Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1921-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921) · p. Seite 55

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1921
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August (7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/6727475-6029105-6074483--0049-4866750
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Beschlußfassung dem . (i.-A. vorzubehalten. Die Großloge habe den Jugendverband ins Leben rufen helfen und müsse letzt ftlr. seine Erhaltung einstehen. Es gäbe kaum eine wichtigere Aufgabe als die Förderung der jüdischen Jugend. Je mehr der Verband dem' Einfluß der Zionistcn ausgesetzt erscheine, desto mehr müßten Großlogc und Logen ein Gegengewicht für die Erhaltung der Neutralität bilden. Zur Diskussion sprechen weiterhin die Brfider: Catzenstein-Hannover, Baeck-Bcrlin, MoriU- Stettin. Holländer-Berlin. — Br. Catzenstein bemerkt, daß die Zion-Lonc in Erwägung gezogen habe, ob sie sich nicht von ihrem Jugend verein zurückziehen solle, weil er alles andere eher als neutral sei. Br. Baeck-Berlin tritt dafür ein. daß mau die Jugend mehr ihre eigenen Wege gehen lassen sofle. Br. Holländer-Berlin schränkt diese Forderung insofern ein, als die eigenen Wege nicht zur Aufhebung der Neutralität führen dürften. Br. M o r i t z - S t c 11 i n möchte über die ganze Bewegung etwas mehr Klarheit erhalten and regt demgemäß unter Zustimmung der Versammlung an, bei den einzelnen Logen einmal nachzufragen, welche Erfahrungen sie mit ihren .lugendvereinen gemacht hätten. Br. Timendorfer stellt fest, daß im Etat bereits 5000 Mark für den Jugendyerband angesetzt seien. Diese könnten doch zunächst einmal zur Auszahlung gelangen. Br. M er z b a c h - F r a n k f u r t beantragt. r nach Prüfung der gesamten Jugendfrage durch den G.-A. und Aeußerungen aller Logen über den Antrag des Jugendverbandes in der nächsten Gen.- Kom.-SitzuW zu entscheiden. — Dieser Antrag wird angekommen. t Religionsunterricht In kleinen Gemeinden. Entsprechend dem Antrag des Br. Freudenthal-Niirnberg und der Etatsansetzung werden hierfüf 1500 Mark bewilligt. Verein für Arbeitsnachweis. Entsprechend dem Beschluß des G.-A. werden dem Verein, der in jüngster Zeit sein 25jährigcs Jubiläum gefeiert hat, auf Antrag des Referenten, Br. Ginsberg, 600 Mark bewilligt , Jaeobson-Scbule-Seesen. rg ) Br. Storch-Hamb ti als Referent: „Die Angelegenheit der Seesen ist, wie die meisten . von Ihnen, meine I. Brüder, wissen werden, ipi G.-A. der Großloge ausgiebig erörtert worden. Brüder, die über die Materie tiert sind, mögen einige historische Notizen am Platze sein. Die Jacobson-Schule ist Israel Jacobson, der in dem des Beginnes des 19. Jalvrhürderts eine große' Rolle spielte, aus eigenen Mitteln im Jahre 1801.begrün^ det worden. Wer die Geschichte dieses Mannes kennt, wer von, seinem Wirken bei Carl Louis Ferdinand von Braunschweig, hing bei dem König Jerome hat. wer weiß, welchen bemerkt hicr/.:t •. -. Jacobson-Schule in ür diejenigen unserer nicht genügend orienvon dem Frnanzrat jüdischen Geschehen wer von seiner Steivon Westfalen ^gehört überragenden Einfluß Jacobson in dem dem französischen nachgebildeten jüdischen Konsistorium von Kassel hatte, der wird es begreiflich finden, daß hei der Gründung der Schule mancherlei Motive ausschlaggebend waren. Israel Jacobson war eben ein Mann, der mit Edelmut. Tatkraft und Opferwilligkeit ein gerüttelt Maß von Eitelkeit verband. Er hatte die leidenschaftliche Idee gefaßt, die häßlichen, entstellende«» Außenseiten an Juden und am Judentum zu entfernen und ihnen dafür einen glänzenden Schein anziifünchen. Zur besseren Assimilation; wurden neben denjüdischen Schülern auch nichtjüdische unentgeltlich in die Schule aufgenommen. Er war einer der sogenannten Reformatoren im Gottesdienst und Kultus, und es bleibt bedauerlich, daß eT in lobenswertem Eifer, manches Reformbedürftige zu erneuern, sich an protestantische Vorbilder hielt. Trotzdem hat dieser tatkräftige Mann sicn große Verdienste um die Judenheit erworben. So verdanken wir ihm — neben anderen — die Auf- , hebung des Leibzolles in Braunschweig und «Is bleibendes Denkmal ragt aus dieser etwas bizarren * Assimilationsperiode die Jacobson-Schule in unsere in vieler Beziehung anders orientierte-Zeit hinein. Einiges Tatsächliche, meine 1. Brüder,' wird Sic interessieren. — In der'Anstalt werden 134 . jüdische und 168 christliche Kinder erzogen; die . letzteren sind fast alle in Seesen angesessen., Der Charakter der Schule ist durchaus jüdisch. - Ein 1 jüdischer Direktor steht an der Spitze. Im Kuratorium befinden sich nur jüdische Persönlichkeiten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.