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Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-11-01 · Nr. 10 - November · p. Seite 111

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 10 - November
Date
1920-11-01
Page
Seite 111 (sequence 4)
Language
German
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Die Conventionsgroßloge im Mai 1920. Vom Br. Dr. Rudolf Vom Oi bis 13. Mal dieses I ihres bat In Oevetand (Ohio) die höchste Behörde unseres Ordens, die nur alle fünf. Jahre einmal zusammentritt, die Conventionsgroßlogc, geagt Der Beriebt über die Verbandlungen liegt uns je'zt gedruckt vor, und es ist Recht und Pflicht der Lo. en und Brüder, die sich ernsthaft an unseren Arbeiten beteiligen, zu allem, was dort besprochen, — und vielleicht auch nicht besprochen — wurde, Stellung zu nehmen. Im Mittelpunkt stand die Botschaft des-Ordensprlsidenten Kraus, der R-cbenscbaftsbericbt über die Tätigkeit der* Exekutive des Ordens in deh vergangeren fünf Jahren. — Die Aufgaben, die zu bewältigen waren, wachsen ins riesenhafte. Sie wurden von den Führern des O-dens in treuer, seiostaufopfernder Welse in Angriff genommen und gelöst. Der K'ieg beherrschte überall die Logent* igkeit. Ueberal} stellten »sieb die Logen loyal und patriotisch in den Dienst des Vaterlandes. Auch in Amerika wurden von den dortigen Büdem Fürsorge- Einncbtungen lür die hundert austnde jüdischer Soldaten geschaffen, die unter die Fahnen geeilt waren. Das Gtfühl, für das eigene Land ihre P licht, und mehr als .das getan'zu haben, gab unseren amerikanischen B Adern aber nun auch das Recht, energisch nrd zelbewuBt bei der amerikanischen Regierung lür cie Judenaller Länder eir zutreten. Unauf r örlich se zte man die Ben ü u gen fort, die amerikanische Regierung, Wilson und Linsing an der Sp tte, dafür zu gewinnen, daß bei der Friedenskonferenz in Paris die Rechte der Juden sämtlicher Länder gewährleistet wurden,' und bis zu einem ge- ' «rissen Grade hatten diese Bestrebungen Ei folg. Die Amerikaner setzten durch, daß In den Verträgen mit den neugeschaffene Staaten die Glechberecbtittung der Juden aufgenommen wu de. Daß auch diese Verträge Papier blieben, ist nicht die Schuld des Ordens, und kaum kamen die Nachrichten von den Pogromen in Polen und In der Ukraine und von drohenden Ausschrei ungen in Ruiänlen nach Amerika, als durch alle Mittel der öifentlicben Protest und der persönlichen Stellungnahme die amerikanische Regierung veranlaßt wurde, für die Sache der Menschlichkeit und des Rechtes einzutreten. Die Grenzen der Aufgaben sind in Amerika dem Orden viel weiter gesteckt als bei uns. Man verschmäht dort nicht die Mittel einer aktiven Politik, um unsere Leszynsky - Berlin. Ideale durchzusetzen. Die fehlende Oesamtorganlsatioji der Juden Amerikas wu de vom Orden ersetzt, und wenn es dort drüben Ibis vor wenigen J ihren keine i Verein zur Abwehr! des Antisemitismus gab, s» mußte auch hier der O den eingreifen und in seiner „Anti Defamation-League" all die Aufgaben übenehmen, die hier der Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen O aubens durchführt. Auch dot mit etwa« arderen amerikanischen Mitteln i durch Beeinflussung der P esse und des Kinos, ja es wurde sogar erreicht, daß die Gesetzgebung der einzelne! Saaten gegen Auswüchse des Antisemitismus Stellung nahm. Diese Mjcht, die der Orden repräsentiert, läßt sieb aber nur erhalten, wenn die Juden Ameriki s selbst in die ReiHe der amerikanischen Staasbürgtr eintreten, und auch aus rein wirtschaftlichen Orüade i muß der Orden das Werk der Amerikanisierung d(r einwandernden Juden betreiben. Nur wer die Sprache des Landes beherrscht und seinen staatlichen Anschauungen sieb niebf widerse z\ kommt in Amerika weiter und schafft dadurch Rium für neue Einwanderer, die in dem fernen Land jenseits dis ' Ozeans ihre Hoffnung und ihren Zufluchtsort sehen. Ein weitere* Arbeitsgebiet des Ordens in Amerik i, wie überall in der Welt, gilt der Urberbrückung der Gegensätze innerhalb der jüdischen Parteien, j Als die Judenbeit Ameriki s in zwei Lager gespalten war — die einen lür d e Einberufung eines amerikanischen Kongresses alt gewählten V rtretern, die anderen lür eine Konferenz der Repräsentanten der beliebenden Organsationen — gelang es der vermittelnden Tätgket des Ordtnsp äüden er?, eine Einigung herbeizuführen, und der Kongreß kam zustande. Auch bei der Friedenskonfereoz im Paris war der Orden durib Br. Bentwich vertreten, der in gleicher Weise Ei ltracht stiftend auf die verschiedenen Strömungen unter den jüdischen Delegationen, zu wirken suche. Der gewaltigen Tätigkeit und den noch gewaltigen :n Aufgaben, die der O den zu lösen bat, enttpric ht nicht ganz die Zahl seiner Mitglieder. Im J ihre 19 § hatte er 40 000 Mitglieder; davon 12 500 in Europa und dem Orient. Anfang 1920 war die Zibl atf über 55 000 gestiegen; davon 14 500 außerhalb Amerikas. 85 neue Logen waren im Betriebsterm ia gegründet Was eine zielbewußte Piopaganda leisten imstande ist, zeigt das Anwachsen in de« - 112

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