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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-11-01 · Nr. 10 - November · p. Seite 112

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 10 - November
Date
1920-11-01
Page
Seite 112 (sequence 5)
Language
German
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erstes drei Monaten dieses Jibres; 7000 neue Brüder wurden dem Orden zugeführt, ein eigenartig großes Geburtstagsgeschenk iflr unseren greisen Ordensprflsidenten. Die Zahl der Wohlfahrtsorganjsaiionen, die die Logen geschaffen haben, geht ins unendlicbe. Einige wenige stehen unter dtr direkten Leitung der Ordensrentrale. .. Die Bolschaft des Ordenspräs'denten bildete, neben wenigen Anregungen aus anderen OroBlogcn, die Grundlage für die Verbandlungen der Konstitu lonsgrcS'oge. Vieles ist Iflr uns — so wichtig es dort drüben ist — ohne Bedeutung. Die Zusammense zung der Exekutive, an der wir infolge der straffen Zenlraliiation doch nur formal durch Namen verbeten sind, die geringfügigen Aenderungen der Kontiilutlon, die Schaltung eines s änd'gen Komitees, das die soziale Arbeit teilten soll, die Anregungen, die für die Ausgestaltung des Ordens-Organs, der „B'nai B'ritb News'*, gegeben wurden, die Büros, die die Presse mi aufk ärenden Artikeln und de einzelnen Legen mit Rednern zu versorgen baben, das alles sind wichtige Dinge für die Bifider in Am rika, aber den Orden als Gesamtorgsnisation berühren sie nicht. Es dient nur zur Musira ion der verschiedenen Vertältn fse, wenn man dort drüben eine objektive Geschichte der Kreuzigung Jesu drucken und sie in M s-en verbreiten lassen will, weil man nicht ganz ebne Grund der Auflassung ist, daß die tendenz ose Behauptung, die Juden hät'cnjefum gekreuz g», schon im Kinde den Antibemitismus großzieht. Aus diesem Grunde tritt auch der Orden der proleslantiscberseits gefederten Einführung der Bibelrunden an den Schulen entgegen. Nur zwei Iflr die innere Sruktur des ganzen Ordens äußerst wichtige Beschlüsse wurden in Cleveland ge'aß'. Der eine, rein negativ, war die Ablehnung des Antrages, auch Frauen in die Logen aufzunehmen. Sa sehr man die Hinzuziehung der Frauen zur Arbeit und ihre O.ganisation in Schwesternvereinigungen wünscht, so konnte man sich doch sticht entschließen, mit cer Tradition unseres Ordens als einer Männrrvereinigung zu brechen. Nicht ganz so einheitlich war die Ansicht der Delegierten in bezug auf unsere sogenannten O e - ■ e 1 m n I s s e. Der Antrag, sämtliche Logensnzungen •deutlich abzuhalten, wie es eine große Anzahl der Bifider verlangte, fand nicht die erforderliche Zweidrittel-Majorität. Aber aus dem Ritual soll alles, was ■ich auf die Geheimhaltung bezieht, ausgemerzt werden. Unsere Zeichen und Pasiierworte sollen einzig und allein dazu dienen, das Eindringen Fremd« in unsere' Versammlungen zu verhindern. ' Dmist auch seit je die Auffassung des deutschen DUtrlktes gewesen.. . Die Amerikaner sind Minner der Tat. Für Theorien und Worte baben sie weniger Sinn. Dal nach Wien 5000 Dollars geschickt worden sind, daß der Darlcbnsfond Iflr europäische Brüder zirka 76000 Dollars betrug, von denen 10000 DoJ ars nach Polen und Deutschland üoerwiesen sind, erfahren wir nur so nebenhin. Das Vermögen der Zentrale betrug 154 000 Dollars. Zihlen sprechen für sieb» aber sie können verschiedenes . sagen. Grade weil uns in unseren armseligen europäischen Verhältnissen die zur Verfügung s'ehenden Mittel to groß erscheinen, muß man die Frage auf werfen, ob auch keine Thesauri er unge politik mit den Geldern getrieben wird, ob die Anhäufung bei sinkendem' Werte keine Schädigung bedeu'et, und ob man wohl .erwartet, daß die Not unserer östlichen Brüder noch,größer wird, bevor man die.Summe anzugreifen beabsichtigt Man darf zu dem klaren Bück der Miltner unserer Exeku'ive alles Vertrauen haben, aber doch sind sie Kinder ihres Lsndes, und der Donner der Weltereignisse dröhnt ihnen drüben nicht so in die Ohren, wie bei uns. Das fällt besonders auf, wenn man die Berichte der einzelnen Distriktsgrc Otogen betrachtet, die dem Verbaodlungsbericbt angefügt sind. — In Amerika dieselbe Art ruhiger Tätigkeit wie bei uns vor dem Kriege, bei den europäischen und Orientgroßiogen eine Umwälzung, aber damit auch der D ang zum Wiederaufbau mit neuen Mitteln. -— Der Orient hatte zwei Vertreter nach Cleveland gesandt. Die anscheinend besonders rürnge rumänische Orcßioge schreibt: „Es liegt uns außerordentlich viel duan, daß der rumänische Distrikt endlich auch bei der Convenlionsgroßloge sein Dasein bekunde" Er verlangt weitere Ausgestaltung des Ordens im Osten Europas, die Beteiligung an Bruderkolonien in Pa'ästina und die Schaltung einer interterritorialen, iniersczialeri jüdischen Akademie durch tfcn Orden zur Ausgleichung unserer religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Orgemätze. , Wie weit dieser Plsn greifbare Formen ha', ist ebensowenig ersichtlich, *>ie, ob er in Amerika besprochen worden ist. Aber .man siebt, d ß in Europa das Bestreben vorhanden ist, nicht nur in cen Logen, sondern auch am Orden selbst mitzuarbeiten. — De Art der .Propaganda muß eine andere werden, und statt der bei der Konstitutioosgrcßloge behandelten Frage, wie das Papier der

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