Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 6/7 - August/September
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4864325-6029099-6074457--2572-4866651- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und Judentum", aus den noch immer bedeutsamen Reden und Vortragen M. Lazarus' „Treu und frei", aus dem Standard work des Judentums des 20. Jahrhunderts, Hermann Cohens „Die Religion: der Vernunft aus den Quellen des Judentums*4. Erfahrung lehrt, daß gerade die letzten Akkorde einer Symphonie am machtvollsten in uns nachklingen. Wir brauchen solche nacbtönenden Akkorde auch für die Ldgenarbeit. Bei den Logensitzungen muß auf erstklassige gesangliche und musikalische Darbietungen besonders Wert gelegt werden. Ein sang'«kundiger Bruder oder ein solcher, der ein Meister auf dem Cello, der Violine, dem Harmonium ist, soll zu Beginn, vor allem aber am Schluß der Sitzung einen Psalm, eine Arie, ein ernstes Musiks ück zu Gehör bringen. Das wird als eir.c erwünschte Bereicherung der Logenarbe:t empfunden werden, wird Entfremdete mit neuer Liebe erfüllten, besonders aber wird es helfen, den Alltalg zu überwinden und eine rechte Tempelstimmung zu wecken. Die Logen müssen dahin wirken, daß, Brüder und Schwestern eine ernste Anteilnahme an den Anregungen .des Gotteshauses betätigen. Es ist eine besp ämende Tatsache, daß viele Logenbrüder glauben : der Besuch des Logentempels befreie sie von der Pflicht des Besuches, des Gotteshauses. Sie vergessen, I daß jeder Besuch des Gotteshauses einen erneuten Zusammenhing mit Gott und dem Göttlichen bedeutet, eine Stärkung der sittlichen Persönlichkeit herbeifüut. Nlcitti steigert die idealistische Kraft In uns in dem Maße, als daß wir gerade an den Tagen, an denen die anderen Ihrem Berufe nachgehen, Erwerbsmeb und Alltagssorgen vergessen und Göttlichkeit in uns aufnehmen. Es mag zahlreichen Brüdern und Sch western angeblich unmöglich sein, den Sabbattag In alter Weibe tach alter Weise zu hallen. Aber eine Sabbatslunde, eine von 168 Wochenstunden, muß jeder Bruder und jede Schwester lür Gott und das Gö Hiebe übrig haben. Ich spreche hier nicht als R ihbioer, sondern nur als Logenbruder. Ich empfinde es schmerzlich, daß meinen Brüdern und Schwestern die Welt der heiligen Er Wecklingen des Gottesdienstes verschlossen bleibt, daß sie sich in einer Zeit, In der sich das religiöse lieben bedauerlicherweise auf das Oottesbaus beschränkt, die Segnungen der Religion selber versagen. Alles das durchzusetzen nenne ich praktischen Ideallsmus in der Legenarbeit. Es ist nach meinem Empfinden die Ebrenaufgabe der Logen, eine E ielau3lete der besten Juden zu einem Treubund praktischer zusammenzuschließen und dahin za wirken, der gesagten Judenhelt den ruhmvollen Namen , einer Gemeinschaft', eines „heiligen Volkes", eines Stammes" (Je?. 6,13, Ett* 9,2) zuTückzu-.' Wie es von Hanna in der S:briftverlesung hrsfesles '.eißt, daß sie sich ein K'nd erfleht; Gott schenken wiil" (fj Sara. 1,11), s> Gelöbnis jedes Bruders, jeder Schwester „helllg-n .heiligen gewinnen, des Neuj „das sie muß das will mehtr begreifen einer Go Gelöbnis, In den ltoramen Jen heiligen Wochen lauten : „Ic Lecen Gott schenken", es als Oottesgut es mit Gct es Gedanken erfüllen, es zu lesoffenbarung machen. Halten wir dieses dann sind wir ideale Logenbrüder und Schweifen und zugleich ideale Ju'Jen, denn dann heißt un<er Daseinsziel: Praktischer Idealismus! I : Anschluß an die Ausführungen von Br. Rabbiner Dr. Riege r entbieten wir den w. Logen'und. o'ahv.t allen unseren lieben Brü fern von nah und fern und i er. Familien die hetzllchs'en Wünsche1 zur Jabreswcuu . Mögen die Grundsä ze unseres Ordens und der jüdischen Gemeinschaft immer tiefer über unseren Kreis ' *,T^ * '. ■ *" •. - binaüsOemeingut der Menschheitwerden,damiidas, w*s Br. Rieger als praktischen Idealismus bezeichnet hat, immer mehr isn gesamten Kreis der Menschhiiü betätigt werr/e. 'I ■ I ' ' ' '. r ■*' ' Großjoge für Deutschland. VIIL U.O.B.B. Timendorfer. Goldscamidt. *. 1 Dr. Moritz Crohn-H 1858-1920. alberstad ,. | 1 Br. Expräsident Siegfried Hirsch- Halberstadt übersendet um eine in ausgezeichneter Form gehaltene Gedenkrede anläßlich des Hillscheidens von Br. Dr. M o r i t z C r o h n-Halberstadt, die wir zu unserem großen Bedauern aus räumlichen Gründen nur In abgekü zter Form wiedergeben können. i Die. Verlust - 71 - Berend Lebmann-Loge bat einen' «chweren erlitten. Eine ungewöhnliche Erscheinung