Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1921
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Einbildung verfährt, gründlich vom Thron und gibt allen, was der nationale Gedanke nur nach dunklem Empfinden und nicht ohne Vorbehalt des Zufalls und der Willkür zusammenzubinden schien, das Innere Band der tiefsten organischen Zusammengehörigkeit, Wer Augen datür hat, konnte wohl sehen, daß seit dem-Eingreifen des Rassengedankens der bis dahin schwankende Kampf des Nationalismus auch; in Deutschland nun endgültig zum Siege entschieden ist,"- Die Rassentheorie hat dem Nationalismus eine physiologische Prägung gegeben. In der Rasse glaubt man das entscheidende Wesens- . merkmal der Nation zu finden. Es liegt darin die materialistische Voraussetzung beschlossen daß alle seelischen Inhalte, des individuellen wie auch des nationalen Bewußtseins nur ein Produkt der Materie — des Blutes —■ sind. Verschiedenes Blut erzeugt verschiedenen Geist. Nation aber setzt gleichen Geist voraus, und dieser gleiche-»Geist ist ohne das gleiche Biut unmöglich.. Dieser physiologische Nationalismus sinkt auf die Stufe primitiver Menschenentwicklurg zurück. In der verstaatlichen, patriarchalischen Gesellschaft, die sich in Stamm und Clan gliederte, war Blutsgemeinschaft die Voraussetzung politischen Zusammenlebens. Alle politischen Rechte und Pflichten, alfe religiösen, sittlichen und rechtlichen Gemeinsamkeiten waren an die Blutsverwandtschaft, an die gemeinsame Abstammüng gebunden. Aber .selbst in diesen fernen Zeiten kennte man das Prinzip der Abstammungsgemeinschaft nicht völlig durchführen. Staminesfremde wurden in die politische Gemeinschaft aufgenommen mittels einer fiktiven Abstammungsgemeinschaft: der Adoption. Ohne ein gewisses Maß von .Homogeneüät können Menschen nicht politisch zusammenleben — atn Anfang der Geschichte wird aber diese HomogeneTiät so eng genommen, daß sie rrjit der Blutsverwandtschaft zusammenfällt. Die Entwicklung zum Staat, zur Kirche, zur Nation, zur Menschheitsidee bedeutet, wenigstens in Europa, die Homogeneität der Abstammung zu einer solchen des Geistes erweitern. Die Geschichte hat sich in Europa nicht um Rassen und ihre Reinheit gekümmert; nur so ist Europa dem Schicksal des indischen Kastenwesens entronnen. Staaten und Nationen konnten sich erst bilden, ' - 3 k.y/:~* :■■) * ' ... s.-c.S'.J ' ,. nachdem die Abstammungsgerrieinscnaft, aufgehört hatte, Voraussetzung politischen -Zusammenlebens zu sein. Jede europäische Nation ist ein Gemisch der verschiedensten Unterrassen der kaukasischen Rasse (zu der auch die Juden gehören), welche Unterrassen im einzelnen festzusteilen, eine noch lange nicht gelöste Aufgabe der Anthropologie ist. Angesichts dieser Tatsache kann man das gegen die Rassenideologie gerichtete unmutige Wort Nietzsches verstehen*.* „Wieviel Sümpf und Verlogenheit-, gehört dazu, im heutigen Mischmasch Europas Rasfeenfragen aufzuwerfen, — es sei denn, man sei aus Borneo oder Horneo. Maxime: Mit keinem Menschen verkehren, der ari den verlogenen Rassenschwindel glaubt.' Der R:issennaliö:ia1ismus ist aber fiun einmal ■ . - ,{ | ■ ■ vorhanden. Lr treibt sein Wesen in der inneren und äußeren Politik; deutscivölkiscben Kreisen liefert er fast den ganzen Ideengehalt. Instinkte ver'oschenerjahrlausende werden heraufbeschworen, eine gespenstisch wirkende Magie wird mit Worten] und Begriffen getrieben, die in dem wirtschaftlichen Machtkalküi imperialistischer Politik sich grotesk ausnehmen, bis zu welchen Versiiegeniieiun der mit ' Schädelmess.ungen spielentje Rassennationaiis,mus gelangen kann, dafür ein Beispiel: 1883 haben albanische Delegierte bei den europäischen Kabinetten, gegen die Abtretung des Epirus an Griechenland pro-." testiert. Ihr Memorandum war unter italienischer Anleitung abgefaßt — HaÜen rechnete Albanien zu, scirer Irredenta. Um zu begründen, daß Qrieciie|n und Aibaner nicht unter ein und der. selben lerrschäft leben können, wies'man darauf hin, dai Albaner und Griechen' nicht ^denselben Schade! schädel In d Quijote sinn zu , ndex haben. Die" Griechen seien BreAdie Albaner Langschädel. — er Politik wirken Phantastereien oft stärker 1 als lebenswahre Ideen. Es genügt.nicht, daß diese Phantastereien zu Schaden führen-,' die meister Menschen werden durch Schaden nicht klug; ^ie führen den Schaden auf alles, andere, nur nicht auf ihre falschen Ideen zurück. wird durch keinen Schaden klug. Den .Jedes neue Ujnglück, das ihn trifft, reizt" seinen Sorrarfneuen Begründungen seiner fixen Idee. So gibt e.s gegen eine falsche Idee nur das eine: Immer wieder von Neuem die .vernünftige* Besinnung gegen sie wachrufen.