Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1920-08-01 · Nr. 6/7 - August/September · p. Seite 72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1920
Issue
Nr. 6/7 - August/September
Date
1920-08-01
Page
Seite 72 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4864325-6029099-6074457--2573-4866652
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ir ist mit einem Bruder dahingegangen, der zwar nur kurze Zeit — zwei Jahre — dem Orden angehört hat und dabei doch die tiefste Erinnerung in seiner Loge hinterlassen bat. Br. Crohn starb im Aller von 62 Jahren, nachdem er sich vor zwei Jahren n vorgeschrittenstem ALer der Berend Lehmacn-Loge aufschlössen hatte. Eine stadtbekannte Persönlichkeit ist mit ihm gemieden, der als Sozialist und Arbeiterführer als der bekannteste und beliebteste Bürger Hplberstadts bezeichnet werden durfte. Ihm lag das Vöhl und Webe von Tausenden am Herzen, um derentwillen er sich in immer neue Probleme der Kommunalwirtschaft versenkte Der 'jüdischen üeaeinde sand er als kluger-Politiker stets mit Rat und Tat zur Sei.e, dem weiten Kreis Kranker und Heilung Suchender war er ein trefflicher Arzt des Körpers und! de -Seele, in allen Nöten eai guter Kamerad, seiner kfamilie ein Vorbild des Familienüebem „Ungewöhnliche Sciärfe des Verstand^! verband sich mit Innigkeit und Tiefe des Gemütes,,— jeiterei und geselliges Wesen mit dem Hang zji philosophischer Betrachtung, — mitteilsame Oienheit mit dem Emst einer selbitgezimmerien, von alle n Hergebrachten abweichenden Weltanschauung, -- Tatkraft und sprudelndes Temperament mit weiser Beherrschung und ruhigem Abwägen. — Und Etil dies scheinbar Widerspruchvoilste war so harmonisch vereint, daß, wer ihm gegenübertrat, nicht ehe komplizierte Natur, sondern eine geschlossene, in lieh gtfes!ete Penönlkbktlt fand." B.-. H rscb schildert ihn als Arzt, als Kämpf e r , a I s j u de n» Als Arzt suchte Br. Crohn den Leidenden nicht cur Gesundheit zu-schaffen, sondern auch Liebt in ibre Seelen z"u-bringen. Er verstand ej,'jedem.einzelnen sich menschlich zu [nähern, so daß ein jeder in ihm nicht nur den Arzt, sondern den Freuttd sah. '■ " Als Kämpfer im politischen Leben bat i* Tausende durch sein Wort aufgerichtet Ata schlichter Soldat im politischen Kampfe bat er sich in Reih und Glied in jene große Organisat;on gestellt die sd unend [I lad Dil lieh viel Einordnung und Disziplin von ihren Bekenne rn beansprucht, und endete als Führer von Taufend«n. Duldung und Verständnis für die Anschauungen anderer zeichnete ihn aus. Reinheit der Hingabe in das von ihm als richtig Erkannte ließ die heilige Flamme der Begeisterung in Ihm auflodern. In der Not des Vaterlandes war er derjenige, der aus dunk ler Nacht den Glauben an einen goldenen Morgen vonntrug. AH fein Tun ruhte auf einem gläubigen Herz: 1. Dieses gläubige Herz ließ ihn sich immer tiefer zurück'inden zu seiner angestimmten Gemeinschaft und zu dem Giauben seiner Väter.' Ihn begeisti He Theodor Herzls großer und stolzer Gedanke des nationalen Zusammenschlusses und machte ihn zum Anbänger dieses Bekenntnisses. Der Gedanke, enjpte Fühlung mit der jüdischen Gemeinschaft zu suchen, war es zuz \ der den Alternden im sechzigsten Jahre zu-seii cr Loge und zum Orden führte. So war lein Leben Herz unJ. Tai zugleich. Mit völlig Solz bekennt gefreifte Mprn der es die Loge, daß der alternde, auf Höhe und Abschluß seines Lebens ais einer ihren in ihre Reiben (rat. Das Werk, das sieb] in diesem Mann vollzogen hat, steht höher als die einzelne Person, und darum ist es mit ihm nicht geschwunden, fried Hirsch spräche der Berend Lehmann-Loge Gleichnis, das aus dem Lebenskreis entnommen der dem Herzen des Verstorbenen' besonders stand: aus dem Leben des Arbeiters. Aus diesem Grunde schließt Br. Siegseine bei der Trauerfeier gehaltene Anmit folgendem Ist, iahe „In der modernen Großindustrie beendet nicht die scheidende Schicht eine Arbeit und die neue ginnt eine andere. Sondern noch schwingt sehnige Arm des einen den Hammer über dem henden Block, dem er die Form geben will, — ertönt das S'gnaJ, das ihn abruft, und schon steht der neue an seiner Stelle, da den Hammer aufschlagend, wo der Vorsänger ihn abgesetzt hatle, — so fort und fort, ohne Pause — ohne UnteHaß Das Werk gilt alles, nichts die Person. Und das Werk ist das Denkmal aller Kräfte, die an ihm schaffen." Aus dem Büro der Großioge. Ferienkinder. - Wie iai vorigen Jahre, so gingen! auch dieses jähr <a. 100 Kinder, deutsche und österreichische* nach Dänemark zu mehrwöchiger Erhplung. jti«--: . Die w. Danmark-Loge, die diese Einrichtung getroffen hat, erwirb! sich dadurch um unserer Nachwuchs ein außerordentliches, nicht dankbar ge mg anzuerkennendes Verdienst. Im Ferienmonat Juli passier e ein großer Kinder-Ferientransport Berlin L 72 - bc de g!ü daj g«-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.