Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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mit jüdischen Interessen. Der Sabbat wird gehalten und eine Schul-Synagoge sorgt für die religiösen » t> ' Bedürfnisse der jüdischen Schüler. Die früheren Schüler zeigten große Opferfreudigkeit, um die Schule dem Schicksal der Verstaatlichung und der Entjudaisierung zu entziehen. — Sie sehen, meine i. Brüder, daß der jüdische Charakter der Schale streng gewahrt ist. Wenn auch die Erfahrungen, die mit paritätischen Schulen in Deutschland sonst gemacht worden sind, keine ermutigenden sind, so muß man doch sagen, daß hier Verhältnisse vorliegen, die die Schule voraussichtlich vor dem Schicksal ähnlicher An- - - . ' stalten bewahren werden. Der Geschäftsausschuß der Großloge hat somit völlig: richtig gehandelt, wenn er dem Generalkomitee die Uebernahme einer Garantiesumme von etwa 10 000 Mark für ein Jahr empfohlen hat. Aber, meine Brüder, wir können diese Angelegenheit nicht trennen von der gewaltigen Aufgabe, mit der (He heutige Sitzung des G.K. sich zu beschäftigen berufen ist. Nicht nur diese Schule Ist in Not. sondern fast alle rein jüdischen Schulen Deutschlands und nicht nur die Schulen, sondern fast sämtliche jüdisch-wissenschaftlichen Institute. Lehrer und Lerneride. Vielleicht haben die deutschen Logen niemals vor einer wichtigeren Aufgabe gestanden als heute, da es ihnen obliegt, an erster Stelle zu stehen, wenn es gilt, Deutschland als das Zentrum jüdischen Geistesleben zu erhalten. Sicher ist es die gewaltigste und vornehmste Aufgabe, vor die die Logen je gestellt waren. So schwer auch die Lösung sein wird, meine Brüder, wir wollen und müssen sie finden* wenn anders wir unser ureigenstes Sein nicht verleugnen wollen. Als berufener Wissenschaftler wird Br. Dr. Baeck Ihnen mit weiteren Erörterungen die Angelegenheit des sogenannten Kulturfonds näherbringen." Br. Storch empfiehlt entsprechend dem Beschluß des G.A. eine Garantie hi Höhe von 10000 Mark zur Rettung der "Schule für ein Jahr auszusprechen. Die Versammlung stimmt dem zu. Kulturfond: Br. Baeck-Berlin verliest den von ihm gefertigten Aufruf, der in unserem Großlogenorgan wie auch in jüdischen Zeitungen zur Veröffentlichung gelangen soll., Br. Baeck geht kurz auf die Vorgeschichte der Bestrebungen im Interesse ties. sogenannten Kulturfonds ein. Der Gedanke,;ine Bestene , eiie Besteuerung herlwizuführen, sei auf der Oroßlogentagung fallen gelassen worden. Man habe entsprechend der Anregung der Bbr. Lisser nnd Philipp-Hamburg der Weg der Freiwilligkeit gewählt, weil manglaubte, hierdurch viel mehr zu erreichen. An erster Stelle müßte die erforderliche Fürsorge den notleidend m wissenschaftlichen Instituten, von denen die Ausstrahlung alles geistigen jüdischen Lebens ausgeht, gelten. Man müßte dann sich bemühen, unter allen Umständen den Religionsunterricht in den kleinen Gemeinden zu erhalten und zu stärken, und die Logen würden Ihre geistige Betätigung In außerordentlicher Weise steigern, wjenn sie ihre kulturelle Tätigkeit über die Stelle ihres Sitzes hinaus büs in die kleinsten Gemeinden trügen. Innerhalb der Logen müßte für den Kulrurfond eine Summe aufgebracht werden,' die " (trchschnfttlich mindestens 50 Mark pro Kopf beige. Br. If.isser betont nochmals den von ihm sreits in der Oroßlo^entagang zum Ausdruck gefachten Gedanken der FreiwflHgkeit, der einzig id allein: hier am Platze sei, da man unmöglich le Schultern belasten könne. Br. Oinsberg-Berlln tritt für die Förderung bestehender Schulen aus den Mitteln des Kulturfonds ein, möchte jedoch von der NeugTÜndung jüdischer Schulen in Deutschland aus Mitteln des Kulturfonds Abstand nehmen, weil schulpolitische Interessen und Angelegenheiten Sache des Staates und der Gemeinden sind und die Gemüter der Brüder trejnnen würden. Br. Holländer-Berlin betont kurz einige Gesichtspunkte zur vorliegenden Frage u. a.: |1. D<n Interessen der Lehrer müßte viel mehr Beachtung zuteil werden, als bisher geschehen ist Das Fehl :n jüdischer Lehrer oder die ungenügende Besoldung von Lehrern in kleinen Gemeinden sei ein Ungllck für das gesamte Judentum. Er kenne Fülle, w) alte Lehrer geradezu dem langsamen Hungertade ausgesetzt seien. 2. Ei müßten wohlhabende Brüder viel mehr als bisher angeregt werden, nicht bloß rein humanitäre Wohlfahrtsbestrebungen, sonders auch geistige Tätigkeit zn fördern, •B r. JPI a c z e k - Berlin tritt der Auffassung des Br. «pinsberg betr. Schulfrage bei und wünscht, daß die!Höhe des Kulturfonds so groß wl; aar möglich angestrebt werde. Hierzu sei erforderlich.