Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1920
- Issue
- Nr. 6/7 - August/September
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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am Liebe in die Welt tragen, ein Werkmeltter am Weltbau sein, mit Qctt an Weltenbau schaffen, das sind die Fassungen, weiche Bibel und Tsfmud diesem höchsten Daseinszweck des Menschen gegeben haben. eine Stütze, ein Pfeiler, ein „Sei wie Ootl: barmherzig und So wird der Fromme Träger des Wel'baui. licbevolLwie er (Sabbath 133b)> Der einzige entscheidende Gottesbe-veik Pblicscph Fichte; derselbe reißt: ist sagt der Das ist die Worte um deinetcer göttliche Wandel. Gedanke/ den der Talmud in „L'ebe Gott, dkb. lebe so, daß Oott /illeh geliebt wird!" , Diesen Oottesbeweis zu erbr'ngen, ist Menschen sein sollen wir nicht nur Im unser Leben sei gelebte Religion, mit mit : ufgabe. Gott ich Gotietbause,. rein, unser Lebet; sei Goi esditnst. Es Ist unjüdiscb: dem Sabbaireck die Sabbtts immurg ablegen, dem Isti ttsgskltid den Festtag abstreifen. Jüdisch Gewebe des Lebens mit Gottes Gedanken ett^chwirkeb, den Alltag durch Gott zu durcagejä'igeo: Oott muß das Maß; und die Richtung unseres Lebens werden. Schaffe einen festen Zusammenhang, einen inneren Zusammenklang mit Gott, das heiß: Gottes Plan erfüllen,1' das heißt jüdisch leben.; Das Judentum scheute sich nicht, die letzie Folgerung und Forderung aus diesem Leben m;: Gott zu zfehen: wenn es nicht möglich war, m.t Gott zu (eben, für ihn zu sterben. Israel trug sein Martyrium in wertloser Selbstverständlichkeit mit! heroischer Treue. Daß seihe Religion einen Kauf wen haben, ein Tauschobjekt werden könnte, war ihm bis vor kurz.m e'.was Unbegreiflicnes. •> Erst in der jüngsten Zeit ist in das Judentum daa, Mcdegift des Materialismus eingedrungen. Man fragt auch bei uns nicöt: „Was bist du?" icai^lern „Wai us ist nur la-t dut" Vom aten praktischen Idealist, das Pf aktische übiig gebseben. In dieser Z<it sind umeie L gen brgriiedjtt worden Seh ber -den Krrp' gegen.die Ma eria 3 Was Logen? bünden daß in Iraktti leb habe gefunden, daß in untern Brudertebr viel und sehr schön gesprochen w rd, unteren Tempeln erfreulich oft d e Hochstimmung froher Begeiferung für alles Erhabne obwaltet. Aber der Weg vom Wort zur Tat tatv, 4lt und Stimmung verflüchtigt tieb nur zu schnell. Mit dieser Tatsache muß in den Logen gerechnet werden, um den Einklang zwischen Wort und w erk zu sichern. Erziehung zur Tat, also praktischer Ic<a- 1 Ismus muß die Wegweisung der Logenarbeit mehr als bisher sein. Sie muß das Ethische über das Ästhetische, das Erziehliche über du B:lehrende stellen und vor allem den einzelnen Bruder, die einzelne Schwester zu eigener Betätigung anlegen. Et itt eine Tatsache, die jedem ernsten Beurteiler der Logenarbeiten alt ein Abweg erscheinen muß, laß in den Logen über jedes und alles, auch < ber Ethisches und Religiöses gesprochen wird. Das Verhältnis muß umgekehrt werden t die eigentliche Logenarbeit soll in der geistigen Aneignung ethischer und religiöser Werte, besteben und nur dann Und wann sollen ästhetische Stoffe, soll das Oebiet Geschichte und der Literatur berührt werden. Eine Eihisierung des Programmei der Einzellogen tut uro not. Die Großloge muß mehr als bisher dafür sorg-n und darüber wachen, daß die großen ethischen und relig Ösen Probleme, die Aussprache über ethii che und religiöse Gewissensfragen, die Behandlung inneren Werte und Wahrheiten des Judentums Kern und den Stern der Logenarbeit bilden. Beamte und Brüder müssen danin streben, daß zur schön Theorie die schönere Praxis, die Vertittlichung Einzelpersönlichkeiten tritt Nicht in allen Logen finden In den ind der der den ■n (er wir In Sprecher, wenigen von den daß der Prophet begeisternde die vielen Logen verausgaben lieh Redner gejstig sehr schnell oder weiden Brüdern nach dem harten Worte bewirtet, in seinem Vaterlande nichts 1 rnercen des a ijüclucLe ,ialei.froben Idealismus sein. . Sind PBCere Legmgeroeinden vom Sündengeist des Materialismus vö Hg frei goiiben? I lit er nieet im Mode&änleicaen der Freigeisterei und der Miß* aebtung a ks Reilgösen in sie eingeschlichen? Ist nicht gerade in diesen ernsten Wochen der strengen Selbsttcbau die Frage berechtigt: Sind untere Logen noch die Brüderschaften, die Tempelgemeinden des, praktischen Idealismus? gilt erw g des Hier gibt et einen schlichten Ausweg, der für Viele *" Lebrns aui!• re Bani-er fc *d)wtbcn. Si^i Wollen Qe-j Logen einen Aufstieg bedeutet; Mindestens Abschluß jeder Logjenarbeit soll eine Verlesung aus einem klassischen Buche des Judentum bilden, dkmlt die Brüder, die vielleicht eben noch einer kleinlichen Aussprache gelauscht, einen großen Oedanken, eine schürfende Anregung als Weihe aus dem To upd tief heimnehmen Ich denke dabei vor altem an Pia und Prophetenstellen, aber auch an eine kurze Vörie ung aus den wundervollen Predigten unseres L. Zunz, aus den köstlichen Aufsätzen Steinthals „Ueber Juden T- -II ■ -4 ■ \ nten