezentralisieren und den einzelnen Logen überlassen würde, gegen die, Kulturnot an Ort und Stelle vorzugehen, so wie es, der hessische Logenverband bereits getan habe. Freiwilligkeit sei das richtige. Man solle den Logen keinerlei Vorschriften über die Höhe | der Summe machen. B t. Groß- Breslau1 betont demgegenüber, daß die Großloge der Aufgäbe.sich nicht entziehen könne. Er empfiehlt. 50 Mark als Kopfgrundlage anzunehmen. Br. Freundlich-Düsseldorf hält den Ausdruck „Kulturfond" für nicht zutreffend. Man soilte lieber sagen: für Unterrichtszwecke im großen Maßstabe., Mit Br. Merzbach glaubt er, daß die Angelegenheit mehr Sache der einzelnen Logen und Verbände sei, die die lokalen Interessen am besten eruieren können. Br. Lichtenstein-Kö'njgsberj empfiehlt, gar keine Summe zu nennen. Es gäbe kleine Logen,.denen man die Höhe ihrer Beiträge durchaus selbst überlassen müßte. Aus diesen Gründen solle man von jeder Zahl abseben. | Br . Freudenthal-Nürnberg betont denjenigen Brüdern gegenüber, welche meinen, daß' wir uns in ungemessene Grenzen stürzen, daß die Aufgaben sich sehr wohl auf geistige Gebiete abgrenzen ließen. Auf diesen Gebieten könnte sehr wohl etwas geleistet werden. Die Erwähnung der ■ Lehrer sollte man aus dem Aufruf weglassen, weil nicht bloß unter Lehrer« und Kantoren, sondern stellenweise auch unter, Rabbinern die Not eine außerordentlich große sei. Eine Zwangsb'elastung hält auch er für ausgeschlossen. N Br. L o e w e n d a h 1 - H a 11 e hält - den Ordenstag für außerordentlich geeignet, um einen Vorstoß zu unternehmen. So habe anläßlich dieses Tages die Germaina-Loge hn letzten Jahre allein 20 000 Mark aufgebracht. Br. Blau-Frankfurt a. M. bemerkt, man solle nicht vergessen zu erwähnen, daß es sich bei ^diesem Fond um eine vorübergehende Aufgabe der deutschen Judenheit zur Erfüllung ihrer Oemeinschaftspflichten handle. Später würde die Gesamt- - 57 —