Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Wenn die Behauptung, Nation sei Abstammungsgemeinschaft, mehr sein will als eine demagogische Phrase, dann muß sie sich auch in der praktischen Politik, bewähren. Zu unserm Glücke geschieht das aber nicht, wir haben mitten in Deutschland Gebiete, in denen Stämme slavischen Geblütes wohnen. Noch bis zu Anfang des 18. Jahrhunderts behielten die slavischen Preußen die eigene, dem Lettischen verwandte Sprache bei. In der älteren polnischen Poesie wurde der Preuße stets als sympathische Figjr behandelt, er bekämpfte die deutschen Gewalttäter. Im 11. Jahrhundeit-trau der Frankenwald und der Thüringer Wald noch d$n Namiin Slavenwald. Erst Ende des 13. Jahrhunderts wurde im Anhaltischen das Wer.dische bei den Gerichten durch Deutsch ersetzt. Di( nationale Gefahr, die das, Spiel .mit dem Absjammungsgedanken in sich birgt, hat sich vor kurzem deutlich gezeigt. Die Wenden haben sich d;is. Argument des Rassennationalismus zunutze gemacht, um, hinweisend auf ihrebesondereStammesgemeinschaft, aus dem Reichsverbandß als sei jständige Nation auszuscheiden. Dej- Wende iführer Barth hat mit den Franzosen Verhandlungen angeknüpft. Er wurde gerichtlich ve urteilt, n der Urteilsbegründung wurde zu seinen Gunsten angegeben, ,.dafi er sich durch, sein S|ammesgefühl habe irre, leiten lassen, und den richtigen ' Maßstab für seUe Pflichten als deutscher1 Reich sangehör ger;verroren habe". Wir haben hier cm Schulbeispie, wohin es führen würde wenn m in wirklich mi\ der Behauptung; Nation sei Abstammungsgemeinschaft, Emst macht :. Bestände das Wort z^j Recht: man ist nur dqutsch dur das Blut, die Abstimmung in Ostpreußen w Stimmungen re anders ausgefallen, der Ententekcmmissioi v f» ch und We^t- In den heißt Be. :s: „BeideRassen und Sprachen sind gleichberec ltfg Aber die Abstimmung erfolgte nicht nach der Zugehörigkeit zur Rasse; sie erfolgte nach dem, i was jenseits aller Rasse liegt: Nach der Einheit kultureller Schickjsalsgemeinschaft. Masurm, Kassuben, Littauerj Polen, alle jene, nach der völkischen Phraseologie „fremdstämmigen" Menschen folgten nicht der Stimme des Blutes, soide rn der Stimme des Geistes — sie bewiesen in ih -er Ueberzahl, daß mar/i deutsch gesinnt sein kann, auch wenn man slivischen Stammes ist. Eine Bevölkerung, die durch mehrere Genera toren an preußisch-deutscher Geschichte teilgenor lmun, ist dem slavischen Blutsverbande entwachsen und dem deutschen Kulturverbande verwrrzclt Sie will deutsch «ein, deshalb ist sie densch. Die deutsch-völkisthe Theorie hat zu un; Glück im Osten i^ire Unfruchtbarkeit erwi einer gewissen Komik kischen Rassenargumei Es entbehrt nicht man mit dem vö polnischer Seite gearbeitet hat. „Wir re:hren damit", so schrieb Bursche, „daß sich des Blutes melden wünschten Früchte des Blutes hat sich eT!m es :n. caß auf der polnische Superintendent in Masuren bald die »im ne und unsere Arbeit |dse . erzeitigen wird." Die S imne nicht gemeldet, ebensöver ig) wie sie sich in dem Weltkriege gemeldet tat. Sie meldet sich in der Politik überhaupt f\ ir auf dem Papier. In den Entscheidungen der Geschichte sind es Interessen und Ideen, tii» ( en Lauf der Ereignisse bestimmen. So geschah es Das Recht der Selbst^?stnv uns zeugen und den F ieejen hm 11. Juli 1920! mung sollte gegen von Versailles rechtfertigen. Das Recht der Reibst Rechtes festhalten auch in unserer ir Auszugj aus einer Gedenkrede aü ch bestimmung hat für uns gezeugt; es wirc ferner für uns zeugen, wenn wir am Geis e Aes und das Recht des C eisjtes neren Politik walten las :en auf Br. Jacob H. Schiff, Newyork, gehalten von dem 'Präsidenten, Br Noch sind die Beziehungen friedlicher Art, die uns einst auch an das Land fesselten, das unserem heimgegangenen Bruder, Jacob H. Schiff, zur zweiten Heimat geworden ist, nicht wieder in vollem Umfange aufgenommen. So ist's denn am 4. November 19 50 in der „Frankfurt-.oj;e" Rabb. Dr. Arnold Lazarus. begreiflich, daß rieht ein großer weiter K eis von Menschen, von Juden unseres deu sehen Vaterlandes, sich jusammenfindet, um den tiefen Schmerze über seinen Tod Ausdruck zu geten. Nur in schlichter Logenfeier wollen wir ihn, den 4 -