Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-10-01 · Nr. 8/9 - Oktober · p. Seite 95

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 8/9 - Oktober
Date
1920-10-01
Page
Seite 95 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4864325-6029099-6074458--2597-4866675
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

schreckenden Prozentsatz vertreten, und zwar nicht nur bei den funktionellen Erkrankungen der Nerven, sondern auch bei den organischen. Auch die Irrenhäuser weisen eine solche Statistik auf. Man spricht infolgedessen mit Recht von einer Dekadenz und Degeneration unserer Rasse. Dazu kommt noch, daß die deutschen Juden meist in Qroßstädlen leben, wo die Nerven durch das Hasten und Jagen gar zu schnell verbraucht werden. Darum heißt es vorbeugen. Vorbeugen ist wichtiger als behandeln. Die Kinder müssen alljährlich ihre Schulferien zur Kräftigung und Erholung so gut als möglich ausnutzen und einer systematischen Körper- und Seelenpllege unterzogen werden. Der Erfolg in einem gutgeleiteten Ferienheim, wo die Kinder den ganzen Tag unter sachgemäßer Leitung und Beaufsichtigung, unter Spielen und turnerischen Uebungen zubringen, ist ein bei weitem größerer und dauerhafterer als ein Kuraufenthalt in Begleitung der Eltern. Jeder von uns weiß, wie viel Zeit moderne junge Frauen vielfach mit Toiletten, Konzerten und Reunions in den Bädern vergeuden, während die mitgenommenen Kinder nur so nebenher als lästige Anhängsel behandelt werden. Auch die Disziplin wird in solchen Heimen den vielfach verwöhnten Kindern gute Dienste leisten. Wir leben jetzt In einer Zeit, wo Verweichlichung durchaus nicht am. Platze ist, wo streng* Erziehung den Nerven der Kinder bessere Dienste tun wird als immer nachgebende Milde. ' Im Jahre 1911 habe ich meinen Prospekt zur Gründung von Ferienheimen im Orden dem Mitteldeutschen Logenverband vorgelegt, in der Voraussetzung, daß Verbände ihre Existenzberechtigung darin zeigen, daß sie größere soziale Einrichtungen, die Elnzellogen infolge finanzieller Schwierigkeiten nicht leisten können, gemeinsam und mit vereinten Kräften zur Ausführung bringen. .Mein Vorschlag fand allgemeinen Beifall. Allein Halle hatte "damals noch mit seiner Ferienkolonie in Wittekind und Magdeburg mit der in Eimen seine Sorgen. Damals schien die Sache auch nicht so dringend. Denn damals waren wir noch alle wohlhabend und hatten die besten Hoffnungen für die Zukunft Wie sieht es aber heutzutage aus? Wie glücklich wären wir, wenn wir damals schon, so lange wir noch reich waren, solche Helme in unserem Orden geschaffen hätten? Wer kann sich denn jetzt bei den ungeheuren Preisen noch eine Badereise leisten, wena man nicht wenigstens eine Million im Hinterhalt hat? Daher müssen wir, wenn wir nicht gesundheitlich verkümmern wollen, Heime schaffen auf sozialer Grundlage mit eigener Bewirtschaftung, wie sie die Beamten der Eisenbahn, der Post und die Handlungsgehilfen , schon zahlreich besitzen. Die Kosten fflr den Aufenthalt in solchen Heimen wird auch noch der weniger Bemittelte bestreiten können. Es ist daher sehr begrüßenswert, daß unser Generafkomitee in seiner Sitzung vom 26. Mai ,1918 den Beschluß gefaßt hat, die Sally- und Helene Heymann-Stiftung zu diesem von mir vorgeschlagenen Zwecke za verwenden und weitere Gelder zu sammeln. Mein Vorschlag ist also folgender: ' 1L ' ' •" v ' - -, Unser Ordensdistrikt mögle zunächst Mittel sammeln zur Gründung von drei Erholungsheimen für Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Diese Heime sollen in den Schulferien für Kinder reserviert bleiben und zwar soweit Platz vorhanden ist, auch lür Nlchtlogenkinder, in der anderen Zeit aber können sie auch von Brüdern und deren Familien benutzt werden. Liebe Brüder, sammeln Sie recht ausgiebig' für diesen edlen Zweck. Mehr als je ist jetzt die Gesundheit und Arbeltsfähigkeit das höchste Glück und das größte Vermögen zugleich.*) Nur derjenige, der mit voller Kraft und, bester Oesundbeit wird arbeiten können, für den Ist mir auch für die wenig' aussichtsreiche Zukunft nicht bange. -t—■■'■[ 1 ' ' *) Die Einführung des Ordenstages bez. der Fesfnumnier zum Qrdenstage gibt die Möglichkeit jedes Jahr ein bestimmtes Wohlfahrts'werk mit der gesamten Kraft unseres Ordensdistriktes zu fördern. Wir hoffen, daß sich die Brüder derh diesjährigen Plane der. Schaffung eines Ferienheims fi)r Kinder und Brüder des U- O. B. B. Ol Erkenntnis seirjer Notwendigkeit nicht versagen' werden. (Das Red.:Kooiitee.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.