Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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bau des Hauses von dem Vorhandensein aller Bauglieder abhängig zu machen. Schwerlich wären wir sonst in die Lage gekommen, das Richtfest zu feiern. Zu den korporativen Ajlitgliedern sollte auch, und erst damit wäre der Kläl Jisroel vollendet, der Bund; gesetzestreuer Gemeinden in Halberstadt gehören. Die Sehnsucht nach einer friedlichen Verständigung mit den übrigen Glaubensgenossen] wenigstens für die Vertretung der gemeinsamen jüdischen Interessen nach außen, hat auch in dem Herzen der sogenannten Trennungsorthodoxen Wurzel geschlagen. Sie ist denn auch in ihren vornehmsten Vertretern auf dem Gemeindetag erschienen und hat wesentlich dazu beigetragen, ihm das Gepräge der ersteh wirklich gesamijüdischen Versammlung zu verleihen. Von den Forderungen der Gesetze^- treuen, die sich innerhalb der von ihrem strengen Standpunkte zulässigen Grenzen hielten, sind denn auch alle wesentlichen erfüllt worden. Wahrscheinlich wäre das Entgegenkommen gegenüber den Wünschen von gesetzestreuer •Seite noch weiter gegangen, wenn die Wortführer sich als autorisiert erklärt hätten, im Falle der Zustimmung, den korporativen Beitritt des Halberstädter Bundes auszusprechen. Leider konnte dies nur hinsichtlich der einzelnen Ge^ meinden, nicht des Bundes in bestimmte Aussicht gestellt werden. Wenn auch bei der prinzipiellen Abstimmung über den Gesamtentwurf drei gesetzestreue Delegierte gegen die überwältigende Mehrheit gestimmt und einige sich der Abstimmung enthalten haben, so ist doch die Hoffnung auf die im Interesse des Klal Jisroel so erwünschte nachträgliche Verständigung begründet. Zu denjenigen Gruppen, die ihre große Opferbereitschaft an'den Tag gelegt haben, gehören last not least die Großgemeinden. Es handelt sich üm ideelle und materielle Opfer. Um ideelle insofern, als die Großgemeinden auf die führende Rolle bei der Schaffung der Gesamtorganisation zugunsten des DJ.G.B. verzichtet haben. In materieller, indem sie in einem Zeitpunkt eigener schwerer finanzieller Bedrängnis die größten Verpflichtungen zugunsten der kleinen und namentlich der kleinsten Gemeinden auf sich .geladen haben, ohne davon, das muß-besonders hoch veranschlagt werden, viel Wesens zu machen. as als V/% " •;GV . für Um den Brüdern einen Einblick . in die finanzielle Fundierung der Gesamtorganisartion zu geben, möchte ich bemerken, daß;das Grundlage für die Beiträge angenommene der Reic iseinkommensteuer der sämtlichen Gemeinderriitglieder in Berlin auf eine halbe Million geschätzt wird. Für die übrigen Bundes-' gemeinden zusammen dürfte sich der .gleiche Betrag ergeben. Hinzukommen dürfte die; Währung eines größeren Staatszuschusses die notleidenden jüdischen Gemeindet Preußens, der tür das nächste Etatsjahr vorgegeben, ist. Schließlich kommen noch die Erträge ' aus diu Grundstücken und dem Barvermpgen des alten D. J. O. Ei. , hinzu, die sich in absehbarer- Zeit. uurch n; mhafte Erbschaften vergrößern werden. Alles in allem genommen, erscheint'die vor füg- " bare Summe beträchtlich, wenn man -alle .Mail- ' * stäbe an egt. Sie ist aber' recht - mäßigf/ wenn** man an die Erfüllung der zu den. bisherigen Aufgaben des D. J.G.B. hinzukommenä«n.£rfprderliciien gewaltigen Aufwendungen für, dje\ , übernommenen kultuellen, kulturellen:- ynu sozialen Zwecke denkt. Sehr am Platzt: war «Iso der Hinweis Dr. Freunds, daß man .gut. tU'J, für den Anfang die Erwartungen in matefie.ier Beziehung nicht allzu hoch zuspannen. Eiswird aber auch erklärlich, daß die vom'Verbänqe der jüdischen Lehrervereine geforderte Regeiun]:* ' der rechi liehen und wirtschaftlichen Stellung der jüdischen Gemeindebeamten nicht at^ehornro^n wurde. Iis handelt sich um die an sictv selbst^ verständlich allen Teilnehmern sympathische Sicherun j der Einkornmenverhältnisse derv'jüdischen Lt hier nach den staatlichen Grundsätzen, wofür, : £emäß der eigenen Schätzung der Lehrerschaft, eine Besteuerung der Bundesgemeinden mit 5 °/e ihres, steuerlichen Einkommens erforderlich gewesen wäre.. So ist auch die Gruppe der Beamten zu einer schmerzlichen Verzichtleistung auf für sie sehr schwerwiegend«: Wünsche genötigt gewesen._■■ Wofür diese allseitige Selbstbescheidung und i Öpferben;itschaft aufgebracht worden ist, dies hoffe ich, geht wohl aus dem bisher Gesagten hervor urld was erreicht ist, ebenfalls. .- Am 23. Januar ist ' das Wohnhaus des deutschen Judentuns im Rohbau errichtet und die Vorbedingungen, es den Zeitverhältnissen entsprechend wohnlich auszubauen, sind geschaffen — 9 — .